Lissete Martinez Vazquez

Kursleiterin Lissete Martinez erklärt die Zubereitung der mexikanischen Speise

“Mexikanische Küche = Tradition, Leidenschaft und Gemeinschaft.”

Lissete Martinez Vazquez

Von Maistortillas und Lebensfreude – Interview mit Lissete Martinez Vazquez

Frau Martinez, was hat Sie als Kursleiterin geprägt?
Ich bin in einem mexikanischen Haushalt aufgewachsen, in dem die Küche das Zentrum des Hauses war: Dort traf sich die Familie, es wurden Geschichten geteilt und Traditionen weitergegeben. Schon früh habe ich gelernt, dass Kochen nicht nur die Zubereitung von Lebensmitteln bedeutet, sondern auch Wärme, Freude und Gemeinschaft zu schaffen.
Nach Deutschland kam ich, um für mich und meine Familie ein besseres Leben aufzubauen. Doch in der Ferne habe ich die Wärme meiner Heimat sehr vermisst, die in Mexiko oft durch das gemeinsame Essen vermittelt wird. In der Küche habe ich einen Weg gefunden, meine Wurzeln zu bewahren, und den Wunsch entwickelt, die Wärme meiner Heimat hier weiterzugeben.

Was begeistert Sie besonders an der mexikanischen Küche?
Durch die Aromen und die Zubereitungen Wärme und Lebensfreude vermitteln – das begeistert mich. Jedes Gericht erzählt eine Geschichte: Manche haben ihre Wurzeln in der vorspanischen Zeit, andere wurden für Könige kreiert oder sind durch Zufall entstanden. Die mexikanische Küche ist ein lebendiges Mosaik aus Geschichte, Kreativität und Tradition.

Geschmorte grrüne Paprika im Vordergrund. Im Hintergrunf schneidet ein Mann Kräuter mit einem Messer.

Welche Überraschungen erleben Teilnehmende, wenn sie die echte mexikanische Küche kennenlernen?
Viele kommen mit der Vorstellung von „Tex-Mex“ und entdecken dann eine viel größere Vielfalt. Sie staunen über Zutaten wie verschiedene Maissorten, Chilis, Epazote* oder Achiote*. Ebenso sind sie von den Geschichten hinter den Gerichten überrascht und von den traditionellen Techniken, wie das Zubereiten von Salsas im Molcajete* oder das Nixtamalisieren* von Mais.

Sie führen Ihre Kurse zweisprachig durch …
Ja, mir gefällt es, auf Deutsch und Spanisch zu unterrichten, weil so die Aromen, die Worte und die Kultur ohne Grenzen reisen. Ich wünsche mir, dass die Teilnehmenden mehr als nur Rezepte mitnehmen: Dass sie die Erfahrung teilen, gemeinsam gekocht zu haben. Sie sollen ein Stück Mexiko kennenlernen – dazu gehört auch die Sprache.

Gibt es eine Anekdote, die zeigt, wie gemeinsames Kochen verbindet?
Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin, die noch nie zuvor Maistortillas von Hand gemacht hatte – und gleich beim ersten Mal perfekte Tortillas zubereitete. Ich fragte sie, wie sie das geschafft hat, und sie sagte: „Ich backe schon immer Brot.“ Darauf antwortete ich: „Für uns Mexikaner ist die Tortilla wie das deutsche Brot.“ Sie lachte und sagte: „Dann kann ich ja jetzt Mexikanerin sein.“ Es hat mich sehr berührt, wie sie sich durch das Kochen mit unserer Kultur identifizieren konnte und wie viel Freude sie dabei hatte.

Teilnehmer und Kursleiterin umringen den Herd und lachen sich zu

Sie betreiben einen Catering-Service. Wie schaffen Sie es, die kreative Arbeit in der Küche mit den unternehmerischen Herausforderungen zu verbinden?
Es ist nicht immer einfach, denn die Küche verlangt Kreativität, Geduld und Detailarbeit, während das Geschäft Planung und Organisation erfordert. Aber ich finde ein gutes Gleichgewicht darin, dass jede Veranstaltung eine Gelegenheit ist, ein Stück Mexiko mit anderen Menschen zu teilen. Das gibt mir die Energie, Leidenschaft und Unternehmergeist miteinander zu verbinden.

Wenn Sie Ihre „Küche“ in drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?
Tradition, Leidenschaft und Gemeinschaft.

Welches Gericht würden Sie jemandem, der zum ersten Mal mexikanisches Essen probiert, unbedingt empfehlen?
Ich würde Pozole empfehlen – unsere traditionelle mexikanische „Suppe“. Ich sage „Suppe“ in Anführungszeichen, weil sie viel mehr ist: Ein Gericht mit vorspanischen Wurzeln, voller Geschmack und Festlichkeit. Es ist köstlich und repräsentiert die Essenz unserer mexikanischen Kultur.

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Stilleben mit Granatäfpeln. Im Hintergrund Teilnehmer:innen, die um die Kochinsel stehen.

* Erklärungen

Epazote eine Pflanzenart aus der Gattung der Drüsengänsefüße (Dysphania). Diese intensiv riechende Pflanze dient als Heilpflanze und Gewürz. Es schmeckt herb, leicht minz- bis anisartig und macht Speisen bekömmlicher.

Achiote, auch bekannt als Annatto, sind die roten Samen des tropischen Annatto-Strauchs (Bixa orellana) und werden als natürlicher roter Farbstoff und Würzmittel verwendet. Die Samen haben einen leicht pfeffrigen und erdigen Geschmack und werden als ganze Samen, gemahlenes Pulver oder als Paste zur Zubereitung von Gerichten wie Reis und Fleisch genutzt.

Molcajete: Ist die mexikanische Variante eines Mörsers und ein grundlegendes Utensil der mexikanischen Küche, das aus Vulkangestein hergestellt wird und schon in vorspanischer Zeit verwendet wurde.

Nixtalmisieren: Ein traditionelles mesoamerikanisches Verfahren, bei dem die Maiskörner in einer alkalischen Lösung aus Wasser und Kalk (oder Asche) gekocht und eingeweicht werden. Dieser Prozess erweicht den Mais, löst die Schale (Perikarp) ab, macht Nährstoffe wie Niacin (Vitamin B3), Eisen und Proteine besser verfügbar und vereinfacht die Weiterverarbeitung.

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