Gedenkveranstaltungen des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung am Standort des ehemaligen des ehemaligen Wein- und Spirituosengeschäfts der Familie Feuerstein
Pressemitteilung Nr. 341 vom 30.10.2026
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und die Bezirksverordnetenversammlung gedenken der Pogromnacht am 9. November 1938 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung an dem Standort des ehemaligen des ehemaligen Wein- und Spirituosengeschäfts sowie Wohnhauses der Familie Feuerstein.
- Wann? Montag, 9. November 2025, 14.30 Uhr
- Wo? Neue Weberstraße 57a (Eingang auf der Rückseite, Karl-Marx-Allee), 10243 Berlin
Am stillen Gedenken wird neben Benedict Weskott, Vorsteher*in Bezirksverordnetenversammlung, die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter teilnehmen. Die Veranstaltung wird mit Musik und Redebeiträgen zu jüdischem Leben in Friedrichshain gestaltet.
Bezirksbürgermeistern Clara Herrmann: „Am 9. November gedenken wir den Opfern der Reichspogromnacht von 1938. Mit dem Gedenken erinnern wir an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte und setzen ein Zeichen für den Schutz jüdischen Lebens, jüdischer Kultur und für eine gelebte Vielfalt in Friedrichshain-Kreuzberg. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen nie wiederholen. Dafür stehen wir ein: für eine Gesellschaft, die auf Respekt, Toleranz und Vielfalt beruht.“
In der Nacht auf den 10. November 1938 setzten das NS-Regime und ihre Anhänger Synagogen in Brand, zerstörten jüdische Geschäfte und Einrichtungen und erniedrigten, überwältigten und töteten jüdische Mitbürger*innen. Dieses Datum gilt als Beginn der beispiellosen systematisch organisierten Gewalt, Ermordung und Entrechtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Auch jüdische Einrichtungen in Friedrichshain und Kreuzberg wurden geschändet und zerstört.
Besonders rund um die ehemalige Große Frankfurter Straße (heute Karl-Marx-Alle), die Warschauer Straße und die Frankfurter Allee gab es damals zahlreiche jüdische Geschäftsinhaber*innen. Auch hier fielen viele der ansässigen Geschäfte der Pogromnacht 1938 zum Opfer.
Elias und Martha Feuerstein (damalige Adresse Strausberger Straße 25) betrieben dort ein Wein- und Spirituosengeschäft und wohnten in dem Haus. Das Geschäft und die anschließende Wohnung wurde während der Novemberpogrome geplündert und zerstört. Elias und Martha Feuerstein waren wegen der Gefahr bei einer Verwandten. Elias Feuerstein ging am 10. November nachmittags zu seinem Geschäft und wurde kurz darauf leblos vor dem Geschäft gefunden. Er starb an dem Tag. Martha Feuerstein wurde 1944 in Auschwitz ermordet.
Das Gedenken an die Familie Feuerstein steht exemplarisch für das einst vielfältige jüdische Leben in Friedrichshain, das sich nicht nur in religiöser kultureller Hinsicht, sondern auch im ganzen sozialen Alltag widerspiegelte. Das Schicksal der Familie Feierstein verdeutlicht den gewaltsamen Bruch, den die rassistisch antisemitische Enteignungs-, Ausschluss- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus auch für jüdische Geschäftsinhaber*innen bedeutete.
Eine weitere Gedenkveranstaltung findet an der Synagoge Fraenkelufer anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht statt. Die Bezirksverordnetenversammlung, das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und die Synagoge Fraenkelufer laden gemeinsam zu einem stillen Gedenken mit Kranzniederlegung ein.
- Wann? Montag, 9. November, 16.30 Uhr
- Wo? an der Synagoge Fraenkelufer, Fraenkelufer 10, 10999 Berlin
Am stillen Gedenken wird neben Benedict Weskott, Vorsteher*in Bezirksverordnetenversammlung, die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter, gemeinsam mit Nina Peretz, Vorsitzende der Freunde der Synagoge Fraenkelufer. e.V. und Dr. Dekel Peretz, Vorsitzender des jüdischen Zentrums Synagoge Fraenkelufer e.V. teilnehmen.
Die Veranstaltung findet im Freien statt und ist öffentlich zugänglich.
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