Soziale Energiewende: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg fördert mit einem Modellprojekt am Halleschen Ufer den Ausbau von Balkonkraftwerken im Mietwohnungsbestand

Pressemitteilung Nr. 174 vom 29.05.2026

Am Halleschen Ufer werden an einem Gebäudekomplex von degewo 18 Haushalte mit Balkonkraftwerken (auch Steckersolargeräte genannt) ausgestattet. Die Steckersolargeräte ermöglichen es den Mieter*innen, eigenen Solarstrom direkt vom Balkon zu nutzen und damit Energiekosten zu senken und gleichzeitig unabhängiger von extern bereitgestelltem Strom zu werden. Das Projekt wurde vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg finanziert, der Verein PlanB 2030 übernahm die Ansprache der Bewohner*innen sowie die Beschaffung der Balkonkraftwerke und unterstützt zudem bei der Installation sowie im Vorfeld bei der technischen Abstimmung mit degewo.

Das Projekt richtet sich gezielt an Haushalte mit geringeren Einkommen. Drei Viertel der Wohnungen sind gefördert und an WBS-Berechtigte vergeben. Auch bei den Bewerbungen zeigte sich die hohe Relevanz des Projekts für soziale Teilhabe: Innerhalb von nur 14 Tagen gingen 56 Bewerbungen ein, mehr als die Hälfte davon aus WBS-Haushalten.

Für die Auswahl wurde ein Modell entwickelt, das Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verbindet. Zwei Drittel der Balkonkraftwerke wurden gezielt für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein reserviert. Zusätzlich floss das Solarpotenzial der Wohnungen in die Auswahl ein, um die energetische Wirkung des Projekts zu maximieren.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Mit Balkonkraftwerken bringen wir die Energiewende direkt in die Häuser der Menschen. Gerade in einer Mieterstadt wie Berlin darf Solarenergie kein Privileg von Eigentümer*innen sein. Wir zeigen mit dem Modellprojekt, dass Klimaschutz niedrigschwellig, gemeinschaftlich und sozial gerecht funktionieren kann.“

„Uns ist es wichtig, dieses Modellprojekt zu unterstützen. Die Balkonkraftwerke schaffen einen direkten Mehrwert für unsere Mieterinnen und Mieter: Sie erhalten Zugang zu einem kostenlosen Balkonkraftwerk ohne großen Aufwand und mit direktem Nutzen im Alltag.“, so Nadine Degen, Bereichsleiterin für Bestandsmanagement bei degewo.

Das Modellprojekt knüpft an einen von Plan B 2030 e.V. initiierten Austausch zur Vereinfachung und Standardisierung der Genehmigung von Balkonkraftwerken an. „Unsere Erfahrung aus der Beratung von 1.500 Mieter*innen zeigt: Ob sich ein Balkonkraftwerk lohnt, entscheidet weniger die Technik als das Genehmigungsverfahren. Wohnungsunternehmen können mit ihren Vorgaben direkt beeinflussen, ob die Energiewende für Mietende einfach, bezahlbar und alltagstauglich wird“, erklärt Lu Yen Roloff, Geschäftsführerin von PLAN B 2030 e.V.

Gemeinsam mit degewo und weiteren landeseigenen Wohnungsunternehmen steht Plan B 2030 e.V. im Dialog, um Genehmigungsverfahren zu entwickeln, die für die Vermieter*innen und Mieter*innen gleichermaßen praktikabel sind, den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen und zugleich die notwendige Sicherheit gewährleisten.

In dem Projekt am Halleschen Ufer konnten neue Betonhalterungen erprobt werden, die eine Installation an Mauerbalkonen ohne Bohrungen ermöglichen und damit die Genehmigung durch die Vermietenden erleichtern. So zeigt das Projekt, wie Balkonkraftwerke auch in dicht bebauten Bestandsquartieren einfach und praxisnah umgesetzt werden können.

Aufgrund des großen Interesses in der Bewohnerschaft und des weiterhin bestehenden Bedarfs, Genehmigungsprozesse zu vereinfachen, prüft das Bezirksamt derzeit eine Ausweitung des Projekts – im Bezirk sowie über den Bezirk hinaus. Ziel ist es, gemeinsam mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen bürokratische Hürden weiter abzubauen und Balkonkraftwerke als niedrigschwelligen Baustein einer sozialen und demokratischen Energiewende im Berliner Mietbestand zu etablieren.

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