Drucksache - DS/0431/V  

 
 
Betreff: Ausstellung zum Thema "Überfall der SA auf das Rathaus Kreuzberg und die Verbringung der Bezirksverordneten in die Friesenwache und anschließend in das KZ – Columbia"
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:SPDVorsteherin
Verfasser:Forck, SebastianJaath, Kristine
Drucksache-Art:AntragBeschluss
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Entscheidung
20.09.2017 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Vorberatung
24.01.2018 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg mit Abschlussbericht zur Kenntnis genommen     

Beschlussvorschlag
Anlagen:
Antrag zur DS/0431/V  
Anlage zur VzK DS/0431/V  

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, im März 2018 eine Ausstellung im Rathaus Kreuzberg durchzuführen, welche den Überfall der SA auf das Rathaus Kreuzberg und die Verbringung der Bezirksverordneten in die Friesenwache und anschließend in das KZ Columbia zum Inhalt hat.

 

Die Durchführung dieser Ausstellung soll anteilig aus dem Haushaltstitel 3630/54053 .und dem Haushaltstitel der Bezirksverordnetenversammlung 3100/52906 finanziert werden.

 

Die Ausstellung soll durch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum durchgeführt werden und anschließend in der politischen Bildung des Bezirks Verwendung finden.

 

Begründung:

 

Dr. Carl Herz wurde 1926 zum Bezirksbürgermeister von Kreuzberg gewählt.

Am 10. März 1933 wurde der Bürgermeister von der SA mit Gewalt aus seinem Amtszimmer geholt: Sie trieben ihn mit einem Schild um den Hals durch die Straßen, schleiften ihn durch die Marheineke-Markthalle und machten sich vor den zuschauenden und applaudierenden Kreuzberger Bürgern über ihn lustig. Mit dem Schild 'Ich bin eine Judensau' wurde der Bürgermeister in der Yorckstraße den Bewohnern vorgeführt. Er wurde bis zur Markthalle geprügelt und musste zweimal in der Markthalle Spießruten laufen unter dem Beifall der Markthallenarbeiter. Anschließend wurde er im SA-Lager erst in der Kirche am Platz, danach in der Hedemannstraße weiter gefoltert. 

 

Neben dem Bürgermeister wurden an diesem Tag auch Bezirksverordnete aber von der SS verhaftet. Sie wurden nicht in die Halle, sondern in die Polizeikaserne an der Friesenstraße gebracht. Dort wurden sie gefoltert. Einige wurden zu den ersten Häftlingen des KZ Columbia.

 

Über diese Verhaftungen gibt es Tondokumente- Radioreportagen. Sie sind das früheste Zeugnis des KZ Columbia, als es noch ein SS-Gefängnis war, bevor es der Gestapo unterstellt wurde und bevor es zum KZ der SS in der Reichshauptstadt wurde.

 

 

Änderung durch Antragsteller 19.09.2017

 

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, im März 2018 eine Ausstellung im Rathaus Kreuzberg durchzuführen, welche den Überfall der SA auf das Rathaus Kreuzberg und die Verbringung der Bezirksverordneten in die Friesenwache und anschließend in das KZ Columbia zum Inhalt hat.

 

Die Ausstellung soll durch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum durchgeführt werden und anschließend in der politischen Bildung des Bezirks Verwendung finden.

 

Gemeinsam durch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum und die Bezirksverordnetenversammlung soll in den Räumen des Rathauses Kreuzberg am 10. März 2018 eine Gedenkveranstaltung durchgeführt werden. 

 

 

BVV 20.09.2017

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, im März 2018 eine Ausstellung im Rathaus Kreuzberg durchzuführen, welche den Überfall der SA auf das Rathaus Kreuzberg und die Verbringung der Bezirksverordneten in die Friesenwache und anschließend in das KZ Columbia zum Inhalt hat.

 

Die Ausstellung soll durch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum durchgeführt werden und anschließend in der politischen Bildung des Bezirks Verwendung finden.

 

Gemeinsam durch das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum und die Bezirksverordnetenversammlung soll in den Räumen des Rathauses Kreuzberg am 10. März 2018 eine Gedenkveranstaltung durchgeführt werden. 

 

 

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Die Vorlage des Bezirksamtes wird zur Kenntnis genommen.

 

 

BVV 24.01.2018

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

 

Die Vorlage des Bezirksamtes wird zur Kenntnis genommen.

 

 
 

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