NewSpace aus Berlin – Besuch bei Reflex Aerospace

Gemeinsam mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung besuchte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann den Berliner Standort von Reflex Aerospace

Gemeinsam mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung besuchte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann den Berliner Standort von Reflex Aerospace

Gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann besuchte die bezirkliche Wirtschaftsförderung den neuen Berliner Standort von Reflex Aerospace an der Stralauer Allee. Das 2021 gegründete NewSpace-Unternehmen entwickelt und produziert leistungsfähige Satelliten für zivile und sicherheitsrelevante Anwendungen. Dabei setzt Reflex auf schnelle Entwicklungs- und Produktionsprozesse sowie individuell auf die jeweilige Mission zugeschnittene Satellitenplattformen.

Vom Start-up zum wachsenden Raumfahrtunternehmen

Reflex Aerospace wurde im Mai 2021 von Walter Ballheimer, Christian Lindener und Alexander Genzel gegründet. Beide studierten an der Technischen Universität in Berlin und schätzen Berlin. Bereits im November 2021 eröffnete das Unternehmen sein erstes Berliner Büro in Friedrichshain.

Wie uns beim Besuch berichtet wurde, begann die Berliner Geschichte von Reflex in der Factory in Kreuzberg. Mit dem Wachstum des Unternehmens folgten nach dem Start in der Factory die Ansiedlung im Boxhagener Kiez und schließlich der jetzige Standort an der Stralauer Allee, an dem Reflex seit rund drei Monaten mit 130 Mitarbeiter*innen zu Hause ist. Der neue Standort direkt an der Spree bietet deutlich mehr Raum für Entwicklung, Labore und die weitere Expansion.

Reflex Aerospace eröffnete bereits wenige Monate nach der Gründung im Mai 2021 sein erstes Büro in Friedrichshain

Reflex Aerospace eröffnete bereits wenige Monate nach der Gründung im Mai 2021 sein erstes Büro in Friedrichshain

Satelitenentwicklung zum Anfassen

Bei einer ausführlichen Führung konnten wir die neuen Räumlichkeiten und insbesondere die technischen Bereiche und Labore kennenlernen. Reflex verfolgt einen stark integrierten Ansatz: Im Berliner Design Center werden Hardware, Software und Prototypen entwickelt; zum Angebot gehören unter anderem Elektroniklabore, eine Mechanik Werkstatt sowie Test- und Ground-Support-Equipment. Das Ziel: Satelliten sollen vom Entwurf bis zur Einsatzbereitschaft deutlich schneller entwickelt werden als bei herkömmlichen Prozessen. Reflex gibt dafür eine Entwicklungszeit von rund zwölf Monaten an.

Berlin kann Raumfahrt

Im anschließenden Gespräch mit Walter Ballheimer und Dennis Moore ging es auch um die Frage, wie sichtbar Berlin als Raumfahrtstandort tatsächlich ist. Hier würden sich Beide noch mehr Sichtbarkeit wünschen, da Berlin auch international auf diesem Gebiet Vorreiter ist. Denn Berlin verfügt über eine außergewöhnliche Dichte an NewSpace-Unternehmen und gilt als bedeutender deutscher Raumfahrt- und Satellitenstandort. So spricht auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) von einem „sehr großen New Space Cluster“ rund um Berlin.
Dabei wurde auch die besondere Rolle der Technischen Universität Berlin deutlich. Das Fachgebiet Raumfahrttechnik besteht bereits seit 1963 und war der erste deutsche Lehrstuhl für Raumfahrt. Studierende entwickeln und betreiben dort eigene Kleinsatellitenmissionen; seit 1991 wurden unter Beteiligung der TU Berlin mehr als 30 Kleinsatelliten erfolgreich gestartet und betrieben.

Der Besuch hat uns damit eindrucksvoll gezeigt: Raumfahrt ist längst ein Teil des Berliner Wirtschafts- und Innovationsstandorts. Auch hier gibt es noch Ideen und Unterstützungsbedarfe bei der Umsetzung von Förderanträgen und Standortstrukturen, bei denen die bezirkliche Wirtschaftsförderung gern unterstützt. Unternehmen wie Reflex Aerospace und die Forschung und Ausbildung an der TU Berlin verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischer Innovation und machen Berlin zu einem wichtigen Standort für Europas NewSpace-Entwicklung.