Gedenken an die Erstürmung des Rathauses Kreuzberg am 10. März 1933

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter und Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, vor dem ehemaligen Rathaus Kreuzberg Blumen nieder

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter und Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, vor dem ehemaligen Rathaus Kreuzberg Blumen nieder

Vor 93 Jahren, am 10. März 1933, überfiel ein Sturm-Trupp der faschistischen SA das Rathaus Kreuzberg. Dabei wurden die Mitarbeiter*innen des Rathauses sowie der damalige Bürgermeister Dr. Carl Herz, ein jüdischer Sozialdemokrat, attackiert. Die SA hatte es besonders auf Dr. Herz abgesehen, der aufgrund seiner politischen und religiösen Herkunft zu einem Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde.

Zum Gedenken an diese faschistische Ausschreitung, die sich gezielt gegen den jüdischen Bürgermeister sowie gegen Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen richtete, legten am 10. März 2026 die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter und Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, vor dem ehemaligen Rathaus Kreuzberg Blumen nieder. Rund 20 Mitarbeiter*innen des Bezirksamts und interessierte Bürger*innen nahmen ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil.

Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter an der Stele zu Ehren von Dr. Carl Herz

Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Regine Sommer-Wetter an der Stele zu Ehren von Dr. Carl Herz

Erinnerung an an den Mut und das Engagement von Dr. Carl Herz

„Gerade heute, in Zeiten, in denen rechtsextreme Kräfte wieder an Einfluss gewinnen, bleibt es unsere Aufgabe, faschistischen und menschenverachtenden Ideologien entschieden entgegenzutreten“, betonte Regine Sommer-Wetter. „Die Stele zu Ehren von Dr. Carl Herz und das heutige Gedenken mahnen uns: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg – und nie wieder dürfen wir wegsehen, wenn Grundrechte bedroht sind.“

Neben der Stele vor dem Dienstgebäude in der Yorkstraße erinnern das Carl-Herz-Ufer und die Bürgermeister-Herz-Grundschule an den Mut und das Engagement von Dr. Carl Herz.

Weitere Informationen über den Bürgermeister und die Ereignisse des 10. März 1933 sind unter diesem Link zu finden.

10. März 1933 - HIntergrund:

Am 10. März 1933 wurde der sozialdemokratische Kreuzberger Bürgermeister Carl Herz von einem Trupp der nationalsozialistischen Sturmabteilung SA gewaltsam seines Amtes enthoben. Herz wurde von SA-Männern durch die Straßen Kreuzbergs getrieben, getreten, geschlagen und von einem wütenden Mob beschimpft. Ein Polizist rettete ihn davor, in das frühe Konzentrationslager in der Friedrichstraße verschleppt zu werden, indem er ihn verhaftete und abführte.

Dr. Carl Herz flüchtete 1939 aus Nazi-Deutschland und verstarb 1951 in Israel.