Ein DenkMal für den Graefe-Kiez: Jugendliche entwickeln gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt

Nach einem Staffelstabprinzip bearbeiteten die Klassen das Projekt in verschiedenen Phasen

Nach einem Staffelstabprinzip bearbeiteten die Klassen das Projekt in verschiedenen Phasen

Ein Denkmal muss nicht aus Stein sein. Es kann auch aus Ideen, Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen entstehen. Genau das zeigt das Projekt „DenkMal“, bei dem rund 90 bis 100 Schüler*innen aus vier Schulen im Bezirk über zwei Jahre hinweg ein gemeinsames Zeichen für Vielfalt und ein gutes Miteinander entwickelt haben.

Begleitet wurde das Projekt von LOA (Sozial- und Kulturförderung). Der junge gemeinnützige Verein entwickelt Projekte und Angebote für Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren und verfolgt dabei eine eigene sozialpädagogische Methode: Im Mittelpunkt steht die innere Orientierung, die durch die Stärken- und Rollenfindung entsteht und die Verbindung zwischen gesellschaftlichen und persönlichen Herausforderungen herstellt.

Mit Workshops, Projekten und kreativen Formaten schafft LOA Räume, in denen Jugendliche eigene Ideen entwickeln und umsetzen können.

Gemeinsam Ideen für den Kiez entwickeln

„DenkMal“ entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsnetzwerk Graefekiez. Den Auftakt bildete ein Bildungstag, den LOA regelmäßig veranstaltet. Dabei setzen sich die Jugendlichen bedürfnisorientiert und kreativ damit auseinander, was ihnen in ihrem Kiez wichtig ist, welche Themen sie bewegen und welche Wünsche sie für ihr Zusammenleben haben. Aus diesem gemeinsamen Prozess entstand die Idee für ein Denkmal – ein sichtbares Zeichen, das die Vorstellungen der Jugendlichen aufgreift.

Für Katharina Kießling, Geschäftsführerin des LOA e.V. war dabei besonders wichtig, den Jugendlichen möglichst viel Freiraum zu geben: „Uns geht es darum, die Kinder und Jugendlichen in der Ideenfindung zu begleiten, ohne ihnen die Richtung vorzugeben.“ Die jungen Teilnehmenden sollten selbst herausfinden, welche Themen und Botschaften ihnen wichtig sind.

Mit möglichst viel Freiraum für eigene Ideen und Ansätze sollten die Jugendlichen zusammen vorgehen

Mit möglichst viel Freiraum für eigene Ideen und Ansätze sollten die Jugendlichen zusammen vorgehen

Gemeinsam Schritt für Schritt zum DenkMal

Auf die Ideenfindung folgte die Umsetzungsphase. Das Projekt war in fünf Phasen – von Phase 0 bis Phase 4 – aufgebaut. Dabei entwickelten die Schulen die Ergebnisse Schritt für Schritt weiter. Nach dem Prinzip eines Staffelstabs wurden die Ideen von einer Schule zur nächsten weitergegeben: Die Lemgo-Grundschule entwickelte zunächst erste künstlerische Prototypen, die anschließend das Robert-Koch-Gymnasium aufgriff und weiterentwickelte. In einem gemeinsamen, co-kreativen Workshop entschieden die beteiligten Schulen schließlich, welche Konzepte weitergeführt werden sollten.

In der letzten Phase wurden die Ideen greifbar: Die Albrecht-von-Graefe-Schule und das Hermann-Hesse-Gymnasium entwickelten daraus konkrete Produkte – eine Sticker-Reihe zum Thema „Vielfalt“ und ein T-Shirt-Design mit der Aufschrift „Fun belongs to life“ – eine Botschaft für mehr Freude, Begegnung und Leichtigkeit, gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten. Die Endprodukte wurden in einem gemeinsamen Online-Abstimmungsprozess von den vier beteiligten Schulen ausgewählt. Präsentiert wurden die Ergebnisse anschließend auf den Schulfesten der beteiligten Schulen und in Form einer digitalen Ausstellung mit dem Titel „DenkMal anders!“.

Ein DenkMal mit bleibender Wirkung

Das entstandene DenkMal besteht damit nicht aus Stein, sondern aus den Gedanken, Erinnerungen und Ideen vieler junger Menschen aus dem Kiez. Die Botschaft dahinter ist klar: Vielfalt verbindet, Gemeinschaft entsteht durch Mitmachen und ein gutes Zusammenleben beginnt mit Begegnung.

Für Katharina Kießling ist das Projekt ein voller Erfolg. Besonders beeindruckend sei, wie deutlich die Jugendlichen während der gesamten Projektlaufzeit zum Ausdruck gebracht hätten, dass ihnen ein harmonisches und respektvolles Miteinander im Kiez wichtig ist. Gleichzeitig hätten sie klargemacht, dass bei allen Herausforderungen der Spaß am Leben nicht fehlen dürfe. Nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit zeigt „DenkMal“, was entstehen kann, wenn junge Menschen die Möglichkeit bekommen, ihren Bezirk aktiv mitzugestalten.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter dem folgenden Link.