Rede der Preisträgerin 2025 von Beatrice Wrenger

Dankesrede zur Verleihung des Berliner Frauenpreises 2025

Sehr geehrte Senatorin Kiziltepe, Liebe Jury, Liebe Gäste,
Liebe Freundinnen und Freunde – und natürlich liebe Feuerwehrkolleginnen und -kollegen,

ich stehe heute hier mit einem Gefühl der Dankbarkeit und – wenn ich ehrlich bin – auch ein bisschen Erstaunen. Ich freue mich sehr und bin berührt, dass ich heute diese wunderbare Auszeichnung entgegennehmen darf. Vielen herzlichen Dank für die Verleihung des Berliner Frauenpreises 2025!

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit einem solchen Preis auf einer Bühne stehe – aber hier bin ich, und es fühlt sich ziemlich gut an!
Zunächst möchte ich der Jury danken, die mir diesen Preis verliehen hat. Ich weiss, die Konkurrenz war groß und es bedeutet mir unglaublich viel, dass Sie sich ausgerechnet für mich entschieden haben. Es ist eine Ehre in einer Reihe von engagierten und talentierten Frauen zu stehen und ich schätze es sehr, dass Sie meine Arbeit und meinen Einsatz auf diesem Wege würdigen. Ihre Entscheidung ist für mich nicht nur eine große Anerkennung, sondern auch ein Ansporn, weiterhin mein Bestes zu geben und mich für die Themen einzusetzen, die mir am Herzen liegen. Aber es ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Verantwortung. Mit Ihrer Anerkennung meines Weges geben Sie nicht nur mir persönlich Kraft, sondern senden auch ein Signal an alle Frauen, die ähnliche Hürden überwinden. Sie sind es, die mit diesem Preis Frauen und ihre Beiträge sichtbar machen – und das ist etwas, das wir alle brauchen. Vielen Dank dafür!

Ein besonderer Dank geht an Frau Senatorin Cansel Kiziltepe, deren unermüdlicher Einsatz für Gleichstellung und Frauenförderung uns allen ein Vorbild ist. Ihr Engagement trägt dazu bei, dass sich in unserer Gesellschaft etwas bewegt, weil Sie unsere Themen unterstützen – auch wenn der Weg lang ist. Vielen Dank! Dieser Preis ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Symbol für all die Frauen, die täglich für ihre Ziele kämpfen – oft ohne die Anerkennung, die sie verdienen. Er ist für all jene, die in Bereichen tätig sind, die selten im Rampenlicht stehen, aber dennoch Großes leisten. Es ist nicht immer leicht als Frau in einem von Männern dominierten Berufsfeld zu arbeiten, und wenn ich ehrlich bin, war der Weg zur ersten Wachleiterin der Berliner Feuerwehr ein steiniger. Es gab Momente, da habe ich mich wirklich gefragt ob ich dazugehöre oder warum ich mir das überhaupt antue. Denn sich immer wieder aufs Neue behaupten zu müssen ist anstrengend und kostet Nerven. Diese Nerven wären sicherlich an anderer Stelle besser eingesetzt. Aber ich habe einfach weitergemacht, obwohl ich oft zeigen musste, dass ich genauso viel drauf habe wie meine Kollegen – und manchmal sogar mehr. Und das frisst Energie – viel mehr Energie, als es eigentlich sollte.
Doch das ist nicht nur eine persönliche Herausforderung für jede Frau – es ist auch eine gesellschaftliche.

Dieser Kraftakt hat Auswirkungen auf die Motivation. Wie stärken wir Menschen, die in einem Umfeld arbeiten, in dem sie nicht nur ihre fachliche Exzellenz unter Beweis stellen müssen, sondern auch gegen strukturelle Hürden, Vorurteile und manchmal offene Diskriminierung ankämpfen? Wenn das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten durch wiederholte Missachtung herausgefordert wird, braucht es mehr als nur gewöhnliche Entschlossenheit, um mit vollem Einsatz weiterzumachen. Die Motivation in solchen Umfeldern entsteht nicht nur durch aufmunternde Worte, sondern durch konkrete Anerkennung und echten Respekt – genau das, was in vielen männerdominierten Berufen noch immer zu selten ist. Und genau deshalb ist jede Auszeichnung wie diese nicht nur eine persönliche Ehre, sondern ein kollektives Signal:
Wir sind hier, wir leisten Außergewöhnliches, und wir verändern die Spielregeln – gemeinsam, Schritt für Schritt.

Ich habe in meiner Karriere viele inspirierende Menschen getroffen, sowohl Frauen als auch Männer, die mich motiviert haben, immer weiterzumachen. Und dann gab es auch noch die anderen, die mich weniger inspiriert, aber dafür sehr motiviert haben, es besser zu machen. Manchmal braucht man eben genau diesen Ansporn! Die Menschen, die einem vorleben, was und wie man es besser nicht tun sollte, sind genauso wertvoll wie die, die einem den richtigen Weg zeigen. Ich nehme die Herausforderungen in diesem Spannungsfeld an, um zu zeigen, dass es auch anders geht – und das treibt mich immer wieder an. Und ja, es gibt noch viele Herausforderungen, an denen wir arbeiten müssen um wahre Akzeptanz zu schaffen. Alltagssexismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft sind leider nach wie vor keine Fremdworte, auch nicht bei der Feuerwehr.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Branddirektor Thomas Kirstein bedanken – ohne dich stünde ich wahrscheinlich heute nicht hier. Du hast mir nicht nur eine Aufgabe mit einer Vision übertragen, sondern auch gezeigt, wie wichtig es ist ein Zeichen zu setzen. Vielen Dank, dass Du den Mut hattest eine Frau in dieser Position zu sehen und das auch umgesetzt hast! Nicht nur das, du hast mir Dein Vertrauen ausgesprochen und gezeigt, dass Frauen in männerdominierten Berufen nicht nur bestehen, sondern auch erfolgreich sein können. Das ist leider nicht selbstverständlich. Vielen Dank Thomas!

Ein großes Dankeschön möchte ich auch an Brandamtmann Oliver Gehrke richten. Meinem Vertreter auf der Feuerwache Charlottenburg-Nord, folgerichtig der erste Wachleiterinvertreter der Berliner Feuerwehr. Danke, dass Du mir den Rücken im Tagesgeschäft freihältst und so dafür sorgst, dass ich meine Zeit sinnvoll in weitere Projekte wie das Mentoring und die anderen angesprochenen Themen investieren kann. Ohne Deine Unterstützung wäre das in diesem Umfang so nicht möglich. Danke Dir Oli!
Ich möchte mich natürlich auch bei Branddirektor Dr. André-Michael Baumann bedanken, den ich einfach mit der Frage ob er heute Abend eine Laudatio halten würde, überrumpelt habe und er vermutlich gar keine andere Wahl gehabt hat als einfach ja zu sagen. Es gab Zeiten, in denen wir völlig unterschiedliche Ansichten hatten – da haben wir nicht wirklich viel miteinander geredet. Wir haben uns aber irgendwann zusammengerauft und am Ende hat er schließlich meine Bachelorarbeit betreut – Keine Ahnung ob er das gern gemacht hat oder nicht. Aber heute können wir uns gut in die Augen schauen. Dieser kleine Weg von Uneinigkeit hin zu echter Zusammenarbeit ist auch ein bisschen das, was die Karriere in einem so herausfordernden und dynamischen Umfeld wie dem in der Feuerwehr ausmacht. Es gibt immer wieder Höhen und Tiefen, aber gerade diese Mischung macht eine Zusammenarbeit so wertvoll. Vielen Dank, André!
Aber nun möchte ich zu der mir wichtigsten Person hier im Raum kommen, die heute nicht nur die Hauptlaudatio gehalten hat, sondern auch der wichtigste Mensch in meinem Leben ist:
Mein allergrößter Dank geht an meine Frau, Dr. Julika Wrenger.
Wir sind in vielen Bereichen ein echtes Dream-Team – sowohl beruflich als auch privat. Du hast immer wieder mit mir zusammen die richtigen Entscheidungen getroffen, mich motiviert, wenn es schwierig wurde oder der Alltag uns mit anderen Aufgaben gefordert hat. Das was wir uns zusammen aufgebaut haben hat mich reifen lassen und ich lebe dieses Leben gern mit Dir. Die Themen wofür ich heute ausgezeichnet werde, wären ohne Deine Unterstützung, Deine Expertise und Dein Engagement nicht möglich gewesen umzusetzen. Daher möchte ich Dir diesen Preis widmen, um Dir auf meine Weise ein Zeichen meiner Wertschätzung zu senden. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass Dir auch bald die Anerkennung zuteil wird, die Du Dir in all den Jahren verdient hast. Du hast bereits mehrfach bewiesen, wie hervorragend Du Deine Arbeit mit Herz und Verstand machst – und es ist an der Zeit, dass auch Du die Wertschätzung bekommst, die Dir gebührt.
Dieser Preis gehört also auch Dir, denn ohne Dich wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin und würde sicherlich auch heute nicht hier stehen.
Vielen Dank mein Schatz.

Dann möchte ich auch nicht versäumen mich bei Frau Kühl zu bedanken, die diese schöne Veranstaltung geplant und umgesetzt hat! Vielen Dank!
Und natürlich möchte ich all denjenigen danken die heute Abend hier sind! Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen wegen mir hier heute einfinden würden – ich sage zu solchen Situationen ja immer: ich bin positiv überrascht.

Ich lade nun alle herzlich ein mit mir anzustoßen, auf die gemeinsamen Erfolge, auf die Herausforderungen, die uns noch bevorstehen und auf alle Menschen die uns auf diesem Weg begleiten. Lasst uns diesen Moment genießen und zusammen feiern!
Vielen, vielen Dank!

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung

Abteilung Frauen und Gleichstellung