Demokratie erleben: Schüler*innenhaushalt an der Margarethe-von-Witzleben-Schule gestartet

Die Erzieher*innen begleiten das Projekt und sind im engen Austausch mit den Planungsteams

Die Erzieher*innen begleiten das Projekt und sind im engen Austausch mit den Planungsteams

An der Margarethe-von-Witzleben-Schule in Friedrichshain wird Demokratie für die Schüler*innen ganz praktisch erlebbar: Die Schule nimmt in diesem Schuljahr erstmals am Projekt „Schüler*innenhaushalt“ der Servicestelle Jugendbeteiligung teil. Ziel des Projektes ist es, Schüler*innen frühzeitig an demokratische Entscheidungsprozesse heranzuführen und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst über ein Budget für ihre Schule zu entscheiden.

Die Margarethe-von-Witzleben-Schule ist ein Förderzentrum für hörbeeinträchtigte Kinder mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation. Im Grundschulbereich lernen die Schüler*innen in kleinen Klassen mit maximal 10 Kindern und werden dabei eng von Lehrkräften und Erzieher*innen begleitet.

Von der Idee zur demokratischen Entscheidung

Begleitet wird das Projekt unter anderem von der Erzieherin Frau Matzekat, die seit 2023 an der Schule arbeitet und dort bereits ihre Ausbildung abgeschlossen hat. Die Idee zur Teilnahme am Schüler*innenhaushalt entstand durch den neuen koordinierenden Erzieher, der bereits Erfahrungen mit dem Projekt an einer anderen Schule gesammelt hat. Nachdem die Idee im Kollegium vorgestellt wurde, war die Zustimmung schnell groß.
Beim Schüler*innenhaushalt entwickeln die Schüler*innen in mehreren

Phasen eigene Vorschläge für Anschaffungen an der Schule. Anschließend stimmen alle Schüler*innen demokratisch über die eingereichten Ideen ab. Für die Umsetzung steht ein Budget von 1.600 Euro zur Verfügung. Dabei gelten bestimmte Vorgaben: Die Anschaffungen dürfen keine baulichen Maßnahmen erfordern und keine Folgekosten verursachen.

Die Schüler*innen dürfen auf den Zetteln jeweils drei Wünsche eintragen die anschließend von den Planungsteams ausgewertet werden

Die Schüler*innen dürfen auf den Zetteln jeweils drei Wünsche eintragen die anschließend von den Planungsteams ausgewertet werden

In fünf Schritten zur demokratischen Entscheidung

Der Schüler*innenhaushalt gliedert sich in insgesamt fünf Phasen – von der Bekanntmachung des Projekts und der Bildung von Planungsteams über die Ideensammlung und Prüfung der Vorschläge bis hin zur schulweiten Abstimmung und späteren Umsetzung des Gewinnerprojekts.

Aktuell befindet sich die Margarethe-von-Witzleben-Schule in der Phase der Ideensammlung. Die gebildeten Planungsteams besuchen derzeit die Klassen, stellen das Projekt vor und sammeln Wünsche und Ideen der Schüler*innen. Besonders wichtig ist Frau Matzekat dabei, dass auch eher zurückhaltende Kinder Verantwortung übernehmen und aktiv eingebunden werden.

Zur Vorbereitung nahmen die Planungsteams gemeinsam mit den Erzieher*innen an einem Workshop teil, in dem sie den Ablauf des Projekts kennenlernten. „Anfangs war das für einige Kinder noch herausfordernd“, erzählt Frau Matzekat. „Aber inzwischen sind sie richtig in ihre Rollen hineingewachsen.“ Bei ersten Vorstellungsrunden in den Klassen hätten die Schüler*innen das Projekt bereits sicher präsentiert und Fragen ihrer Mitschüler*innen eigenständig beantwortet.

Freude an Beteiligung und Verantwortung

Für Frau Matzekat liegt die besondere Stärke des Projekts vor allem in der gelebten Demokratieerfahrung: „Es ist ein super Einstieg, um Demokratieerfahrung zu machen“, sagt sie. Viele Kinder würden Wahlen zwar aus dem familiären Umfeld kennen, könnten durch den Schüler*innenhaushalt aber erstmals selbst erleben, wie demokratische Entscheidungen getroffen werden.

Für die kommenden Monate wünscht sie sich vor allem, dass die Kinder Freude an dem Projekt haben und motiviert sind, gemeinsam etwas für ihre Mitschüler*innen zu ermöglichen, dass ihnen am Nachmittag oder in den Pausen Freude bereitet“. Langfristig hofft sie außerdem, dass die beteiligten Schüler*innen das Projekt künftig auch in die Oberstufe tragen und dort weiter etablieren.