„Kotti räumt auf“ Bericht zeigt Wege zu mehr Stadtsauberkeit, Zero Waste und sozialem Miteinander
Pressemitteilung Nr. 71 vom 04.03.2026
Wie kann es rund um das Kottbusser Tor sauberer werden, und zwar dauerhaft? Mit dieser Frage hat sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg im Sommer und Herbst 2025 intensiv beschäftigt. Nun liegt der Abschlussbericht des Projekts „Kotti räumt auf“ vor. Er bündelt die Erkenntnisse aus dem mehrmonatigen Beteiligungsprozess mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden, soziale Einrichtungen, Initiativen sowie Akteure aus Tourismus, BSR und BVG und zeigt Ansatzpunkte auf, wie Stadtsauberkeit, soziales Miteinander und Aufenthaltsqualität am Kotti gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Die im Projekt entstandene Zukunftsperspektive für das Kottbusser Tor zeichnet ein lebendiges Bild und dient als Orientierung, gespeist aus Ideen und Erfahrungen von Menschen, die hier leben, arbeiten oder täglich unterwegs sind. Der Kotti wird als Ort gedacht, der seinen besonderen, lebendigen Charakter bewahrt und zugleich an Aufenthaltsqualität gewinnt. Weniger Durchgangsverkehr, mehr Grün und besser genutzte Freiräume schaffen Platz für Begegnung und ersetzen den Autolärm durch Vogelgezwitscher. Leerstände werden als Orte für Reparatur, Tausch und nachbarschaftliche Aktivitäten genutzt und die lokale Gastronomie setzt stärker auf Mehrweglösungen. Unterschiedliche Nutzungen finden nebeneinander Raum, begleitet von einer sichtbaren Präsenz der vielen Initiativen.
Das Ergebnis des Abschlussberichts ist ein Maßnahmenplan entlang von zwölf Hebelpunkten – von der Verbesserung der Abfallinfrastruktur über Kommunikation und künstlerische Interventionen, bis hin zu Mehrweg und ressortübergreifender Zusammenarbeit, die allesamt versuchen, dieser Vision ein Stück weit näherzukommen. Mehrere der im Projekt entwickelten Maßnahmen werden derzeit konkret vorbereitet oder pilotiert. Dazu gehören Gespräche über einen lokalen Tausch- und Reparaturort sowie Maßnahmen zur Begrünung und Aufwertung einzelner Flächen rund um den Kotti. Auch die Regulierung der Taubenpopulation auf der Mittelinsel wird aktuell gemeinsam mit Fachstellen geprüft, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Kotti räumt auf zeigt: Mehr Sauberkeit braucht mehr Miteinander. Wenn Verwaltung, Nachbarschaft und lokale Wirtschaft an einem Tisch sitzen, entsteht Verständnis. Der größte Erfolg des Projekts ist deshalb nicht nur ein saubererer Kiez – sondern ein neues Verantwortungsgefühl. Schritt für Schritt entsteht so ein lebensweitere Kiez: mit weniger Müll, mehr Respekt und mehr Aufenthaltsqualität für alle.“
Der Projektbericht versteht sich zugleich als Lern- und Arbeitsgrundlage für weitere stark frequentierte Orte im Bezirk. Mit Methoden wie dem Eisberg-Modell und einer System Map werden Zusammenhänge sichtbar gemacht, die helfen können, auch anderswo gezielter und abgestimmter zu handeln.
Der vollständige Projektbericht steht ab sofort auf der Projektwebseite zum Download bereit.
Hinweis: Das Projekt wurde aus Eigenmitteln des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg für klimaverbessernde Maßnahmen sowie von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus Mitteln für besondere touristische Projekte (visitBerlin) finanziert.
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