Finger weg vom Hütchenspiel

Hütchenspiel
Bild: Polizei Berlin

Gegen die Betrüger verlieren Sie immer!

Wenn es wieder wärmer wird, sind an den touristischen Anziehungspunkten Berlins immer wieder die sogenannten „Hütchenspieler“ anzutreffen.

Kleingruppen scharen sich um einen kleinen Teppich und locken ahnungslosen Berlinbesuchern das Geld aus der Tasche.

Das Hütchenspiel läuft wie folgt ab:

  • Ein Spieler hockt vor einem kleinen Teppich, auf dem sich drei Schachteln und eine kleine Kugel befinden.
  • Um den Spieler stehen mehrere Personen, die anscheinend am Mitspielen interessiert sind (“Anreißer”). Darunter auch junge Frauen und ältere Herren, die meist sympathisch wirken und teilweise sogar mehrere Fremdsprachenkenntnisse haben.
  • Der Spieler versteckt nun die Kugel unter einer der drei Schachteln und beginnt diese zu verschieben und fordert dabei die umstehenden Personen auf, den Verbleib der Kugel zu bestimmen.
  • Die “Anreißer-/innen” setzen jetzt ihre Geldscheine (i.d.R. 50 €) auf die Schachtel, unter der sich die Kugel befindet und gewinnen meistens. Wenn sie dann mal verlieren, gewinnt sofort der nächste der “Anreißer-/innen”. Auffällig ist, dass sich kaum jemand der verliert groß ärgert oder sich im besten Fall doll freut!
  • Damit wird dem vorbeilaufenden Passanten vorgegaukelt, man könne auf leichte Weise Geld gewinnen.
  • Spielt ein Außenstehender mit, erhöht der Spieler die Geschwindigkeit beim Verschieben der Schachteln und lässt – für den Außenstehenden unbemerkt – die Kugel verschwinden. Somit hat er keine Möglichkeit zu gewinnen und verliert immer.
  • Proteste der Verlierer enden oft mit Beschimpfungen, mit Drohungen oder sogar mit Schlägen durch die Hütchenspieler und die dazu gehörigen “Anreißer-/innen”.
  • Neben dem Spieler und den “Anreißern” gibt es noch weitere Beteiligte, die abgesetzt vom eigentlichen Spielbereich unbemerkt das Umfeld beobachten und vor der Polizei warnen.

Dies ist nur eine der zahlreichen Varianten, oftmals wird das Geld der Opfer auch einfach nur aus der Hand gerissen und plötzlich entfernen sich alle der bisherigen Anwesenden in verschiedene Richtungen. Auch wurden schon zwei Kugeln verwendet.

Besondere Anziehungspunkte für Hütchenspieler in Berlin-Mitte sind u.a. die Bereiche rund um den Alexanderplatz mit dem Fernsehturm, insbesondere

  • die Liebknechtbrücke mit dem angenzenden Berliner Dom
  • sowie am Wochenende der beliebte Kunstmarkt an der Schloßbrücke / Zeughaus / Deutsches Historisches Museum
  • Aber auch im Verlauf der Straße Unter den Linden / Friedrichstraße
  • am Checkpoint Charlie (Zimmer- / Friedrichstraße) sowie
  • am Potsdamer Platz, vor den dortigen “Mauerresten” wird oft gespielt.
  • Auch in der City West / am Kurfürstendamm und am Tauentzien und am KadeWe wurde das Hütchenspiel oft ausgeübt.
  • Neuerdings sind “Hütchenspieler” auch schon an der “East Side Gallery” und an der “Mercedes-Benz Arena” gesichtet worden.

Am 21. Mai 2013 wurde in Zusammenarbeit der Direktion 2 und der Direktion 3 die gemeinsame “EG Hütchenspielbetrug” eingerichtet.

Ziel ist die schwerpunktmäßige, koordinierte Bekämpfung des „Hütchenspielbetruges“. Dazu werden alle im Zusammenhang mit dieser besonderen Betrugsart anfallenden Vorgänge beider Direktionen bearbeitet, inklusive der Vorgänge der nicht genehmigten Sondernutzung von öffentlichem Straßenland, sofern diese mit einer Straftat auftreten. Ziel ist es, so den banden- und gewerbsmäßigen Betrug bis hin zu Anklageerhebungen anzuzeigen und nachzuweisen.

Vor Gericht muss der Betrug leider immer noch im einzelnen bewiesen werden, obwohl es mittlerweile andere Urteile gab.

D.h. das Opfer, der Zeuge muss beweisen können wie die Kugel verschwand, verschoben, entfernt oder in anderen Fällen auch eine neue, zweite Kugel hinzugefügt wurde.
Dies ist den Opfern jedoch aufgrund der Taktik der Spieler und der “Anreißer-/innen” ihre Opfer abzulenken und ihnen insbesondere durch dichtes zusammenzudrängen und davorstellen sowie die Füße über die Schachteln stellen, um so die Sicht auf die Schachteln zu nehmen, kaum möglich bzw. unmöglich.

Immer wieder kommt es vor, das Opfer, die den Trick durchschauen, ihr Geld nicht zurückerhalten bzw. nur dann, wenn sie versprechen, keine Polizei zu rufen.
Wiederum in anderen Fällen werden den Opfern in dem Moment, indem der Spieler freundlich nach „Money“ fragt und sie bittet ihn zeigen zu lassen wieviel Scheine sie denn setzen müssen, wie hoch der Einsatz ist, sogar die Geldscheine aus den Geldbörsen entwendet. Dabei werden Summen zwischen 100 € bis hin zu 1.000 € und mehr erbeutet. Hier handelt es sich dann um Diebstahl, da die Täter dann sofort den Ort verlassen und das Geld unter sich aufteilen.

Spielen sich nicht mit, nehmen sie nicht an diesem Spiel teil, Sie können nur verlieren!!!

Ein mehrsprachiges Informationsblatt und ein Warnplakat finden Sie hier zum Ausdrucken oder zum Download.

"So will man Sie betrügen!"

Flyer auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Japanisch und Russisch.

PDF-Dokument (1.8 MB)

Warnplakat "Finger weg vom Hütchenspiel!"

PDF-Dokument (942.1 kB)

Formate: video/mp4