Auch ich freue mich besonders heute meiner ehemaligen „Wachleiterin“ auf dem B-Dienst Stützpunkt Charlottenburg-Nord gratulieren zu können. Ein besonderer Tag, eine Würdigung einer leider noch nicht alltäglichen Karriere
Und so beginnt diese Geschichte, wie alle Geschichten beginnen
Es war einmal…
eine Zeit in der es ein Überangebot an Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten gab, deren Arbeitsvertrag auslaufen würde.
Das kann man sich aktuell gar nicht mehr vorstellen.
Auf der anderen Seite benötigten wir Mitarbeitende für die Leitstelle. Also boten wir allen Interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Arbeitsstelle in der Leitstelle an. Mein Job war es diese Menschen auszubilden und in der Einarbeitungsphase zu begleiten. Ich musste nachforschen wie lange das eigentlich schon her ist und habe dabei folgende Mail vom 13.Januar 2011 gefunden:
„Liebe Kolleginnen und Kollegen,
hier vorab der Schulungsplan und die Gruppeneinteilung für die folgenden Wochen. Eine genaue Erklärung erfolgt am Montag. Ich freue mich alle am Montag an der SE AF Haus 6 Raum 210 zu sehen. (in Privat- oder Dienstkleidung, je nach Wunsch) und verbleibe…“
Damit begann eine kurze aber intensive Kennenlernphase, in der Bea und ich regelmäßig ein kleines Spiel gespielt haben.
- Sie mochte das Abfrageprotokoll nicht so sehr und wollte es gerne interpretieren
- Ich habe – manchmal auch ganz bewusst sehr genau hingesehen, um den Interpretationsspielraum zu minimieren
Das alles ist in meiner Erinnerung aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern verbunden gewesen.
Damit endet dieser Teil der Geschichte auch schon und man verlor sich -wie in einer großen Behörde nicht unüblich aus den Augen.
Einige Jahre später- ich war zu diesem Zeitpunkt der Leiter der RD-Schule- bat mich Bea, inzwischen kurz vor Abschluss Ihres Studiums 2016 ihre Bachelorarbeit zu betreuen. Eine Aufgabe, die ich gerne übernommen habe, auch wenn es hier kurz vor Schluss ein kleines Problem gab.
Ich weiß nicht, ob es die Dienstpost oder meine Schusseligkeit war, jedenfalls musste Bea mich noch mal ganz schnell erinnern, dass ich einige Unterschriften auf Anträgen und anderen Papieren leisten muss, damit die Arbeit auch zeitgerecht durchgeht.
Zum unserer beider Zufriedenheit hat das aber alles geklappt und sie konnte die Ausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst beginnen.
Aufgrund des Themas hätte ich Bea, nach Abschluss der zweijährigen Laufbahnausbildung gerne bei mir an die Schule gehabt, insbesondere auch um dort den Frauenanteil in der Lehre weiter zu erhöhen.
Aber, offen und ehrlich, wie sie ist hat sie sich für das nette Angebot bedankt und ist lieber den etwas steinigeren Weg als Wachabteilungsleiterin gewählt.
Auch dann gab es wieder eine etwas längere Pause, ausgenommen von gelegentlichen Treffen bei Einsätzen.
Der nächste Kontakt kam dann indirekt zustande. Julika kam nach ihrer Laufbahnausbildung an die Rettungsdienstschule und regelmäßige Updates über den Karriereweg folgten.
Diese Stationen waren die Dienstplangestaltung im Einsatzführungsdienst und zuletzt die Wachleitung der Feuerwache Charlottenburg-Nord auf der ich bis zu meinem Wechsel in eine andere Form des Einsatzdienstes mit ihr zu tun hatte.
Liebe Bea, ich freue mich sehr heute gemeinsam mit Julika hier stehen und Dir/Euch zu dieser Auszeichnung gratulieren zu können.
Du stehst aber nicht alleine hier. Du stehst auch für die Kolleginnen die damals mit Dir in der Leitstelle angefangen haben und noch heute Teil des Teams Feuerwehr sind.
Du stehst auch als Vorbild für all die Kolleginnen die wir in Zukunft noch für die Berliner Feuerwehr gewinnen wollen und für eine Feuerwehr in der die Kämpfe, die Du, und andere Kolleginnen haben ausfechten müssen, Vergangenheit sind.
Mir wurde in der Vorbereitung der Laudatio eine Frage gestellt: Beschreibe Bea mit einem Wort.
Ich habe geantwortet Sympathisch. Ich möchte das noch ergänzen: Offen, gradlinig, zuverlässig.
Eine Kollegin die ich fachlich und persönlich sehr schätze.
Herzlichen Glückwunsch!