Myriam Brigmann

Rhythmus: Beine tanzender Personen in der Bewegung fotografiert
Kursleiterin Myriam Brigmann singt
  • Myriam Brigmann hat Rhythmik an der Universität der Künste in Berlin studiert. Seit 2019 arbeitet sie freischaffend als Lehrerin für Klavier und Gesang und unterrichtet Rhythmik/Musik und Bewegung in sozialen und künstlerisch-pädagogischen Einrichtungen in Berlin, u. a. an der Deutschen Oper, beim Berliner Chorverband und bei Seneca Intensiv. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Website www.myriam-brigmann.de.

Rhythmik – im Takt mit Myriam Brigmann

Kursleiterin Myriam Brigmann schreitet auf der Bühne

Was interessiert Sie an Rhythmus und worum geht es Ihnen bei der Vermittlung von „Rhythmus in Bewegung“?
‘‘Wenn wir Musik hören, wird unser Bewegungsdrang durch perkussive Klänge und Rhythmen auf einer ganz intuitiven Ebene angeregt. Oft reagieren wir körperlich schneller, als unser Kopf folgen kann. Dabei können Rhythmen sehr komplex sein und wenn wir sie selbst erzeugen möchten, brauchen wir einen hohen Fokus, ein ausgeprägtes Gefühl für Präzision und Timing und eine gute Koordination. Rhythmus bringt uns in den Körper, in den Moment und in Verbindung. In einer Welt, in der wir alle zunehmend hinter technischen Geräten verschwinden, emfinde ich die Arbeit mit Rhythmus in Bewegung als sehr wertvoll und bereichernd.

Gibt es Rhythmen, die wir intuitiv verstehen – oder sind sie kulturell geprägt?
Jede Kultur bringt ihre eigenen Rhythmen mit sich, die sich nicht nur in der Musik, sondern auch im alltäglichen Leben und in der Kommunikation widerspiegeln. Rhythmen, die wir schon viele Male wahrgenommen haben, sind uns leichter zugänglich und wir können uns gedankenlos damit verbinden. Es kann sein, dass uns für Musik und Rhythmen aus uns unbekannten Kulturen der Zugang fehlt, wenn wir uns nie bewusst damit befasst haben. Auch das schätze ich so sehr an der Arbeit mit Rhythmus. Sie öffnet Türen zu anderen Kulturen und lässt uns auf eine neue Weise in Kontakt mit der Welt treten.

Für wen ist der Kurs „Rhythmus in Bewegung“ besonders geeignet?
Der Kurs ist für alle geeignet, die Musik lieben und sich gerne in Bewegung herausfordern möchten. Wer Freude daran hat, Koordination und Körperbewusstsein zu trainieren, wird es etwas leichter haben. Vorkenntnisse in Musik sind nicht erforderlich – alle, die sich neugierig und offen auf Rhythmus und Bewegung einlassen möchten, sind herzlich willkommen.

Welches Ziel könnte ich als Teilnehmer:in verfolgen, wenn ich zu Ihnen in den Kurs komme?
In diesem Kurs geht es darum, die eigene Musikalität zu entdecken und durch Bewegung ein tieferes Verständnis für Rhythmus zu entwickeln. Ich biete verschiedene Herangehensweisen an, um Rhythmen zu erkennen, zu verstehen und über Bewegung zu erlernen. Auch Menschen, die sich einfach tanzend zu rhythmischer Musik bewegen und sich körperlich und geistig etwas herausfordern möchten, sind in dem Kurs bestens aufgehoben.

Kursleiterin Myriam Brigmann tanzt

Was unterscheidet Ihren Kurs von einem klassischen Tanz- oder Musikunterricht?
Grundsätzlich geht es in meinem Kurs darum, Musik und Bewegung miteinander zu verknüpfen und sie nicht als voneinander getrennt zu betrachten. Mal kann der Fokus dabei mehr auf dem Hören liegen, mal mehr auf der (musikalischen) Bewegung. Dabei spielt der künstlerische Ausdruck eine untergeordnete Rolle, es geht vielmehr darum, die Körperwahrnehmung zu steigern und über die Bewegung eine Verbindung zu schaffen, zur Musik, zu sich selbst und zu den anderen Teilnehmenden – und das ganz ohne den Leistungsdruck eines klassischen Musik- oder Tanzunterrichts.

Gibt es ein Erlebnis aus dem Kurs, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Etwas, das zeigt, was „Rhythmus in Bewegung“ bei Menschen bewirken kann?
Es gab einmal eine Teilnehmerin, die sich mit dem Kurs bewusst herausfordern wollte. Sie war sehr frustriert davon, beim Musizieren den Rhythmus nicht halten zu können und koordinativ nicht fit genug zu sein. Sie besuchte den Kurs zweimal hintereinander und mit jedem Termin konnte ich sehen, wie sie an Selbstvertrauen gewann. Nach einer Weile konnte sie entspannter und wohlwollender mit Momenten des Noch-nicht-Könnens umgehen, ihr individuelles Lerntempo finden und annehmen. Später begegnete sie neuen Aufgaben nicht mehr mit Angst, sondern mit Neugier und strahlenden Augen. Solche Momente, in denen die Augen der Kursteilnehmenden vor Begeisterung und Spielfreude strahlen, finde ich wunderschön.

Welches Herz schlägt höher: das der Musikerin oder das der Tänzerin?
Mein Herz schlägt für Tanz und Musik gleichermaßen. Wenn ich tanze, verbinde ich mich anders mit Musik, als wenn ich sie selbst spiele. Für mich steht der Körper im Mittelpunkt. Der Körper, der hören, spüren und sich bewegen kann. Mal nimmt die tänzerische Bewegung mehr Raum ein, mal habe ich Phasen, in denen ich intensiv an Musikstücken übe und weniger zum Tanzen komme. Beides nutze ich als Kommunikationsmittel, als Ventil, um Emotionen zu verarbeiten und mich auszudrücken, um kreativ zu sein und zu forschen. Ich bin froh, dass ich mich nicht entscheiden muss.

In Ihrer Abschlussarbeit haben Sie untersucht, inwiefern die praktische Auseinandersetzung mit Komik im und am Körper im Rhythmikunterricht dazu beitragen kann, Offenheit für Andersartigkeit und Fremdheit in der Gesellschaft zu fördern. Was war bisher die zentrale Erkenntnis?
Die Arbeit mit Komik im künstlerischen Kontext verlangt viel Feingefühl und bringt eine große Verantwortung mit sich. Es braucht einen gut vorbereiteten Spiel- und Lernraum, um zu ermöglichen, dass sich die im Rhythmik-Unterricht angeregten inneren Prozesse und Erkenntnisse auch auf das soziale Miteinander außerhalb des Unterrichts übertragen lassen. Definitiv ist es die Mühe wert. Meine Erkenntnis ist, dass wir die positive Auswirkung von Lachen und Spielen oft unterschätzen. Es lohnt sich, dafür reale, physische Räume zu schaffen und dazu anzuregen, manchmal einen Schritt zurückzutreten und sich selbst, andere Menschen und Situationen mit wohlwollender, heiterer Distanz zu betrachten.

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Volkshochschule Pankow im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

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10.00 – 12.00, 14.00 – 17.00 Uhr
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Volkshochschule Pankow im Bildungszentrum am Antonplatz

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Dienstag, 12.30 – 16.00 Uhr
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