Fahrräder für Geflüchtete: mog61 bringt Mobilität in den Bezirk

Martina und Marie betreuen und organisieren das Fahrradprojekt seit Beginn der Aktion 2022

Martina und Marie betreuen und organisieren das Fahrradprojekt seit Beginn der Aktion 2022

Der gemeinnützige Kreuzberger Verein mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. ,kurz mog61, ist dort aktiv, wo Unterstützung gebraucht wird. Er stärkt und belebt den sozialen und kulturellen Zusammenhalt in Kreuzberg 61 und darüber hinaus, setzt sich ein für eine stabile Nachbarschaft und verbesserte Lebensverhältnisse und fördert den Austausch zwischen Menschen mit einem unterschiedlichen nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund, mit oder ohne Behinderung.

Gründerin Marie Hoepfner, beschreibt den Verein als eine Initiative, die, sofern ein Bedarf erkannt wird, nach Ideen sucht, um den Menschen konkret zu helfen. Wir beobachten, was um uns herum passiert, und handeln oder reagieren entsprechend der Bedürfnisse. So entstehen meist unsere Projekte.
Seit 2022 engagiert sich mog61deshalb auch im Bereich Mobilität – zunächst mit einer Fahrradaktion für ukrainische Geflüchtete, mittlerweile als regelmäßiges Nachbarschaftsprojekt im Bezirk.

Fahrradspenden und nachhaltige Reparatur als Basis des Projekts

Die Idee ist einfach: Wer ein Fahrrad nicht mehr braucht, kann es an mog61 spenden. Die Spendenangebote werden gesammelt, und sobald genügend Fahrräder zusammengekommen sind , werden sie sie an einem festgelegten Tag abgeholt. „Mindestens zehn, besser noch fünfzehn“, erzählt Marie Hoepfner.

Die Bandbreite reicht dabei von Fahrrädern, die aufwendig repariert werden müssen, bis hin zu Rädern in sehr gutem Zustand. Sobald genügend Fahrräder verfügbar sind, wird eine möglichst effiziente Route geplant, damit die ausrangierten Räder abgeholt in das Lager gebracht werden können. Ob Bremse oder Hinterreifen – alles wird dort geflickt, repariert oder als Ersatzteil weiterverwendet. Das Projekt verfolgt mehrere Ziele: Es ermöglicht Mobilität ohne zusätzliche Kosten für Geflüchtete, unterstützt Verkehrswende, wirkt geplanter Obsoleszenz entgegen und schont Ressourcen.

Jeden Mittwoch werden die Fahrräder von Ehrenamtlichen Helfer*innen aus dem Bezirk repariert

Jeden Mittwoch werden die Fahrräder von Ehrenamtlichen Helfer*innen aus dem Bezirk repariert

Digitale Organisation sorgt für gerechte Fahrradvergabe

„Es macht uns glücklich, anderen Menschen eine Freude zu bereiten“, berichtet Gründerin Marie Hoepfner. Unterstützt wird sie u. a. von Martina, die sich seit sieben Jahren im Verein engagiert. Im UkraMobil Projekt übernimmt sie mittlerweile sowohl die Planung der Abholtouren als auch die digitale Projekt-Verwaltung von Fahrrädern, Spender:innen und Empfänger:innen. Geflüchtete können sich über das digitale System vorab registrieren und jedes Fahrrad wird mit einem individuellen QR-Code versehen; bei der Ausgabe werden Fahrrad und Empfänger:in im System miteinander verknüpft und dokumentiert.

Früher standen die Menschen schon Stunden vor der Tür, teilweise kamen Familien sogar aus Bayern oder Brandenburg, um ein Fahrrad zu bekommen. Dank der Online-Anmeldung ist das Chaos vergangener Tage inzwischen gebannt. Dabei sei es eine enorme Herausforderung gewesen, auch die Menschen zu versorgen, die von weit her angereist waren, erinnert sich Marie Hoepfner. „Teilweise waren es 400 Menschen, die wegen eines Rades hier waren – wir hatten jedoch nur 150 Fahrräder“, berichtet sie.

Ehrenamtliche Reparatur und regelmäßige Fahrradausgaben

Früher standen die Menschen schon Stunden vor der Tür, teilweise kamen Familien sogar aus Bayern oder Brandenburg, um ein Fahrrad zu bekommen. Dank der Online-Anmeldung ist das Chaos vergangener Tage inzwischen gebannt. Dabei sei es eine enorme Herausforderung gewesen, auch die Menschen zu versorgen, die von weit her angereist waren, erinnert sich Marie Hoepfner. „Teilweise waren es 400 Menschen, die wegen eines Rades hier waren – wir hatten jedoch nur 150 Fahrräder“, berichtet sie.
Auch finanziell ist das Projekt herausfordernd, da insbesondere die professionelle Prüfung der Fahrräder für den Straßenverkehr kostenintensiv ist, sowie die Beschaffung von Ersatzteilen.

Die Fahrräder werden in den Räumen des Nachbarschaftshauses Urbanstraße von einem vielfältigen Team ehrenamtlich repariert: Menschen unterschiedlichster Herkunft packen dort gemeinsam an. Jeden Mittwoch wird geschraubt, geprüft und sichergestellt, dass die Fahrräder verkehrstauglich sind. Bevor sie an Geflüchtete verschenkt werden, erfolgt immer eine Überprüfung durch einen Profi.

Für die Beteiligten ist das Engagement mehr als nur Hilfeleistung: „Es ist eine Arbeit, die mir sehr am Herzen liegt. Die Freude und Dankbarkeit der Menschen, wenn sie ihr Fahrrad erhalten – das ist für mich jedes Mal unbezahlbar”,”, sagt Martina. Ein Ansatz, der den Geist von Nachbarschaft und Zusammenhalt in Friedrichshain-Kreuzberg sichtbar macht.

Weitere Informationen: mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V., Mittenwalder Straße 49, 10961 Berlin, Tel. 0176 99 743 624, E-Mail: kontakt@mog61ev.de

Im Rahmen der Förderung für Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften – FEIN, haben wir im #Bezirksticker über das Engagement des gemeinnützigen Vereins mog61 e.V. berichtet – „Wir sind mehr als dankbar für diese Förderung!“