Clubkultur im Wandel - Rettet der Tag die Nacht? Neues Nutzungsformat im Cassiopeia

Im Rahmen einer Paneldiskussion diskutierten die Akteur*innen kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Clubs für Berlin

Im Rahmen einer Paneldiskussion diskutierten die Akteur*innen kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Clubs für Berlin

Berlin und insbesondere Friedrichshain-Kreuzberg ist international bekannt für seine lebendige, einzigartige und vielfältige Clubkultur. Seit mehreren Jahren erhöhen jedoch steigende Kosten, schwindende Räume, Nutzungskonflikte und ein verändertes Ausgehverhalten den wirtschaftlichen Druck auf die Clubbetreiber*innen und stellen die Szene vor existenzielle Herausforderungen. Neue Nutzungsformate werden erprobt, um die Räume auch tagsüber begehbar zu machen und für eine neue, kulturinteressierte Zielgruppe zu öffnen.

Rising Spaces im Cassiopeia Club

Mit »Rising Spaces« unterstützt das Bezirksamt /Wirtschaftsförderung die Erprobung eines temporären Nutzungsformates an der Schnittstelle von Kunst, Rauminstallation und Clubkultur im Cassiopeia Club auf dem RAW-Gelände. Das als Wanderausstellung konzipierte Projekt soll künftig weitere Clubs und urbane Räume in Berlin einbeziehen und erfahrbar machen.

Die Idee zum Projekt entstand aus der Clubszene heraus: »Rising Spaces zeigt, dass Clubräume weit mehr sein können als Orte der Nacht. Mit der Eröffnung im Cassiopeia machen wir sichtbar, wie bestehende kulturelle Infrastruktur tagsüber neu aktiviert werden kann und durch audiovisuelle Kunst neue Zielgruppen sowie eine nachhaltigere Zukunft für die Berliner Clubkultur ermöglicht«, so Florian Falkenhagen, Initiator des Projektes.

Das Künstler*innenkollektiv AUSGANG Studio verbindet Rave und Techno mit der undurchdringlichen Welt digitaler Datenströme

Das Künstler*innenkollektiv AUSGANG Studio verbindet Rave und Techno mit der undurchdringlichen Welt digitaler Datenströme

Paneldiskussion und Ausstellungseröffnung

Im Rahmen einer Paneldiskussion zur Eröffnungsveranstaltung am 30. Juni diskutierten auch Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann, Emiko Gejic vom Verein Urbane Praxis, Sven Liebert, Generalsekretär Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft und Marcel Weber, Vorstandsmitglied der Clubcommission zum Thema »Rettet der Tag die Nacht?«. Sie sprachen über die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Clubs für Berlin, über veränderte Bedürfnisse und Herausforderungen sowie über neue Ansätze und Kooperationen, um bestehende Clubräume auch außerhalb des Nachtbetriebs zu nutzen.

Der anschließende Rundgang durch die Ausstellung zeigt immersive Räume aus Licht, Bewegung und Sound. Das, was man sieht, lässt sich schwer in Worte fassen. Der Installationskünstler Robin Baumgarten macht Quantenphysik mit tausenden Metallfedern und LEDs spielerisch sichtbar. Simon Woywod schafft kinetische Skulpturen und ein lebendes Lichterspiel mit 3D-Modellierung, 3D-Druck und Laser-Fertigung. Das Künstler*innenkollektiv AUSGANG Studio verbindet Rave und Techno mit der undurchdringlichen Welt digitaler Datenströme.

Ein Virtual Reality Projekt des Studiengangs Kommunikationsdesign an der HTW ergänzt die immersive Kunstausstellung. Mit 3D-Scanning-App und 360 Grad Panoramafotografie wurde das RAW-Gelände vor Ort erfasst und in einer hyperrealen Raum-Klang-Installationen begehbar gemacht.

Vom 1. bis 31. Juli ist die Ausstellung immer Sonntag bis Donnerstag von 12 bis 22 Uhr und Freitag von 12 bis 19 Uhr geöffnet.

Das Projekt wird durch die Wirtschaftsförderung des Bezirkes begleitet und aus den Mitteln für besondere touristische Projekte der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe finanziert.