Sandra Bauer ist gelernte Hotelfachfrau, hat lange in der Gastronomie und im Hotelbetrieb gearbeitet und ist mittlerweile als Praxismanagerin einer Orthopädischen Praxis tätig. Zum Sonnenhof-Hospiz fand sie über eine Ehrenamtsvermittlung. „Ich wusste, dass ich mich engagieren will, aber nicht unbedingt, wie oder wo.“ In der Freiwilligenagentur füllte sie einen Fragebogen aus, dann wurden ihr einige Träger vorgeschlagen, bei denen sie Termine zum Kennenlernen und Probearbeiten ausmachen konnte. Beim Sonnenhof-Hospiz der Björn Schulz Stiftung passte es direkt. „Eine solche Vermittlung kann ich wirklich nur allen empfehlen. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich in Berlin zu engagieren, da ist es manchmal sehr schwer, etwas Geeignetes zu finden. Durch den Fragebogen und die persönliche Beratung habe ich etwas gefunden, das perfekt zu mir und meinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen passt.“
Bevor sie ihre Tätigkeit aufnahm, absolvierte sie einige Schulungen, die sie auf ihre Arbeit im Hospiz vorbereiteten. „Sterben und Tod gehören für mich zum Leben dazu. Ich kann damit umgehen, sonst könnte ich die Arbeit hier nicht machen. Für viele ist der Tod nach wie vor ein Tabuthema, aber ich glaube, alle würden davon profitieren, wenn sie sich mehr damit auseinandersetzen würden.“ Teilweise wirkt sich Sandra Bauers Ehrenamt auch auf ihr Leben außerhalb des Hospizes aus: Manche Bekannte würden das Thema vermeiden und nicht weiter nachfragen, wenn sie von ihrem Wochenende erzählt. Andere hingegen suchen aktiv ihren Rat, wenn sie sich plötzlich selbst mit Tod und Sterben im Umfeld konfrontiert sehen. Auch bei Todesfällen in der eigenen Familie habe ihr ihr Wissen bereits weitergeholfen. „Ich konnte einordnen, wie Trauer funktioniert und wusste, dass Menschen sehr unterschiedlich damit umgehen und es manchmal keinen Sinn hat, Menschen dazu zu zwingen, über bestimmte Dinge zu sprechen.“