Betrügerische Angebote über Online-Handelsplattformen (Cybertradingbetrug)

Screenshot eines Fakeshops (anonymisiert)

Immer mehr Online-Handelsplattformen locken mit hohen Gewinnversprechen – teilweise als Geheimtipp der Prominenz oder auch als bewährter und einfacher Trick, um in kurzer Zeit reich zu werden.

Dabei handelt es sich häufig um eine technisch komplex durchdachte Betrugsform, bei der die Opfer aufgrund von manipulierten Webseiten und durch Methoden des Social Engineering um ihr Vermögen gebracht werden.

Was ist Cybertradingbetrug?

Cybertradingbetrug ist eine Form des Anlagebetrugs, bei der vermeintliche Online-Handelsplattformen vorgeben, Geschäfte und Investitionen an den Börsen abzuwickeln, obwohl dies in Wirklichkeit nicht geschieht. Die Betrüger gestalten professionell aussehende Websites, um das Vertrauen potenzieller Investoren zu gewinnen.

Der Betrugsmechanismus beruht darauf, Anleger mit dem Versprechen hoher Renditen zu ködern. Nach der ersten Einzahlung werden die Opfer oft dazu verleitet, noch mehr Geld zu investieren. Tatsächlich erfolgen jedoch keine realen Investitionen mit dem eingezahlten Kapital.

Die Täter sind häufig international vernetzt und arbeiten in organisierten Gruppen, um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen. Gleichzeitig verwenden sie intransparente Finanztransaktionsnetzwerke zur Verschleierung und Sicherung von Geldströmen.
Geschädigte müssen sich daher auf das Risiko eines vollständigen finanziellen Verlusts einstellen.

Beispielhafte Prozessschritte des Cybertradingbetrugs

Abb. Beispielhafte Prozessschritte des Cybertradingbetrugs

Wie können Sie Cybertradingbetrug erkennen?

  • Unrealistische Gewinn- und Renditeversprechen: Betrügerische Plattformen locken mit der Aussicht auf hohe Gewinne bei minimalen Investitionen. Zugleich wird Druck zur Tätigung von schnellen Investitionen ausgeübt.
  • Unaufgeforderte Kontaktaufnahme: Anlageberater bieten an, Ihnen das Funktionieren der Investment-Plattform und des Tradings zu erklären, helfen bei der Einrichtung einer Wallet für Überweisungen und geben Ratschläge zu Einzahlungen.
  • Remotezugriff: Als Voraussetzung für erfolgreiches Trading verlangen die vermeidlichen Anlageberater Fernzugriff auf Ihr Gerät (z.B. AnyDesk oder TeamViewer). Tatsächlich gelangen die Täter so an Ihre Daten und Passwörter und können möglicherweise Schadsoftware installieren.
  • Auszahlung unter Bedingungen: Es wird vorgegeben, dass Auszahlungen erst nach der Begleichung vermeintlicher Gebühren oder Steuern möglich sind. Wenn keine weiteren Zahlungen geleistet werden, bricht der Kontakt häufig ab.
  • Hilfsangebote zur Geldrückgewinnung: Nach einem Anlagebetrug bieten Ihnen dubiose Anbieter unaufgefordert an, gegen Gebühr Ihr Geld zurückzuholen. Oft handelt es sich um dieselben Betrüger, die Sie bereits betrogen haben.

Wie können Sie sich gegen Cybertradingbetrug schützen?

Unternehmensrecherche: Informieren Sie sich im Internet, ob es Warnungen oder Beschwerden über die Trading-Plattform gibt. Schauen Sie gezielt nach einem Impressum auf der entsprechenden Internetseite der Handelsplattform und nutzen Sie online zugängliche Handels- und Unternehmensregister. Zudem können Informationen der Verbraucherzentralen weiteren Aufschluss über Bedingungen und Geschäftsgebaren geben.

Unternehmensdatenbank der BaFin: Überprüfen Sie, ob der Geschäftsbetrieb der Trading-Plattform in Deutschland offiziell zugelassen oder registriert ist. Nutzen Sie hierfür u.a. die Seite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Was können Sie unternehmen, wenn Sie doch Betrugsopfer geworden sind?

Sofortmaßnahmen:

 
  • Kontaktabbruch: Beenden Sie jegliche Kommunikation mit den Betrügern.
  • Information an die Bank geben und Kontosperrung veranlassen: Setzen Sie sich mit Ihrer Bank in Verbindung, um den Betrug zu melden und zu prüfen, ob Transaktionen rückgängig gemacht werden können. Sperren Sie betroffene Konten, um weitere unbefugte Zahlungen zu verhindern.

Dokumentation und Beweissicherung:

 
  • Kommunikationssicherung: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Nachrichten und jegliche Kommunikation mit den Betrügern.
  • Transaktionsaufzeichnungen: Sichern Sie alle relevanten Bank- und Transaktionsdokumente.
  • Gesprächsnotizen und Screenshots: Erstellen Sie Aufzeichnungen von Telefongesprächen, einschließlich Datum, Uhrzeit und wesentlicher Inhalte. Machen Sie Screenshots der betrügerischen Plattform, besonders von Benutzerprofilen, Handelsvorgängen und Kontodetails.

Presseartikel zu dem Betrugsphänomen

Eine Strafanzeige erstatten Sie bitte, soweit Sie in Berlin leben, über die Internetwache oder bei Ihrem Polizeiabschnitt. Soweit Sie nicht in Berlin gemeldet sind, erstatten Sie die Anzeige bitte bei der zuständigen Polizeidienststelle für Ihren Wohnort.

Polizei Berlin

Landeskriminalamt
LKA 324