Handwerk, Herz und Design in der Kreuzberger Oranienstraße - Die inklusive Manufaktur (DIM) der USE

Ulrich Schuster, stellvertretender Leiter der Manufaktur „SchachtelMacher“, begrüßte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Sozialstadträtin Regine Sommer-Wetter sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Ulrike Ehrlichmann, im DIM-Ladencafé

Ulrich Schuster, stellvertretender Leiter der Manufaktur „SchachtelMacher“, begrüßte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Sozialstadträtin Regine Sommer-Wetter sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Ulrike Ehrlichmann, im DIM-Ladencafé

Die ehemalige Berliner Blindenanstalt in der Oranienstraße 26 wird heute von den USE-Werkstätten – als beispielshafte inklusive Arbeitswelt – im Rahmen einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) genutzt.

Ulrich Schuster, stellvertretender Leiter der Manufaktur „SchachtelMacher“, begrüßte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Sozialstadträtin Regine Sommer-Wetter sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Ulrike Ehrlichmann, im DIM-Ladencafé.

In Zusammenarbeit mit dem Designbüro Vogt + Weizenegger und weiteren Designern entstand das Projekt DIM. Dabei wurden moderne Produkte entwickelt, die in den Werkstätten gefertigt werden. Seit der inklusiven Neuausrichtung im Jahr 2023 steht „DIM“ für „Die inklusive Manufaktur“. Ulrich Schuster: „Diesen paritätischen Ansatz setzen wir konsequent fort und entwickeln ihn weiter. Hier sind wir sichtbar und inklusiv.“

Ulrich Schuster: „Aktuell arbeiten hier etwa 160 Menschen in den unterschiedlichen Werkstätten. Wir produzieren Schachteln, Etuis, Schmuckschatullen, besonderes Büromaterial und vieles mehr – in bester Buchbinderqualität“.

Aus feinen italienischen und japanischen Papieren entstehen in der SchachtelMacherei in Handarbeit Maßanfertigungen

Aus feinen italienischen und japanischen Papieren entstehen in der SchachtelMacherei in Handarbeit Maßanfertigungen

Maßanfertigungen, die europaweit nachgefragt werden

In einem hellen Loft stehen große Schneide- und Arbeitstische. Die Wände zieren feine italienische und japanische Papiere, aus denen in Handarbeit individuelle Schmuckverpackungen, kleine und große Schachteln, Fotoalben und Ordnungssysteme entstehen – Maßanfertigungen, die europaweit in der SchachtelMacherei nachgefragt werden.

Herr Kadir lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Er arbeitet seit 13 Jahren in den Werkstätten, war zwischenzeitlich im Café tätig und ist wieder in die Schachtelproduktion zurückgekehrt, weil ihm die Arbeit dort besonders gefällt. Etwa 20 Papierspezialisten setzen hier nach entsprechender Anleitung die Produktion um.

Besonderes Geschick, Konzentration und viel Geduld erfordert die Arbeit in der FlechtManufaktur. „Die Flechterei ist das älteste Gewerbe an diesem Standort. Es dauert einige Zeit, bis die Mitarbeitenden die unterschiedlichen Muster sicher beherrschen. Wir flechten und restaurieren hier vor Ort.“

An Aufträgen mangelt es nicht: In den Regalen warten in die Jahre gekommene Rattan- und Rohrmöbel, Liegen sowie Gründerzeitstühle auf ein neues Geflecht. „Wir haben auch eine kleine Tischlerei, die die Möbel aufarbeitet – die Sitzflächen werden hier erneuert.“

Die Rahmen der Sitzflächen werden in spezielle Gestelle eingespannt

Die Rahmen der Sitzflächen werden in spezielle Gestelle eingespannt

Diese Technik beherrschen nur wenige Handwerker*innen

Dafür werden die Rahmen der Sitzflächen in spezielle Gestelle eingespannt, sodass die beschädigten Flächen mit der Präzision traditioneller Handwerkskunst ein zweites Leben erhalten.

Doch bevor es soweit ist müssen die fleißigen Stuhlflechter*innen vor allen Dingen eins: „Viel Üben!“

Unter der Anleitung einer Stuhlpflechtmeisterin, erlernen sie den Einsatz der unterschiedlichen Materialien wie Weidenruten, Binsen und Rattan für die Stuhlbespannung in ihren Eigenarten.

In einem großen Wasserbecken wird das Flechtmaterial zunächst – bis zu 14 Tage lang – eingeweicht damit es sich einfacher verarbeiten lässt und nicht bricht.

Große Auswahl an Design-Bürsten und -Besen für nahezu jede Anwendung das passende Produkt

Große Auswahl an Design-Bürsten und -Besen für nahezu jede Anwendung das passende Produkt

Design-Bürsten und -Besen

Ein weiteres traditionelles Handwerk, das hier mit viel Geschick am Leben erhalten wird, ist die Kunst des Bürsteneinziehens: „Heute beherrschen nur noch sehr wenige Handwerker*innen diese Technik. Mit unseren Design-Bürsten und -Besen bieten wir für nahezu jede Anwendung das passende Produkt.“ Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die Vielfalt der Materialien: Naturfasern, Tierhaare, Kunstfasern und gewellte Drähte kommen je nach Einsatzbereich zum Einsatz. „Bei der Wahl des richtigen Besatzes beraten wir gern.“

Der Besuch endet dort, wo er begonnen hat – im gemütlichen Café. Herzstück des Cafés ist die unter Denkmalschutz stehende 100jährige Regalwand. In ihr werden die handwerklichen Produkte der verschiedenen Werkstätten präsentiert. Mit geschärftem Blick wird deutlich, wie viel Handarbeit und Können in diesem Altberliner Backsteinhaus täglich gelebt wird.

Ebenfalls am Standort angesiedelt sind eine Textilwerkstatt, eine Schneiderei, eine Töpferei sowie eine Floristik-Werkstatt. Ulrich Schuster sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir hier – mitten in der Stadt – Handwerkskunst lebendig halten.“

Weitere Informationen:
DIM 26
Oranienstr. 26
10999 Berlin
Web-Shop: https://dim-berlin.de/
Kontakt: bbfm@u-s-e.org