Beteiligungsworkshop zum Entwicklungsprojekt „Gut vertreten. Durch Repräsentanz und Neugründung zu mehr betrieblicher Mitbestimmung“
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Am 1. Juli 2026 fanden sich im BVV-Saal des Rathaus Kreuzberg knapp 20 Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Betriebsräten, Verbänden und Verwaltung zu einem Beteiligungsworkshop im Rahmen des LSI-Entwicklungsprojekts „Gut vertreten. Durch Repräsentanz und Neugründung zu mehr betrieblicher Mitbestimmung” zusammen.
Der Workshop bildet den vorläufigen Höhepunkt des Projekts, in dem die ArbeitGestalten Beratungsgesellschaft mbH gemeinsam mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem DGB Berlin-Brandenburg die Bedingungen und Hürden betrieblicher Mitbestimmung untersucht und einen innovativen Lösungsansatz entwickelt hat.
Zur Eröffnung begrüßte die Stadträtin für Arbeit, Bürgerdienste und Soziales Regine Sommer-Wetter die Teilnehmenden und wies in ihrem Grußwort auf die Wichtigkeit von Mitbestimmung für Beschäftigte und Unternehmen hin. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat es sich per Beschluss ausdrücklich zum Ziel gesetzt, Betriebsräte zu unterstützen und die Zahl der Betriebsratsgremien im Bezirk zu erhöhen. Jedoch: die Anzahl und Reichweite von Betriebsräten lassen seit Jahren nach, das Entwicklungsprojekt soll für dieses Problem einen Beitrag leisten.
Für den DGB Berlin-Brandenburg stellte Regionsgeschäftsführer Daniel Wucherpfennig die Wichtigkeit betrieblicher Mitbestimmung für die Arbeitsbedingungen heraus. Betriebsräte kontrollieren die Einhaltung von Arbeitsrechten und führen nachweislich zu einer höheren Arbeitszufriedenheit.
Den Hauptteil bildete die Präsentation der bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse durch Viveka Ansorge von ArbeitGestalten. Immer weniger Betriebe haben einen Betriebsrat und in prekären Dienstleistungsbranchen bilden Minijobs, Befristungen oder die Vereinzelung in digital organisierten Jobs besondere Hürden für die Initiatoren*innen von Betriebsratswahlen. Bis zum Zeitpunkt der Wahlversammlung für einen Betriebsrat gibt es bis dato keine niedrigschwelligen und öffentlich zugänglichen Unterstützungsangebote. Diese Unterstützungslücke und die Entwicklung von Angeboten bilden den innovativen Kern des entwickelten Interventionsansatzes.
Im Anschluss wurden in drei Kleingruppen zu den Themenfeldern Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit sowie Beratung und Coaching weiter diskutiert und gearbeitet. Auf großformatigen Plakaten sammelten die Teilnehmenden Ideen entlang der zentralen Leitfragen: Wer ist die Zielgruppe und wie kann sie angesprochen werden? Welche Inhalte werden thematisiert? Welche Angebote, Formate und Wege sind dabei sinnvoll und wirksam?
Die im Workshop gesammelten Ideen fließen in die Konzeption eines zweijährigen LSI-Modellprojekts ein. Darin sollen die entwickelten Unterstützungsangebote für Betriebsratsgründungen praktisch erprobt werden.
Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) über das Förderinstrument Lokal-Sozial-Innovativ (LSI) im Rahmen des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) Friedrichshain-Kreuzberg.