Aufgrund der großen Beliebtheit und der sehr hohen jährlichen Nutzung war eine Erneuerung dringend notwendig. Für die neue Technik und die umfassende Sanierung investieren die Berliner Bäderbetriebe 51 Millionen Euro in das Kreuzberger Wellenbad.
Steffen Jacobs erklärt das Prinzip der grundhaften Sanierung: „Alles – von den Dächern der einzelnen Gebäudeteile bis zur kompletten Technik – wird ausgebaut und nach aktuellen Standards erneuert.“ Die heutigen Bauvorschriften sind deutlich strenger als noch vor über 40 Jahren. In diesem Fall bedeutet das eine tiefgreifende und umfassende Sanierung mit dem Ziel, Altlasten zu beseitigen sowie die Energieeffizienz und funktionale Abläufe zu verbessern.
Für den Badbauspezialisten und alle beteiligten Gewerke ist die Sanierung eine Mammutaufgabe, die – wie viele Großbaustellen – für unerwartete Herausforderungen sorgt: „Wir hätten schon viel weiter sein können, doch leider wurden in einzelnen Baubereichen Schadstoffe entdeckt, die im sogenannten Schwarz-Weiß-Verfahren gesondert saniert werden mussten.“
Dabei handelt es sich um ein aufwendiges Sicherheitskonzept, das verhindert, dass gefährliche Stoffe wie Asbest aus kontaminierten Bereichen (Schwarzbereich) in saubere Bereiche (Weißbereich) gelangen. „Die Beschäftigten müssen beim Wechsel der Bereiche eine Personenschleuse passieren, zuvor Schutzkleidung und Masken ablegen und duschen. Auch die Luft wird ausschließlich vom Weiß- in den Schwarzbereich geleitet und anschließend gefiltert nach außen abgeführt.“ Erst nachdem die Baustelle abschließend vollständig staubfrei gemacht wurde, konnte der reguläre Baubetrieb wieder aufgenommen werden.
Nun heißt es: Start frei für 44 ausgeschriebene Gewerke. Rohbauer, Schlosser, Lüftungsspezialist, Heizungsmonteur und Elektroinstallateur arbeiten gemeinsam mit vielen weiteren Beteiligten mit Hochdruck am Projekt.