Katja Tränkner

Werke von Katja Tränkner - Kalligrafie und Aquarelle
Katja Tränkner im Porträt, darunter Buchstaben in verschiedenen Techniken gezeichnet
  • Grafikdesignerin

Seit mittlerweile fünf Jahren unterrichten Sie Kalligrafie bei uns in verschiedenen Kursen. Wie sind Sie selbst zu dieser Kunstform gekommen und was motiviert Sie?
Eigentlich ist die Kalligrafie zu mir gekommen. Während meines Grafikdesign-Studiums an der damaligen FH Hildesheim hatte ich das Glück, mit Gottfried Pott einen Meister der Kalligrafie kennenzulernen. Sein motivierender Unterricht prägt mich bis heute. Aber natürlich habe ich auch andere Impulse aufgenommen und mehr und mehr meinen eigenen Stil gefunden.
Manchmal inspirieren mich Texte, die danach rufen, kalligrafisch umgesetzt zu werden. Gute schriftkünstlerische Arbeiten wecken Neugier durch ihre bildhafte Wirkung und müssen nicht sofort lesbar sein. Buchstaben sind grafische Formen, mit denen ich spielen kann – sie können fragmentiert, verschlungen, hingehaucht oder hingekrakelt sein. Für mich geht es darum, meine innere Gefühlswelt auszudrücken, nicht nur um den schön geschriebenen Text. Natürlich muss mir der Inhalt des Textes dann auch etwas bedeuten. Wozu sonst die ganze Mühe?

Wodurch zeichnen sich die beiden Techniken Kalligrafie und Handlettering aus?
Kalligrafie ist das Schreiben verschiedener Schriften mit der Hand und nicht zu verwechseln mit der persönlichen Schreibschrift, wobei beides sich oft beeinflussen kann. Dazu benutze ich verschiedene Werkzeuge. Am liebsten sind mir die Breitwerkzeuge. Durch die breite Kante kann ich dem Strich verschiedene Stärken geben. Schreibe ich hingegen mit einem Spitzpinsel oder einer Spitzfeder, entsteht die Strichstärke durch unterschiedlichen Druck. Das Prinzip des Spitzwerkzeuges wird auch bei den derzeit so angesagten Brushpens angewandt. Diese Stifte werden für das sogenannte Brushlettering verwendet. Handlettering wiederum bedeutet indessen, die Buchstaben zu zeichnen. Will ich beispielsweise ein dickes „H“ haben, zeichne ich die Außenkontur und male die Form dann aus.

Wie gehen Sie in Ihrem Kurs vor, was ist Ihnen wichtig?
Ich versuche, Kalligrafie spielerisch zu vermitteln. Das stupide Üben immer nur einer Form ist nicht meine Art zu unterrichten. Es gibt eine Handvoll Schriften, die ich sehr gut beherrsche. Die Schriftgeschichte hat uns eine große „Spielwiese“ hinterlassen. Ich versuche daher, immer wieder neue Themen anzubieten. Meine derzeitige Lieblingsschrift ist zum Beispiel die Römische Kursive. Sie lässt sich viel dynamischer schreiben als die klassische Antiqua. Beide wurden schon parallel in der römischen Antike verwendet.

Kalligrafie "Friede" von Katja Tränkner

In den letzten Jahren haben sich Kalligrafie und Handlettering zu einem beliebten Trend entwickelt. Diese kreativen Formen des Schreibens verbinden Tradition mit Modernität und sprechen eine breite Zielgruppe an. Wie erklären Sie sich den derzeitigen Boom?
Zunächst ist da wohl die Sehnsucht nach Individualität in einer digitalisierten Welt. Während digitale Kommunikation dominiert, bietet diese Kunstform eine persönliche Note, die mit Computerfonts nicht zu erreichen ist. Die Möglichkeit, eigene Stile zu entwickeln und individuelle Designs zu kreieren, regt zum kreativen Spielen an. Außerdem fördert diese Tätigkeit Achtsamkeit und Entspannung. Das langsame, meditative Schreiben kann als eine Form der Stressbewältigung wirken. Immer mehr Menschen nutzen diese Technik als Ausgleich zum hektischen Alltag.

Was gefällt Ihnen am meisten an der Arbeit in der VHS?
Es macht Spaß, mit motivierten Menschen zu arbeiten, die offen und neugierig auf die Kalligrafie sind. Mittlerweile habe ich schon einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mehrmals zu meinen Kursen kommen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie vielfältig die Ergebnisse am Ende eines Kurses sind.

Prinzipdarstellung des Wechselstrichs mit Breitwerkzeug

Das Geheimnis des Wechselstrichs mit Breitwerkzeug

Um das Prinzip des Breitwerkzeugs einmal auszuprobieren, kann man zwei Bleistifte mit Klebeband zusammenkleben. Setzt man sie nun in einem Winkel von ca. 30° auf das Papier, ohne den Winkel zu verändern, und macht eine leichte S-Kurve, so verlaufen die beiden Linien zunächst schmal, werden dann breiter und verjüngen sich nach unten wieder. Das ist das Geheimnis des Wechselstrichs mit Breitwerkzeug.

Kontakt zur VHS Pankow

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10.00 – 12.00, 15.00 – 18.00 Uhr
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(leider nicht rollstuhlgerecht, kein Fahrstuhl)

Volkshochschule Pankow im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Persönliche Anmeldung: Mittwoch,
10.00 – 12.00, 14.00 – 17.00 Uhr
Bezahlung: Kreditkarte / Girocard / SEPA-Lastschrift
(Haupthaus mit Fahrstuhl, Vorderhaus/ServicePoint ohne Fahrstuhl)

Volkshochschule Pankow im Bildungszentrum am Antonplatz

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Dienstag, 12.30 – 16.00 Uhr
Bezahlung: Kreditkarte / Girocard / SEPA-Lastschrift
(Fahrstuhl vorhanden)

Anmeldung

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