Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg: Bebauungsplan 2-48 beschlossen
Pressemitteilung Nr. 288 vom 10.09.2026
Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat am 9. September 2026 den Bebauungsplan 2-48 für das Dragonerareal / Rathausblock Kreuzberg beschlossen. Damit sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die bauliche Entwicklung des Areals und den Neubau von rund 470 Wohnungen zwischen Rathaus Kreuzberg, Mehringdamm und Obentrautstraße geschaffen.
Dem Beschluss ist ein mehrjähriges Verfahren vorausgegangen, in dem komplexe Anforderungen und unterschiedliche Interessen zusammengeführt wurden. Nun liegt die verbindliche Grundlage vor, um die gemeinsam entwickelten Ziele Schritt für Schritt in die konkrete Umsetzung zu bringen. Baustadtrat Florian Schmidt sieht im kooperativen Verfahren des Modellprojekts Rathausblock einen wichtigen Meilenstein für die künftige Quartiersentwicklung erreicht. „Die planungsrechtliche Umwidmung von einem innerstädtischen Gewerbegebiet in ein gemischtes Gebiet ist nun vollzogen. Jetzt können auch für den dringend benötigten Wohnungsbau die Bauanträge gestellt werden. Das gilt auch für Bauvorhaben, die nicht von landeseigenen Gesellschaften vorangetrieben werden, sondern beispielsweise von Genossenschaften. Damit hat die Umsetzungsphase dieses einzigartigen Modellprojekts begonnen.“ Der neue Bebauungsplan ermöglicht die Nachverdichtung des Gebäudebestandes und eine vielfältige
Nutzungsmischung, wie sie für Kreuzberg charakteristisch ist: Neben Wohnen finden hier Gewerbe, Kultur, soziale Infrastruktur und Freiräume Platz.
470 Wohnungen und gesicherte Mischung
Im Plangebiet entstehen rund 470 neue Wohnungen. Dabei werden mindestens 30 Prozent der geplanten Wohnfläche als mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum hergestellt. Gleichzeitig sichert der Bebauungsplan den Verbleib bestehender Gewerbebetriebe und schafft Raum für die Entwicklung zusätzlicher Gewerbeflächen.
Das Wohnen auf dem Dragonerareal wird in einem sogenannten Urbanen Gebiet gemäß Baunutzungsverordnung festgesetzt, was auf bis zu 20 Prozent der Flächen auch soziale, kulturelle und nicht störende gewerbliche Einrichtungen vorsieht. In den historischen Gebäuden aus der Nutzungsepoche der berittenen Soldaten (Dragoner) wird eine ehemalige Reithalle künftig für kulturelle Angebote und die Jugendfreizeit umgenutzt. Auch der Nachbarschaftstreff Kiezraum in einem ehemaligen Stallgebäude kann somit rechtlich seinen Betrieb fortsetzen. Die anderen denkmalgeschützten Bestandsgebäude im zentralen Bereich des Areals bieten künftig Raum für vielfältige gemeinwohlorientierte und gewerbliche Nutzungen, wofür derzeit konkrete Nutzungsüberlegungen laufen. Der Bebauungsplan ermöglicht auch die Erweiterung des Bezirks- und Finanzamts.
Mehr Grün, neue Wege und öffentliche Räume
Ein zentrales Ziel der Planung ist die Öffnung des bislang nur eingeschränkt öffentlich zugänglichen Areals. Neue Fuß- und Radwege verbinden das Quartier mit der Yorckstraße, dem Mehringdamm und der Umgebung. Drei öffentliche Quartiersplätze sowie rund 2.310 Quadratmeter öffentliche Grünfläche mit neuen Spielplätzen und frei zugängliche private Freiflächen schaffen neue Aufenthalts- und Freiräume für die Nachbarschaft. Anforderungen an die Klimaanpassung und Begrünung werden im Bebauungsplan verankert. Bei neuen Gebäuden sind mindestens 70 Prozent der Dachflächen zu begrünen. Ab einer Außenwandfläche von 100 Quadratmetern ist eine Fassadenbegrünung verpflichtend.
Nächste Schritte der konkreten Umsetzung
Mit dem Beschluss des Bebauungsplans liegt nun die verbindliche planungsrechtliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Rathausblocks vor. Bauanträge werden von nun an auf dieser Rechtsgrundlage geprüft.
Noch in diesem Jahr reicht die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH die Bauanträge für die ersten fünf Wohngebäude auf dem Baufeld Süd ein. Der Baubeginn für die ersten beiden, vom Architekturbüro &Mica geplanten Gebäude ist für Ende 2027 vorgesehen. Drei weitere Gebäude nach Planung des Architekturbüros Kaden+ folgen einige Monate später.
Für das Baufeld West bereitet die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH mit der Festsetzung des B-Plans die nächsten Schritte für die Vergabe eines Erbbaurechts in einem Konzeptverfahrens vor. Dort ist der Neubau von rund 90 Wohnungen durch gemeinwohlorientierte Dritte, etwa Genossenschaften oder Stiftungen, vorgesehen. Dazu erfolgt noch in 2026 eine öffentliche Bekanntmachung.
Parallel werden weitere Bausteine der Quartiersentwicklung vorbereitet. Dazu gehören die Planungen in der Alten Reithalle mit einer Jugendfreizeiteinrichtung und Räumen für Weiterbildung, Kunst und Kultur. Mit einem Baubeginn ist in 2029 zu rechnen. Die sowie die Erschließungs-, Freiraum- und Verkehrsplanung für das Dragonerareal ist so weit fortgeschritten, dass die Bauarbeiten für die Erschließung Mitte 2027 starten.
Weitere Informationen zum Modellprojekt Rathausblock: www.berlin.de/rathausblock-fk/
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