Bezirksstadtrat Max Kindler besucht die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle der Stiftung SPI

Doris Nithammer, Leitung der Beratungsstelle, Alexandra Gelbstein, Leiterin QPK, Bezirksstadtrat Max Kindler und Wiebke Them, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit, Wohnen & Beschäftigung bei Stiftung SPI (v.li.n.re)

Doris Nithammer, Leitung der Beratungsstelle, Alexandra Gelbstein, Leiterin QPK, Bezirksstadtrat Max Kindler und Wiebke Them, Geschäftsbereichsleitung Gesundheit, Wohnen & Beschäftigung bei Stiftung SPI (v.li.n.re)

Am 8. Juli besuchte der Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit Max Kindler gemeinsam mit Alexandra Gelbstein, Leiterin der bezirklichen Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit, die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle der Stiftung SPI. Gemeinsam mit der Leitung der Einrichtung, der Geschäftsführung sowie den Mitarbeiterinnen im Projekt wurden die Herausforderungen und Entwicklungen in der Suchtberatung erörtert.

Frühe Hilfe mit individueller Perspektive

Die Beratungsstelle besteht bereits seit 30 Jahren und bietet niedrigschwellige Unterstützung für Menschen mit Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten. Auch andere Abhängigkeiten, psychische oder soziale Probleme sind oft Thema in Beratungsgesprächen. Die Beratungsstelle bietet eine diagnostische Einschätzung, klärt den individuellen Unterstützungsbedarf und vermittelt bei Bedarf in weiterführende Hilfsangebote. Darüber hinaus werden ambulante Rehabilitation (Suchttherapie) und Nachsorge angeboten, die über die Deutsche Rentenversicherung oder die Krankenkasse finanziert werden. Die Beratungsstelle beherbergt außerdem fünf Selbsthilfegruppen.

Die Beratung setzt bewusst frühzeitig an und verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Ziele der Ratsuchenden, die in den Gesprächen gemeinsam herausgefunden werden können. Die meisten Menschen suchen die Beratungsstelle eigenständig auf. Häufig sind Belastungen im Berufs- oder Privatleben der Auslöser dafür, dass problematischer Konsum erkannt und Unterstützung in Anspruch genommen wird.

Steigender Bedarf und veränderte Konsummuster

Gruppenangebote stellen einen wichtigen Bestandteil der Arbeit dar. Aufgrund der personellen Situation mussten jedoch mehrere Angebote eingestellt werden. Erhalten geblieben ist der regelmäßig stattfindende angeleitete Mittagstreff, der vielen Teilnehmern als verlässlicher Anlaufpunkt dient. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die bestehenden Angebote den komplexer werdenden Bedarf nicht mehr vollständig decken können.

Die Mitarbeiterinnen berichteten zudem von veränderten Konsummustern. Mischkonsum – insbesondere von Alkohol und Kokain – nimmt ebenso zu wie der Konsum von Partydrogen. Davon sind zunehmend auch jüngere Menschen betroffen.

Zugänge zu Hilfsangeboten ausbauen und Vorurteile abbauen

Im Gespräch wurde außerdem die Bedeutung integrierter Suchtberatung hervorgehoben, wie sie im Rahmen der Berliner Landesstrategie Sucht empfohlen wird. Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass Suchterkrankungen weiterhin mit Scham und gesellschaftlicher Stigmatisierung verbunden sind, und es umso wichtiger ist es, weiter niedrigschwellige Zugänge zu Hilfsangeboten vorzuhalten, Vorurteile abzubauen, Betroffene frühzeitig zu erreichen und die Präventionsangebote zu stärken.