Als Hausmeister im Einsatz für Kieze und Parks

Kiezhausmeister Dimitrios Christovasilis mit seinem Fahrrad und Lastenanhänger

Die Kiezhausmeisterei wurde im Jahr 2021 als Pilotprojekt vom Straßen- und Grünflächenamt gemeinsam mit der Stiftung SPI gestartet. Mittlerweile sind insgesamt zehn Kiezhausmeister in verschiedenen Kiezen im Bezirk im Einsatz, allein fünf im und um den Görlitzer Park. Einer von ihnen ist Dimitrios Christovasilis der gerade sein Fahrrad aus einem Abstellraum in einem der Häuser im Görlitzer Park geholt hat.

„Der Görli ist sauberer geworden“, sagt Christovasilis, während er den großen Lastenanhänger an das Fahrrad hängt. „Wenn der Anhänger voll beladen ist, könnte das E-Bike etwas mehr Power haben“, sagt er lächelnd.

Dimitrios Christovasilis ist in der griechischen Hauptstadt Athen geboren und 57 Jahre alt. Als er zwei Jahre alt war, kam seine Familie nach Deutschland. Anfang der 70er Jahre zog er nach Berlin. Seit dem Start des Projekts im Sommer 2021 ist er als Kiezhausmeister in Friedrichshain-Kreuzberg im Einsatz. Vorher hat er als Industriemechaniker, Schlüsseldienstmeister und Zahntechniker gearbeitet. Seine Kollegen haben berufliche Hintergründe als Dachdecker, Bauarbeiter, Maurer und Landschaftsgärtner. Zuletzt, bevor Christovasilis den Job als Kiezhausmeister antrat, war er viel in der Gastronomie tätig. Seine Erfahrungen im Handwerk sind ihm heute sehr nützlich, wenn er als Kiezhausmeister kleine Reparaturen in Parks oder Grünflächen durchführt. „Wir reparieren, was wir sehen. Was sich nicht direkt lösen lässt, das melden wir an das Parkmanagement“, erklärt Christovasilis.

Weitere Einsatzgebiete sind der Viktoriapark, der Volkspark Friedrichshain und die Grünflächen am Urbanhafen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Spielplätzen, die die Kiezhausmeister morgens regelmäßig saubermachen und auf Schäden an den Spielgeräten überprüfen. Im Auftrag des Grünflächenamtes kümmern sie sich auch gelegentlich um das Montieren und Aufstellen von neuen Parkbänken. Neben kleinen Instandsetzungs- und Reinigungsarbeiten im öffentlichen Raum kümmern sich die Kiezhausmeister auch um die Beräumung von Sperrmüllablagerungen. Hierfür nutzen sie aber nicht ihre Lastenräder, sondern einen Pritschenwagen. In ihren Lastenanhängern haben die Kiezhausmeister alles dabei, was für kleinere Reparaturen gebraucht wird, vom Schraubenschlüsselsatz bis hin zu akkubetriebenen Elektrowerkzeugen. „Gelegentlich wurde der Anhänger schon einmal mit einer Gulasch-Kanone verwechselt“, berichtet Christovasilis scherzend. Auf den beiden Werkhöfen im Viktoriapark und im Volkspark Friedrichshain lagern die Kiezhausmeister auch größere Werkzeuge.

Im Sommer sind die Kiezhausmeister im Zwei-Schichtsystem von 9 bis 21.30 Uhr im Einsatz. Im Winter von 9 bis 17:30 Uhr. Dabei werden sie auch schon mal von Bürger*innen angesprochen, denen Schäden in den Grünanlagen aufgefallen sind. „Die meisten freuen sich über unsere Arbeit und wir erhalten nur positive Rückmeldungen“ bilanziert Christovasilis. „Wenn die Leute aber fragen, ob ich ihnen zu Hause den Wasserhahn reparieren kann, muss ich das ablehnen“.

Zusammen mit dem Ordnungsamt begleiten die Kiezhausmeister die Sperrmüll-Aktionstage, die das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit der BSR veranstaltet. Auch mit dem Gesundheitsamt gibt es gelegentlich eine Zusammenarbeit, wenn es beispielsweise um das Aufstellen von Rattenzäunen geht.

Seit einiger Zeit ist Christovasilis Leiter des Kiezhausmeisterprojektes und koordiniert die Einsätze seiner Kollegen. „Trotzdem bin ich auch immer gerne an der frischen Luft und im Bezirk unterwegs. Ein reiner Schreibtischjob wäre nichts für mich.“

Mit 250.000 Euro Sondermitteln aus dem Lenkungsgremium für mehr Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum und zur Verhinderung von Sucht und Obdachlosigkeit des Senats konnte die Kiezhausmeisterei in diesem Jahr ausgeweitet werden. Durch die Verkleinerung der jeweiligen Reviere lassen sich Missstände im öffentlichen Raum früher erkennen und beheben. Neben der besonderen Betreuung des Görlitzer Parks und des ihn umgebenden Straßenraums, werden auch Gebiete mit besonderem Handlungsbedarf engmaschiger betreut und Spielplätze regelmäßiger kontrolliert. Im kommenden Jahr wird das Projekt fortgeführt.

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Beiträge zu den anderen Projekten, die mit Mitteln aus dem Sicherheitsgipfel finanziert werden