An- und Übergriffe ziehen sich durch alle Bevölkerungsgruppen. „So gibt es momentan wieder mehr Antisemitismus, antizigantische, antimuslimische, LGBTIQ-feindliche, behindertenfeindliche oder auch gegen Wohnungslose gerichtete Vorfälle.“
Es käme auch immer wieder vor, dass zum Beispiel Eltern in Schulen, Kitas oder beim Jobcenter in der Form benachteiligt werden, dass sie viel mehr Unterlagen als nötig einreichen müssten. „Damit zieht sich ein Antragsverfahren in die Länge. Denn solange nicht alle geforderten Unterlagen da sind, gibt es auch kein Geld. Das ist eine grobe Benachteiligung, die betroffene Familie kann dadurch in eine problematische finanzielle Situation geraten.“
Rechte Strukturen in den Bezirken und die steigende Anzahl der Vorfälle passieren immer dort, wo viele Menschen auf engstem Raum leben. Es habe Jahre gegeben, in denen Friedrichshain-Kreuzberg hier weit vorn lag, inzwischen steige die Anzahl der Übergriffe jedoch eher in anderen Stadtteilen.
Für Gigi ist das kein Grund zum Durchatmen: „Ich denke auch an das israelische Restaurant, das im vergangenen Jahr in der Kopernikusstraße geschlossen hat, weil es immer wieder antisemitisch angefeindet wurde. Wir dürfen einfach nicht aufhören, diese Entwicklungen im Auge zu behalten. Auch direkt vor unseren Haustüren wird weiterhin rechtsradikale Propaganda geklebt. Und dort, wo sie auftaucht, finden auch Vorfälle statt.“ Auffällig sei hier im Bezirk der Bereich südlich der Frankfurter Allee und die Tempelhofer Vorstadt.
In die Dokumentation des Registers Friedrichshain-Kreuzberg fließen Vorfälle ein, die Bürger*innen im Alltag beobachten oder selbst erleben. Gemeldet und veröffentlicht werden Gewalttaten, Beleidigungen und Bedrohungen, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen, Veranstaltungen, Aufkleber, Sprühereien oder diskriminierende Sprüche.
Bei Entdeckung von Schmierereien oder geklebter Propaganda solle vor der Entfernung ein Foto gemacht werden, und dann – wenn möglich – alles entfernt werden. „Das Foto und der genaue Standort und Datum kann dann an das Register übersendet werden. Das hilft bei der Identifikation des Urhebers. Verbotene Symbole können angezeigt werden, die Polizei muss sie dann entfernen.“