Engagement für Senior*innen – Joachim Konieczny: „Ich helfe gern!“

Joachim Konieczny hilft und unterstützt gerne Menschen im Bezirk

Joachim Konieczny hilft und unterstützt gerne Menschen im Bezirk

Vom Betroffenen zum Beteiligten in Friedrichshain-Kreuzberg

Alles begann mit einer Mieterhöhung. Joachim Konieczny, 1954 in Prenzlau geboren und seit 2008 Wahl-Friedrichshainer, ging 2009 in den Vorruhestand. Eigentlich hätte er sich zurücklehnen können, doch eine Mieterhöhung rüttelte die Hausgemeinschaft auf. Joachim organisierte den Widerstand mit, suchte den Kontakt zum Bezirksamt und zur Volkssolidarität – und hatte Erfolg. „Das Bezirksamt hat uns damals wirklich unterstützt“, erinnert sich der gelernte Bäcker. Auch wenn die Miete am Ende etwas stieg, war der Erfolg der Gemeinschaft für ihn ein entscheidend.

Ehrenamtliche Aktivität für den Bezirk

Aus dem Austausch mit den Akteuren im Bezirk entstand eine neue Aufgabe: die Seniorenvertretung. Von 2017 bis 2022 war Joachim gewähltes Mitglied dieser Interessengemeinschaft. Sein wichtigstes Werkzeug war der Ausschuss für Arbeit und Soziales der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Dort vertrat er die Interessen der Generation 60+ bei Themen wie Gesundheit und Pflege.

Besonders stolz ist er auf sein „liebstes Kind“, wie er selbst sagt: die Begegnungsstätte der Volksolidarität Berlin in der Friedensstraße. Als Vermittler zwischen dem Bezirksamt, den Ausschüssen und Organisationen wie der Volkssolidarität trieb er das Projekt voran – mit Erfolg: Im September feiert die Stätte die Eröffnung des neuen Stadtteilzentrums auf dem ehemaligen Gelände der Polizei in der Friedenstraße 32.

Ein offenes Ohr für alle Lebenslagen

Joachim Konieczny war nicht nur in den Gremien aktiv. In seiner wöchentlichen Sprechstunde wurde er zur Anlaufstelle für die Menschen im Kiez. Die Anliegen waren so vielfältig wie das Leben selbst: Hilfe bei Pflegegrad-Anträgen oder Behördenformularen, Beratung bei Problemen mit der Pflegestation oder dem Vermieter. Ganz praktisch waren auch Kiez-Fragen wie: „Wo pflanze ich am besten meine Pfefferminze an?“ Für Joachim gab es keine zu kleinen Probleme. „Ich bin so erzogen worden, zu helfen“, sagt er schlicht.

Engagement kennt keinen Ruhestand

Auch nachdem er sein offizielles Amt 2022 aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat, steht sein Telefon selten still. Während unseres Gesprächs klingelt es: Eine Nachbarin braucht Rat wegen einer Reparatur in ihrer Wohnung. Joachim hilft, wo er kann, bringt seine jahrzehntelange Erfahrung ein und besucht die Seniorenvertretung weiterhin als Gast.

Ein Wunsch für die Zukunft

Wenn man ihn nach seinen Wünschen für Friedrichshain-Kreuzberg fragt, wird er deutlich: Mehr Orte der Begegnung – vor allem im Freien. „Sitzinseln oder Sportangebote, an denen sich Senior*innen gemeinsam ertüchtigen können“, das fehle aus seiner Sicht noch. Joachim Konieczny zeigt, wie aus einem persönlichen Ärgernis über eine Mieterhöhung wertvolles Engagement für den ganzen Bezirk wachsen kann.