Auch in Friedrichshain war der von Stefan Pelzer initiierte Protestbus Adenauer SRP+ präsent und unterstützte unter anderem die Gegenproteste zu rechtsextremen Aufmärschen im März 2025.
Kreativ und mit großer Ausdauer engagiert sich Stefan Pelzer seit Jahrzehnten gegen rechtsextreme Strukturen und ihre politischen Akteur*innen. Inzwischen wird er europaweit auf der Straße erkannt und angesprochen. „Na, heute ohne Bus hier?“, habe ihn etwa jemand in Zürich auf dem Bahnsteig gefragt.
Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Einige gratulieren zu seinen Aktionen, andere äußern sich abfällig und empfehlen ihm, „es doch einmal mit Arbeit zu versuchen“, erzählt Stefan Pelzer und lacht. Als Arbeitgeber von rund 30 Mitarbeiter*innen kann er sich über Arbeitsmangel nicht beklagen. „Ich arbeite 40 bis 60 Stunden pro Woche in meinem Unternehmen. Wir beschäftigen Fahrer*innen, Disponent*innen und Mitarbeitende in der Verwaltung.“ Weitere etwa 20 Stunden investiert er in sein Ehrenamt als Vorsitzender des ZPS sowie in politisch-künstlerische Projekte wie den Adenauer SRP+. „Das füllt mich aus – und ich muss mich auch als Steuerzahler nicht verstecken.“
Erst vor wenigen Tagen sorgte ein im Oktober in Chemnitz aufgestelltes satirisches Plakat für Aufsehen. Thema der Aktion war die mutmaßliche Weitergabe interner Daten an Rechtsextreme in Sachsen. Die Folge: Hausdurchsuchungen an fünf Standorten des Zentrums für Politische Schönheit in Berlin.
„Hier wird in meinen Augen Kunst kriminalisiert. Anstatt den Anlass für die Satire genauer zu untersuchen, stehen frühmorgens Beamte vor der Tür und klingeln Menschen aus dem Bett“, kritisiert Stefan Pelzer.
Auch in sozialen Netzwerken wird der Umgang mit der Aktion diskutiert. Nutzer*innen äußern Verständnis und bieten Unterstützung, andere reagieren teils mit aufmunternden Kommentaren: „Stefan, ich will ein Kind von dir … ähm, ein Plakat.“
Stefan Pelzer hat es nicht gelesen – er lacht und strahlt und zeigt unerschrocken Haltung und sowie sein Gesicht, stellvertretend für alle im Widerstand gegen Kräfte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt, unsere demokratischen Werte und die bereichernde Vielfalt unseres Gemeinwesens nun auch verstärkt in unserem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aggressiv anzugreifen versuchen.