Ferien vom Krieg – Ukrainische Jugendliche aus dem Partnerbezirk Kyjiw-Darnyzja zu Gast in Berlin

Die Jugendlichen aus dem Partnerbezirk Darnyzja (Kyjiw) besuchten eine Vorstellung im Friedrichstadtpalast

Die Jugendlichen aus dem Partnerbezirk Darnyzja (Kyjiw) besuchten eine Vorstellung im Friedrichstadtpalast

Bereits zum zweiten Mal machte sich eine Gruppe von 22 Jugendlichen aus dem Partnerbezirk Darnyzja (Kyjiw) auf den Weg nach Berlin, um hier einige unbeschwerte Tage – weit weg vom Kriegsalltag – verbringen zu können. Wie bereits im letzten Jahr wurde das Projekt maßgeblich von den Malteser Werken gGmbH sowie der ukrainischen BGV-Stiftung organisiert und getragen.

Friedrichshain-Kreuzberg verbindet seit dem 22. Mai 2025 eine Städtepartnerschaft mit dem ukrainischen Bezirk Darnyzja (Kyjiw) nachdem die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen hatte, die seit 2022 bestehende Solidaritätspartnerschaft in eine Städtepartnerschaft zu überführen.

In Darnyzja (Kyjiw) leben etwa 350.000 Menschen; aufgrund der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Zahl inoffiziell auf etwa 500.000 angestiegen. Seit 2014 hat Darnyzja die größte Anzahl an Binnenvertriebenen landesweit aufgenommen.

Der Bezirk gilt als Bezirk der Kinder: Aufgrund hoher Geburten- und Zuzugsraten leben dort rund 60.000 Kinder, die in 62 vorschulische Bildungseinrichtungen, 46 private Kindergärten, 49 weiterführende Schulen und 23 Privatschulen gehen. Darunter ist die spezialisierte Schule Nr. 39, die mit 1.080 Schüler*innen die größte Schule der Ukraine ist, sowie das Gymnasium „Intellekt“, die erste energieeffiziente Schule des Landes.

Ein volles Programm: Neben Spiel, Sport und Begegnung besuchten die Gäste aus der Ukraine auch das Brandenburger Tor

Ein volles Programm: Neben Spiel, Sport und Begegnung besuchten die Gäste aus der Ukraine auch das Brandenburger Tor

Eine erlebnisreiche Woche in Berlin

Die Aufregung vor der Reise der 22 Kinder und Jugendlichen war groß, sie konnten vor der Abreise nach Berlin kaum schlafen: „Wir haben die Nacht vor der Abreise gemeinsam mit unseren Koffern im Luftschutzkeller verbracht“, berichteten sie bei ihrer Ankunft in Berlin. Einige von ihnen stammen aus den Regionen Donbass und Luhansk, haben praktisch ihr ganzes Leben unter Besatzung gelebt – und schlimmste Dinge erlebt.

Doch diese Woche in Berlin sollte sie das Grauen – wenigstens für einige Stunden – vergessen lassen.

Die Initiator*innen hatten ein volles Programm zusammengestellt: Spiel, Sport, Kultur und Begegnung prägten die Tage. Von gemeinsamen Aktivitäten wie Pizzabacken und Klettern bis hin zu Besichtigungen verbrachten die Kinder und Jugendlichen eine erlebnisreiche Woche.

Auf Einladung des Bezirksamts besuchten sie eine Vorstellung im Friedrichstadt-Palast und freuten sich auf eine Abkühlung im berühmten Prinzenbad in Kreuzberg.

Am Ende der Woche fiel der Abschied schwer: „Das war eine der schönsten Wochen meines Lebens. Bis jetzt“, so eine Teilnehmerin beim Abschied.

Dank des großen Engagements der Organisator*innen konnte diese Gruppe ein kleines, erfülltes Stück unbeschwerter Jugend erleben.