Am Anfang steht häufig der Wunsch, sich mit Menschen auszutauschen, die etwas Ähnliches erleben. Der Selbsthilfe-Treffpunkt hilft dabei, aus diesem Wunsch eine konkrete Gruppe zu machen. Das Team berät Interessierte, begleitet die Gründung, organisiert geeignete Räume und unterstützt die ersten Schritte.
Dabei geht es auch darum, den Gruppen Raum für ihre eigene Entwicklung zu geben. „Wenn eine Gruppe erfolgreich angeschoben wurde, ziehen wir uns zurück und lassen die Gruppe machen. Sie soll schließlich von selbst wachsen“, erklärt Ingenkamp.
Die Bandbreite der Themen ist groß. Menschen mit chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen oder Suchterfahrungen kommen ebenso zusammen wie Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen, Arbeitssuchende oder Alleinerziehende. Manche Gruppen bestehen aus nur zwei Personen, andere umfassen bis zu 20 Mitglieder. Einige treffen sich bereits seit vielen Jahren.
Die Gruppen gestalten ihre Treffen ganz unterschiedlich. Manche sprechen über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten, andere werden gemeinsam kreativ, malen, machen Gymnastik oder essen zusammen. Was sie verbindet, ist der Austausch auf Augenhöhe: Die Teilnehmenden begegnen sich als Menschen mit eigenen Erfahrungen. Ärztinnen, Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten leiten die Treffen nicht. Stattdessen bringen die Betroffenen selbst ihre Perspektiven, Fragen und Ideen ein.