Klimakomfortplätze in Friedrichshain-Kreuzberg: Mobile Gärten gegen Hitze
Pressemitteilung Nr. 240 vom 31.07.2026
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erprobt im Rahmen seines Klimaanpassungskonzepts drei mobile vertikale Gärten der Firma MobiGa. Die Module werden für einen Zeitraum von drei Monaten an den Standorten Kottbusser Tor (Admiralstraße), Danneckerstraße am Rudolfplatz sowie Yorckstraße/Ecke Katzbachstraße installiert.
Bürgermeisterin Clara Herrmann: „Mit den mobilen Gärten schaffen wir für die Friedrichshain-Kreuzberger*innen schattige Plätze für heiße Sommertage. Damit zeigen wir ganz praktisch, wie lebenswerte Kieze in Zeiten der Klimakrise gestaltet werden können. Die letzten Hitzetage haben wieder einmal gezeigt: Wir brauchen flexible Lösungen, die schnell wirken. Die mobilen Gärten kühlen die Umgebung, nutzen Regenwasser und schaffen Aufenthaltsorte für alle. Sie sind einer von vielen wichtigen Bausteinen unseres Klimaanpassungskonzeptes.“
Annika Gerold, Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung und Umwelt: „Schattige und kühle Orte sind besonders in der Innenstadt Mangelware. Mit den mobilen Gärten schaffen wir eine praktikable und wirkungsvolle Lösung, um Hitzeschutz an Orten zu ermöglichen, die keine geeigneten Voraussetzungen für eine standortfeste Begrünung bieten.“
Ziel der sogenannten „Klimakomfortplätze“ ist es, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Hitzebelastung zu schaffen und gleichzeitig langfristige Lösungen für eine klimaresiliente Stadtentwicklung zu testen. Natürliche Verschattungsmaßnahmen wie Baumpflanzungen sind in dicht bebauten Quartieren mit umfangreicher unterirdischer Leitungsinfrastruktur nicht überall umsetzbar und entfalten ihre volle Wirkung erst nach vielen Jahren. Vor diesem Hintergrund sind kurzfristig umsetzbare und flexible Lösungen erforderlich, die unmittelbar zur Entlastung beitragen können. Die begrünten Strukturen bieten Verschattung, verbessern das Mikroklima und erhöhen die Aufenthaltsqualität insbesondere in stark verdichteten und versiegelten Quartieren.
Ein wesentliches Element der Module ist die integrierte Regenwassernutzung. Gesammeltes Niederschlagswasser wird direkt zur Bewässerung der Pflanzen eingesetzt und unterstützt so die Verdunstungskühlung. Dadurch werden nicht nur lokale Temperaturspitzen reduziert, sondern auch Trinkwasser gespart und der natürliche Wasserkreislauf gestärkt.
Begleitend zur Aufstellung der mobilen Gärten werden Erkenntnisse zur tatsächlichen Kühlwirkung, zur Nutzung und Akzeptanz durch die Bevölkerung sowie zur technischen Funktionalität an unterschiedlichen Standorten gewonnen.
Der Handlungsbedarf ist deutlich: Seit den 1950er Jahren hat sich die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad im Bezirk etwa verdreifacht. Besonders in dicht bebauten Kiezen führt dies zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen. Von den verbesserten Aufenthaltsbedingungen profitieren vor allem vulnerable Gruppen wie z.B. ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen. Ergänzend treibt der Bezirk auch den Ausbau öffentlicher Trinkbrunnen voran. Diese leisten insbesondere an heißen Tagen einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Vorsorge und erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
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