Lene Meißner hat 2025 ihr Abitur gemacht. Die gebürtige Kreuzbergerin ist in der Anfänger- und Jugendschwimmausbildung aktiv und unterstützt außerdem die Ausbildung der Rettungsschwimmer*innen: „Ich habe eine klassische DLRG-Karriere hingelegt. Schon mit fünf Jahren konnte ich es kaum erwarten, endlich – wie mein älterer Bruder – schwimmen zu können. Zur DLRG Friedrichshain- Kreuzberg bin ich dann für mein Schwimmabzeichen in Silber gekommen.“ Die Schwimmausbildung startet mit dem Seepferdchen als eine Vorbereitung auf das eigentliche Schwimmen: Die Kinder lernen den Sprung vom Beckenrand, schwimmen anschließend 25 Meter und müssen aus schultertiefem Wasser einen Gegenstand heraufholen – „Wenn sie das können, gibt es nach einer Prüfung das begehrte Abzeichen.“
Bis es so weit ist, und Kinder an der Schwimmgewöhnung teilnehmen können, haben sie und ihre Familien oft eine lange Wartezeit hinter sich: „Hier im Bezirk fehlen Schwimmflächen – überall. Alle Vereine wollen so viel wie möglich ihre Bahnen nutzen, doch viele gehen leer aus oder müssen sich auf ein Minimum beschränken“, sagt die Jugendvorsitzende. Besonders betroffen sind die Kinder: Auf der Warteliste stehen derzeit rund 370 von ihnen. Es kann zwei bis drei Jahre dauern, bis ein Platz frei wird.
Zwei Mal in der Woche, für jeweils zwei Kleinkind-Kurse steht Lene Meißner ehrenamtlich am Beckenrand, gibt Anweisungen und unterstützt die Kinder beim Schwimmenlernen, muntert sie auf, wenn es mal nicht so gut läuft und lobt bei Erfolgen. „Jedes Kind ist anders und braucht seine individuelle Zeit, sich mit dem Wasser anzufreunden. Es gibt Blitz-Starter*innen und auch Kinder, die etwas länger brauchen. Das Wichtigste ist, dass sie dranbleiben und am Ende schwimmen können.“ Schwimmen ist so wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Wenn sie das Schwimmen bei uns in der DLRG lernen, können sie nach dem Seepferdchen ohne Wartezeit an unseren Folgekursen teilnehmen.“
Der nächste Zug für die Kinder ist dann das Bronze-Abzeichen „Eine wichtige Stufe für sicheres Schwimmen, denn hier geht es um Ausdauer und ums Tauchen bis zwei Meter Tiefe. Die Kinder müssen 200 Meter in maximal 15 Minuten schwimmen können.“ Lene Meißner blickt, während sie spricht, immer wieder über das Schwimmbecken der Schwimmhalle Kreuzberg. „Hier haben wir fünf 25 Meter- Bahnen. Das sind einfach zu wenige für all die Kinder, die schwimmen lernen müssen.“