„2019 baute ein Vater gemeinsam mit Pädagog*innen und Schüler*innen direkt am Schulgarten ein offenes grünes Klassenzimmer, das in den Sommermonaten sehr gern von unseren Klassen genutzt wird“, erzählt die Schulleiterin. „Wir haben viele Gründe zum Feiern, denn alles, was wir tun, jährte sich in den vergangenen Monaten immer zum 15. Mal. Das nahmen wir zum Anlass für viele kleinere Events.“ So blickte die Schule nicht nur auf ihren 15. Gründungstag zurück, sondern auch auf zahlreiche Traditionen – von den Tagen der kleinen Forscher*innen bis hin zu jährlich wiederkehrenden Einschulungsfeiern, die in besonderer Atmosphäre begangen werden.
15 Jahre Jane-Goodall-Schule – Wir bleiben neugierig!
Bild: Sabine Böhnig
Verantwortungsbewusst handeln, achtsam bleiben und erdverbunden leben – unter diesem Leitgedanken steht das pädagogische Konzept der Friedrichshainer Jane-Goodall-Schule. Die naturwissenschaftlich und mathematisch ausgerichtete Grundschule feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen und blickt auf eine bewegte Entwicklung zurück. Schulleiterin Kathrin Rohwäder, seit der Gründung 2010 dabei, erinnert sich: „Die Schule startete damals noch als 34. Schule – sieben Jahre später erhielt sie den Namen der britischen Verhaltensforscherin Jane Goodall, die im Oktober 2025 verstarb. Rund 370 Schüler*innen profitieren heute von diesem inspirierenden Erbe, das sich in zahlreichen Forschungsprojekten und liebevollen Details wie den nach Tieren benannten Klassenräumen widerspiegelt.
2009 begann die umfassende Sanierung des Gebäudes, um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen im wachsenden Ortsteil Friedrichshain gerecht zu werden. Mit zwei Klassen und 38 Schüler*innen startete der Unterricht im August 2010, während rundherum noch gebaut wurde. Heute erstrahlt die Schule in modernem Glanz, mit einer sanierten Turnhalle und einem idyllischen Schulgarten, der von den älteren Klassen gepflegt und im Profilkurs Schulgarten aktiv genutzt wird.
Der Schulgarten ist längst mehr als nur ein Lernort – er ist ein lebendiges Klassenzimmer, in dem Nachhaltigkeit und Verantwortung greifbar werden. Hier erfahren die Kinder, wie wichtig sorgsamer Umgang mit der Natur ist und wie eng Kreisläufe in der Umwelt miteinander verbunden sind. Besonders stolz sind die Schüler*innen auf „ihre“ Hochbeete, in denen je nach Jahreszeit Gemüse, Kräuter und Blumen wachsen – alles liebevoll gepflegt und dokumentiert in den eigenen Gartenheften. Seit Sommer stehen dort für die Bewässerung auch Regentonnen, um das Regenwasser vom Dach der Schule zu nutzen.
Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich in der Begeisterung und der wachsenden Eigeninitiative der Kinder. Viele übernehmen kleine Patenschaften für Beete oder Pflanzen und entwickeln eigene Ideen, wie der Garten noch artenreicher oder nachhaltiger gestaltet werden kann. Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräften, Eltern und ehrenamtlichen Helfer*innen des Fördervereins, die gemeinsam mit den Schüler*innen regelmäßig Pflanz- und Aktionstage organisieren.
Ein besonderes Highlight im Jahreslauf ist der Schulhonig: Die auf dem Gelände beheimateten Bienenvölker liefern nicht nur süßen Ertrag, sondern auch einen unmittelbaren Einblick in die faszinierende Welt der Insekten. Jedes Jahr im Mai erfahren die Erstklässler in einem Workshop des Schulimkers, wie ein Bienenvolk funktioniert, welche Aufgaben eine Königin hat und warum Bienen für das ökologische Gleichgewicht so entscheidend sind. Der Verkauf des selbstgeernteten Honigs während der Hofpausen und auf Schulfesten wird jedes Jahr zu einem beliebten Ereignis der Schulgemeinschaft.