Erwerbsleben

Wie viele Berlinerinnen und Berliner haben einen Job?

Erwerbsleben und Erwerbsbeteiligung in Berlin

Von 2005 bis 2021 ist nicht nur die Anzahl der arbeitsfähigen Menschen in Berlin gestiegen, sondern auch die Anzahl derer, die einen Job haben. Erst die Zeit der Pandemie hat zu einem Rückgang der Zahlen geführt. Genau andersherum war es daher bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit.

In einem abhängigen Erwerbsverhältnis sind Frauen und Männer etwa zu gleichen Teilen vertreten – es gibt jedoch etwa doppelt so viele selbstständige Männer als Frauen.

Im Jahr 2021 lag die Erwerbsquote der Männer bei etwa 81 Prozent, die der Frauen bei 74 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Männer lag bei fast 76 Prozent, die der Frauen bei knapp über 70 Prozent.
Im Jahr 2005 lagen alle Quoten darunter:
Die Erwerbsquote der Männer lag bei etwa 77 Prozent, die der Frauen bei etwa 69 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Männer lag bei 60 Prozent, die der Frauen bei 57 Prozent.
Der Anstieg der Erwerbstätigenquote ist im Vergleich zur Erwerbsquote steiler, es haben also prozentual mehr Menschen einen Job. Bis 2019 stiegen die Quoten mehr oder weniger kontinuierlich an und fielen dann ab dem Jahr 2020 leicht ab.

Im Jahr 2021 war die Erwerbsquote mit 84 Prozent bei Männern ohne Migrationshintergrund und 80,3 Prozent bei Frauen ohne Migrationshintergrund am höchsten. Es folgen Männer ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit 77,6 Prozent, sowie deutsche Männer (72,2 Prozent) und Frauen (69,2 Prozent) mit Migrationshintergrund. Am niedrigsten war die Erwerbsquote bei den Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit 61 Prozent.

Außer bei deutschen Männern mit Migrationshintergrund ist die Erwerbsquote seit 2005 in allen Gruppen gestiegen, wobei sich der stärkste Anstieg bei Männern und Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft zwischen 2015 und 2019 zeigt.
Bei Männern und Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft und Männern mit Migrationshintergrund sank die Erwerbsquote von 2019 auf 2020 deutlich um jeweils 3,5-4,8 Prozentpunkte.

Im Jahr 2021 war die Erwerbsquote mit 80,3 Prozent bei deutschen Männern ohne Migrationshintergrund und 77,4 Prozent bei deutschen Frauen ohne Migrationshintergrund am höchsten. Es folgten Männer ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit 79,3 Prozent. Männer und Frauen ohne Migrationshintergrund lagen mit knapp über 63 Prozent nahezu gleich auf. Am niedrigsten war die Erwerbstätigenquote bei den Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit 55,5 Prozent.

Tendenziell ist die Erwerbstätigenquote bei allen Gruppen seit 2005 gestiegen. Von 2019 auf 2020 blieben die Zahlen nur bei Deutschen ohne Migrationshintergrund und deutschen Frauen mit Migrationshintergrund vergleichsweise konstant. In den übrigen Gruppen sank die Quote – am deutlichsten bei den deutschen Männern mit Migrationshintergrund (2019: 65,5 Prozent, 2020: 60,6 Prozent).

2021 waren etwa 788.500 Berliner Männer und 763.800 Berlinerinnen abhängig beschäftigt. Im Jahr 2000 waren es 638.200 Männer und 601.500 Frauen. Die tiefsten Werte lagen im Jahr 2005 mit 570.500 abhängig beschäftigten Männern und 583.000 Frauen. Ab dann steigen die Werte an.
Der Höchstwert war 2019 erreicht: Hier befanden sich fast 790.000 Männer und etwa 768.800 in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis.

Im Jahr 2021 gingen etwa 139.000 Berliner Männer einer selbstständigen Beschäftigung nach. Bei den Berlinerinnen waren es mit etwa 85.000 deutlich weniger.
Die Zahl der Selbstständigen stieg von 2000 bis etwa 2019 an (Männer 2000: 122.400, Frauen 2000: 56.100). Die meisten Männer waren im Jahr 2012 selbstständig (176.400), die meisten Frauen 2018 (104.600). Seitdem gehen die Zahlen wieder leicht zurück. Auffällig ist ein deutlicher Rückgang seit 2019.

Über alle Jahre hinweg waren mehr Männer als Frauen selbstständig – aber der Abstand wurde geringer: Im Jahr 2000 waren 31,4 Prozent aller Selbstständigen Frauen, im Jahr 2020 waren es 38,2 Prozent.

In der Altersgruppe von 30-39 Jahren waren im Jahr 2021 die meisten Berliner:innen mit etwa 234.800 Männern und 220.200 Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gefolgt von der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen (168.700 Männer und 164.900 Frauen).
Bis zum Alter von 49 Jahren und ab einem Alter von 65 Jahren waren mehr Männer als Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zwischen 50 und 64 Jahren sind mehr Frauen beschäftigt.

Von 2000 bis 2021 waren in jedem Jahr mehr Männer als Frauen arbeitslos.
Während die Zahl der Arbeitslosen seit 2005 von Jahr zu Jahr geringer wurde, ist sie von 2019 auf 2020 bei Frauen und Männern deutlich um jeweils etwa 25 Prozent gestiegen. Von 2020 auf 2021 stiegen die Zahlen noch weiter, jedoch nicht mehr so stark.

Wie lang arbeiten die Berlinerinnen und Berliner?

Daten zu Arbeitszeit und Teilzeitbeschäftigung

Insgesamt gab es im Jahr 2021 mehr teilzeitbeschäftigte Frauen als Männer. Als Grund für eine Teilzeitstelle geben deutlich mehr Frauen als Männer die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen an. Den Grund „Fortbildung/Ausbildung“ geben deutlich mehr Männer als Frauen an.

Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit unter 40 Stunden sind Frauen stärker vertreten, ab 40 Stunden die Männer.

Etwa 29 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer sind aus eigenem Wunsch teilzeitbeschäftigt.

Der größte Abstand zwischen Männern und Frauen findet sich bei der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen/ behinderten Personen: während fast 22 Prozent der Frauen dies als Grund für eine Teilzeitbeschäftigung angeben, sind es bei den Männern nur knapp unter 6 Prozent.

Einen weiteren großen Abstand gibt es bei Fortbildungen und Ausbildungen als Grund für eine Teilzeitbeschäftigung. Diese Gründe geben deutlich mehr Männer (über 28 Prozent) als Frauen (etwa 16 Prozent) an.

Der überwiegende Teil der Frauen arbeitet 21 bis unter 40 Stunden die Woche, im Jahr 2021 waren es etwa 353.900. Bei den Männern gibt der größte Teil eine 40-Stunden Woche an (im Jahr 2021: 405.900).

Bei den Clustern der kürzeren Arbeitszeiten (bis unter 40 Stunden) dominieren die Frauen in allen drei Gruppen. Bei den Arbeitszeiten von 40 Stunden und darüber die Männer.

Im Jahr 2021 waren etwa 615.600 Männer und 432.600 Frauen Vollzeit beschäftigt. Bei den Teilzeitbeschäftigungen waren es mit 348.000 Frauen deutlich mehr als Männer (186.300).

Über den Zeitraum von 2000 bis 2021 ist die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen und Männer mehr oder weniger kontinuierlich angestiegen. Im Jahr 2000 waren es 154.800 Frauen und 46.800 Männer.
Bei den Vollzeitbeschäftigungen gingen die Zahlen von 2000 (Männer 513.700, Frauen 402.600) zunächst bis 2005 zurück. Ab dann stiegen auch die Zahlen der Vollzeitbeschäftigten.

Bei den Frauen in Vollzeitbeschäftigung ist der Anstieg am langsamsten.

Open Data Portal des Landes Berlin

Weiterführende Daten finden sich im Open Data Portal des Landes Berlins

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung

Abteilung Frauen und Gleichstellung

Ansprechpartnerin:

Dr. Josephine Lichteblau