80 festangestellte Mitarbeiter*innen, Auszubildende, Praktikant*innen und ehrenamtlich Tätige halten das Stadtteilzentrum und den Kotti e.V. für die Anwohnenden im Kiez lebendig: „Wir betreiben drei Kitas, das Schülerhaus an der Jens-Nydahl-Grundschule und leisten dort sowie an der Nürtingen-Grundschule Schulsozialarbeit.“
Neriman Kurt: „Das ist wichtige Stadtteilarbeit, die besonders unseren Jüngsten zugutekommt, die mit uns aufwachsen.“ Oft ergebe es sich, dass junge Menschen anschließend als Praktikant*innen zum Kotti e.V. zurückkehren. „Und wenn sie selbst eine Familie gegründet haben, kommen sie mit ihren Kindern zu uns. Sie lassen sich beraten oder nutzen unser Kursangebot.“ So oder so: Hier kennt und vertraut man einander.
Das leistungsstarke Team hat stets im Blick, wer im Team welche Interessen und besonderen Fähigkeiten hat. „Das ist eine Stärke von uns, denn so bündeln wir unsere Ressourcen.“ Aus den eigenen Reihen werden so Pilates-Kurse, Ernährungsberatung, aber auch viele nachbarschaftliche Kooperationen initiiert. Neriman Kurt erklärt es so: „Wir freuen uns immer, wenn wir Anwohnende mit besonderen Talenten fördern können. So veranstalten wir für Kulturschaffende Ausstellungen, auf denen ansässige Künstler*innen ihre Werke präsentieren können.“ Gleiches gilt für musikalische Talente, für die kleinere Konzert- und Auftrittsmöglichkeiten geschaffen werden. Tanz und Comedy kommen ebenfalls nicht zu kurz. Im Laufe der Jahre haben die Mitarbeitenden ein gutes Gespür dafür entwickelt, was funktioniert und die Besucher*innen ein Stück weit glücklicher macht. „Stellen wir fest, dass etwas nicht so gut ankommt, reagieren wir sehr flexibel.“ Kurze Wege, Offenheit und gut funktionierende Netzwerke prägen das Erfolgsrezept für vier Jahrzehnte gelungener Stadtteilarbeit.
Monique Messikh-Müller: „Es ist unser Ziel, mit Hilfe unseres professionellen Teams gemeinsam mit den Anwohnenden an der Verbesserung der Lebensqualität zu arbeiten – was uns bisher sehr gut gelungen ist!“ Hierfür finden mit allen Akteur*innen aus dem Gemeinwesensbereich und dem Quartiersmanagement regelmäßige Netzwerktreffen statt. „Gemeinsam planen wir Aktionen in unseren Häusern und im öffentlichen Raum.“ Zielgruppenorientiert engagiert sich beispielsweise das Netzwerk Solidarisches Kreuzberg in der Kälte- und Obdachlosenhilfe, „Oder wir beschäftigen uns mit der Frage, wie älteren Menschen im Bezirk mehr Teilhabe ermöglicht werden kann.“
Ein besonderes Angebot ist mit KOTTImobil die mobile Stadtteilarbeit: „Drei unserer Kolleg*innen sind regelmäßig im Kiez unterwegs – das ist sehr wichtig!“ So wird gemeinsam mit den Nachbar*innen analysiert, was fehlt und was die Menschen im Umfeld benötigen. „Immer drängender ist das Thema Einsamkeit, die zunehmend auch jüngere Menschen betrifft.“ Hier bietet der Verein niedrigschwellige Unterstützung an, um Probleme wie Existenzängste oder den Dauerbrenner Wohnungssuche gemeinsam mit den Betroffenen etwas erträglicher zu machen.