Zum Ende des Krieges lebte Frau Krüger zeitweise bei einer Bauernfamilie in Österreich, die sie aufnahm. Nach Kriegsende kehrte sie nach Berlin zurück und kam zunächst in Tegel unter. Später fand sie durch eine Suchmeldung ihre Schwester wieder, bei der sie fortan lebte.
In Berlin begann sie eine Ausbildung zur Krankenschwester im Urbankrankenhaus in Kreuzberg. Dort betreute sie schwer kranke Tuberkulosepatient*innen. Auch in ihrer Familie kümmerte sie sich um erkrankte Angehörige.
Eine besondere Wendung nahm ihr Leben, als sie beim Tanzen ihre große Liebe kennenlernte. Sie beschreibt diese Begegnung noch heute als „Liebe auf den ersten Blick“. Nach der Hochzeit wurden ihr Sohn Detlef und später ihre Tochter Marion geboren.
Doch auch diese Jahre waren von schweren Prüfungen geprägt: Erna Krüger erkrankte selbst an Tuberkulose und musste lange Zeit im Krankenhaus Heckeshorn behandelt werden. Besonders schmerzlich war für sie, dass sie ihre neugeborene Tochter zunächst nur durch eine Glasscheibe sehen konnte. Erst nachdem ein neues Medikament aus den USA anschlug, durfte die Familie wieder vereint zusammenleben.
Viele Jahre später pflegte Frau Krüger auch ihren schwer erkrankten Ehemann mit großer Hingabe bis zu seinem Tod.
Heute lebt die Jubilarin in einem Pflegeheim. Besonders wohl fühlt sie sich in ihrem Zimmer mit Balkon, den sie gemeinsam mit ihrer Familie jedes Jahr mit Blumen bepflanzt. Ihre Kinder besuchen sie regelmäßig und stehen ihr liebevoll zur Seite. Trotz aller Herausforderungen hat sich Frau Krüger ihren Wunsch nach Selbstständigkeit und ihre Lebensfreude bewahrt.
Im Vorjahr hat die Friedrichshainerin Anneliese Böttner ihren 100. Geburtstag gefeiert.