Bezirksbürgermeisterin stellt sich Fragen des Jugend- und Kindergremiums

Kinder und Jugendliche sitzen in großem Saal

Konzentration und Anspannung liegt in der Luft, als die Abstimmung beginnt. Kleine Diskussionen, Absprachen, dann wird der Antrag abgelehnt. Es ist nicht irgendeine Versammlung, die in der Kreuzberger Melanchthon-Kirche stattfindet. Am 26. Juni 2026 haben sich über 50 engagierte Kinder und Jugendliche getroffen um im Jugend- und Kindergremium (JuKG) gemeinsam mit Bezirkspolitiker*innen zu diskutieren, sich auszutauschen und ihre Perspektive in die Bezirkspolitik einzubringen.

Was ist das Jugend und Kinder Gremium?

„Von jungen Menschen für junge Menschen“. Das ist die Mission des JuKG. Nach zwei Jahren Gründungsphase besteht es seit März 2026 als direkte Interessenvertretung für über 100 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 22 Jahren in Friedrichshain-Kreuzberg.

In einigen anderen Bezirken gibt es solche Gremien schon länger, wie beispielsweise Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Kinder- und Jugendparlament, welches bereits 2003 gegründet wurde. Organisiert wird das JuKG Friedrichhain-Kreuzberg vom Kinder- und Jugend Beteiligungsbüro (KJBB). Das Ziel ist klar: Perspektiven und Anliegen junger Menschen sollen in der Bezirkspolitik eine Stimme bekommen. Das bedeutet, das JuKG kann direkt Feedback zur Bezirksgestaltung geben, Anträge in der Bezirksverordnetenversammlung stellen und in deren Ausschüsse gehen.

Abstimmungskarten im Jugend und Kinder Gremium

Abstimmungskarten im Jugend und Kinder Gremium

So funktioniert‘s

Fünf bis sechsmal pro Jahr findet das Plenum statt. Hier werden Anträge aus den Arbeitsgruppen (AGs) wie zum Beispiel Umwelt und Parks, Spiel, Sport und Kultur, Schule oder Anti-Diskriminierung abgestimmt.

In den AGs findet alle zwei bis vier Wochen die eigentliche Arbeit statt: Aktionstage und Events organisieren, Anträge verfassen oder gemeinsam die BVV-Gremien besuchen. Tatsächlich ist die erste Viertelstunde sogar für Fragen von Kindern und Jugendlichen gedacht.

Um mit der Politik in den direkten Austausch zu kommen, sind auch Workshops Teil des JuKG.

Aufsteller des Jugend und Kinder Gremiums

Aufsteller des Jugend und Kinder Gremiums

Im Diskurs - Workshops mit Bezirkspolitiker*innen

Ein Höhepunkt des Tages war der Besuch einiger Bezirkspolitiker*innen. Nach einer Vorstellungsrunde und einem kurzen Spiel, bei dem die Erwachsenen die Bedeutung von Jugendwörtern erraten sollten, ging es ab in die Workshops mit den Bezirkspolitiker*innen. BVV Vorsteher Werner Heck (Bündnis90/ Die Grünen), hat alle Fragen rund um die BVV beantwortet und Einblicke in seine Arbeit gegeben. Joschka von Polenz (SPD), Kandidat für die BVV, gab seinen Workshop zum Thema Sozialer Klimaschutz. Um Umweltpolitik ging es bei Karolin Behlert (Die Linke), der umweltpolitischen Sprecherin ihrer Fraktion.

Fragerunde mit der Bezirksbürgermeisterin

Ein kleines Highlight, die Fragerunde mit der Bezirksbürgermeisterin Clara Hermann, fand im Anschluss statt. Sie stellte sich den Fragen der Kinder und Jugendlichen rund um bewegende Themen wie Schulpolitik, Schulhofgestaltung, Sportplatz- und Turnhallenbau und Umweltpolitik und stellte ihren Beruf und die Bezirksverordnetenversammlung näher vor.
Bei der vorigen Sitzung des JuKG stand Jugendstadtrat Max Kindler den Kindern gemeinsam mit anderen Bezirkspolitikern und Jugendlichen Rede und Antwort.

Das JuKG - Ein Erfolg

Werner Heck (Die Grünen): „Als Vorsteherin ist ein großes Anlegen von mir, dass diese Bezirksverordnetenversammlung nicht nur eine bestimmte Gruppe abbildet, sondern wirklich alle zu Wort kommen und vertreten sind. Dabei sind gerade Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren ein bisschen kurz gekommen. Als Bezirksverordnete sind wir dringend drauf angewiesen, dass die Menschen – egal wie alt sie sind-, mit uns sprechen und sagen, was sie brauchen. Ich wünsche mir, dass die Chancen, die es jetzt gibt genutzt und die Dinge, die wir vielleicht oft übersehen wirklich mit angesprochen werden.“

Joschka von Polenz (SPD): „Ich finde es total cool, dass es dieses Gremium gibt und so viele Kinder aus allen Altersschichten beim Plenum waren. Ich bin begeistert von all den Ideen, die zusammengekommen sind: Sie waren allesamt total innovativ und wurden in kürzester Zeit ohne Scheuklappen erarbeitet, mit einer Frische, die vielen Politiker*innen häufig fehlt! In meinem Workshop zum Thema Sozialer Klimaschutz haben wir überlegt, was wir hier vor Ort für Maßnahmen umsetzen würden, wenn wir einen Tag lang Bezirksbürgermeister*in wären. Ich freue mich, beim JuKG in Zukunft häufiger vorbeizukommen und zu erfahren, was Kinder und Jugendliche bewegt.“

Karolin Behlert (Die Linke): „Ich habe erklärt, worum es in der Umweltpolitik geht – beispielsweise warum es gerade weniger Vögel gibt, was es mit dem Eichenprozessionsspinner auf sich hat und was der Klimawandel damit zu tun hat. Ich hoffe, dass diese Arbeitsgruppen und das Plenum weiter so gut arbeiten und ihre Anliegen noch stärker einbringen und Wünsche direkt durch Anträge direkt in die BVV einbringen.“

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Beteiligung darf kein Schlagwort sein, sondern muss gelebt werden. Das JuKG gibt jungen Menschen selbst eine echte Plattform, um ihre Anliegen sichtbar zu machen und gehört zu werden. Ich danke den engagierten Kindern und Jugendlichen, die sich für die Interessen junger Menschen engagieren, ihre Ideen einbringen und freue mich auf viele weitere Anmeldungen für das Gremium.“

Weitere Informationen:

Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro (KJBb) Friedrichshain-Kreuzberg c/o JuKG
Waldemarstraße 57
10997 Berlin

Email: hallo@jukg.de