Gefährdung der Gesundheit durch den Eichenprozessionsspinner

Pressemitteilung Nr. 179 vom 02.06.2026

Im gesamten Stadtgebiet wird derzeit ein vermehrtes Auftreten des Eichenprozessionsspinners beobachtet. Die Raupen, die bereits ab Mitte April geschlüpft sind, entwickeln ab dem dritten Larvenstadium im Juni sogenannte Brennhaare, die gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Diese Brennhaare sind auch in alten oder verlassenen Nestern vorhanden und enthalten ein Gift, das bei Kontakt entzündliche Reaktionen an Haut und Schleimhäuten bei Menschen und Tieren auslösen kann. Dazu zählen unter anderem hautreizungsähnliche Beschwerden wie bei Insektenstichen (Raupendermatitis), Entzündungen der Augen (Binde- und Hornhaut), Reizungen der Atemwege bis hin zu Atemnot oder allergischem Schock sowie grippeähnliche Symptome.

Bei entsprechenden Beschwerden sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und auf einen möglichen Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hingewiesen werden.

Es wird dringend davon abgeraten, lebende oder tote Raupen sowie neue oder alte Nester zu berühren. Ein ausreichender Abstand sollte eingehalten werden. Nach möglichem Kontakt mit Brennhaaren ist darauf zu achten, diese nicht in Wohnräume zu übertragen; Kleidung und Schuhe sollten gewechselt und gewaschen werden.

Vorsicht vor Verwechslungsgefahr
Häufig werden die Nester des Eichenprozessionsspinner mit den Gespinsten der harmlosen Gespinstmotte verwechselt. Gespinstmotten überziehen vor allem Sträucher oder kleinere Bäume großflächig mit feinen Netzen, in denen viele hell gefärbte Raupen sitzen. Diese sind für Menschen ungefährlich und verursachen keine gesundheitlichen Beschwerden. Die Nester des Eichenprozessionsspinners dagegen finden sich nur an Eichenstämmen oder stärkeren Ästen und wirken kompakter und polsterartig. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Sichtungen von Nestern oder Raupen können an tiefgruen@ba-fk.berlin.de , unter Angabe der ungefähren Höhe des Nestes und der Baum-Nummer, sowie mit einem Foto des Befalls ergänzt, gemeldet werden. Diese werden in Abhängigkeit der Lage zeitnah von fachkundigen Personen entfernt.

Auf Grund des aktuell extrem hohen Aufkommens der Nester sowie einer Vielzahl von Meldungen bitten wir um Verständnis, dass die eingehenden Meldungen priorisiert werden und nicht alle Nester zeitnah entfernt werden können.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Pflanzenschutzamtes: Tierische Schaderreger: Eichenprozessionsspinner – Berlin.de

Medienkontakt
Mail: presse@ba-fk.berlin.de
Telefon: (030) 90298-2843