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Projekt RESET: Building Resilience in Basic Education

Bunten Luftballons steigen in den Himmel auf
Bild: andrekaphoto/depositphotos.com

In Grundbildungskursen nicht nur Lesen, Schreiben und andere Grundkompetenzen vermitteln, sondern auch zum Aufbau von Selbstbewusstsein und zur Reduktion von Stress beitragen – das ist das Ziel des Projekts RESET: Building Resilience in Basic Education.
Die Volkshochschule Pankow beteiligt sich aktiv daran.

Im November 2019 startete das durch die EU geförderte Projekt. Bis Ende 2021 erarbeiten Anbieter von Grund- und Basisbildung aus den vier europäischen Ländern Österreich, Griechenland, Italien und Deutschland, Instrumente und Methoden, mit denen die Resilienz der TeilnehmerInnen und deren Lehrkräfte gestärkt werden sollen.

Hintergrund

Menschen in Grundbildungskursen haben mitunter vielfältige Formen von gesellschaftlicher Benachteiligung und Diskriminierung erlebt. Sie blicken nicht selten auf Gewalterfahrungen und Traumatisierung zurück. Gleichzeitig bieten Grundbildungskurse keine therapeutischen Maßnahmen. Dennoch ist es wünschenswert und sinnvoll, möglichst gut auf die Voraussetzungen und Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen zu können.

Ziele

RESET will Instrumente und Methoden erarbeiten, deren Anwendung die Resilienz der KursteilnehmerInnen fördern kann. Ausgangspunkt sind die fundierten Erfahrungen der in der Weiterbildung tätigen Personen und Organisationen, verschränkt mit einer soliden wissenschaftlichen Grundlage.

Auf dieser Basis entwickeln die Projektpartner*innen Strategien, die Kursleitende einsetzen können: als Beitrag zur Stressreduktion, zum Aufbau von Selbstachtung und Selbstbewusstsein sowie zur Stärkung der Selbstfürsorge. Eine besondere Herausforderung dabei ist es, Methoden zu entwickeln, die für Menschen mit sehr wenig Lernerfahrung und geringen Schrift- und/oder Sprachkenntnissen zugänglich und nutzbar sind. Häufig geht mit diesen Bedingungen auch eine eher schwach ausgeprägte verbale Reflexionsfähigkeit einher. Das bedeutet, dass die resilienzfördernden Maßnahmen andere, direktere Ebenen der Wahrnehmung ansprechen sollten.
Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Resilienz der Grundbildner*innen. Sie sollen durch Strategien der Selbstsorge dabei unterstützt werden, qualifiziert und einfühlsam mit den TeilnehmerInnen zu arbeiten.

RESET unterscheidet zwischen pädagogischen Ansätzen, die die Resilienz fördern, und psychotherapeutischen Interventionen, die in einem Grundbildungskurs weder möglich noch erstrebenswert wären. Bei der Anwendung von ressourcenorientierten Übungen in der Grundbildung geht es nicht um Traumakonfrontation, sondern um die Stärkung individueller und kollektiver Handlungsspielräume, der Selbstwirksamkeit und der Selbsteinschätzung.

Aktivitäten und geplante Ergebnisse

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und umfasst mehrere Phasen.

  • 1. Phase: Auf Grundlage von Literaturrecherche und Umfragen wird eine Publikation erstellt – RESET: Methodology. Sie informiert über die Bedeutung von Resilienz im Kontext der Grundbildung. Sie gibt Denkanstöße für einen produktiven Umgang mit den Herausforderungen der Zielgruppe, wie Diskriminierung, Gewalt und Trauma.
    Die Publikation wird in den drei Sprachen der Partnerländer (deutsch, italienisch, griechisch) als Online- und Printausgabe zur Verfügung gestellt.
    Die Erkenntnisse aus der Publikation sowie erste Übungen zur Förderung der Selbstfürsorge für GrundbildnerInnen und Vorschläge zur Gestaltung von Lerneinheiten werden in einem ersten „Piloting“ mit 15-20 Teilnehmerinnen je Projektpartner im Herbst 2020 durchgeführt.
  • 2. Phase: Die RESET-Toolbox und das RESET-Curriculum werden entwickelt. Das Curriculum wird aus 20 Lerneinheiten bestehen, die modular in den eigenen Unterricht integriert werden können. Leitender methodischer Ansatz wird dabei das Storytelling sein. Die Toolbox ist eine Sammlung von 80 Übungen, die einzelne Facetten von Resilienz fördern.
    In einem Training, das für Anfang 2021 in Österreich geplant ist, kommen 2-3 Trainer und GrundbildnerInnen jeder der beteiligten Organisation zusammen, um die Ergebnisse aus der ersten und zweiten Entwicklungsphase in handfesten und anwendungsorientierten Formaten kennen zu lernen. Im Anschluss sollen über den Frühsommer verteilt die Module und Inhalte der Toolbox zusammen mit TeilnehmerInnen erprobt werden.
  • 3. Phase: Parallel dazu wird eine RESET-E-Learning-Plattform entwickelt, welche die didaktischen und methodischen Ergebnisse bündelt, und um weiterführende Tutorials und Webinare ergänzt. Die E-Learning-Plattform wird für alle Interessierten frei zugänglich sind.

Vor Abschluss des Projekts finden Multiplikatoren-Veranstaltungen statt, auf welchem die Ergebnisse und Erfahrungen präsentiert und in die Breite getragen werden. Trainer*innen, Bildungsmanager*innen und relevante Interessenvertreter*innen erfahren so, wie sie durch Bildungsarbeit zur Stressreduktion und Resilienz beitragen können. Diese Veranstaltungen werden auch in Berlin stattfinden.

RESET Methodology - Leitfaden, Anleitungen und Ideen

RESET Methodology Broschüre

PDF-Dokument (2.2 MB)

Projektlaufzeit

November 2019 bis November 2021

Ansprechpartnerinnen

  • Anke Reule, Projektleiterin
  • Diana Stuckatz, Programmbereichsleiterin für Grundbildung
  • E-Mail: reset@vhspankow.de
  • Telefon: 030 90295 1703
  • Internet: www.reset-eu.net

Förderung

Logo EU
Finanzierung
Bild: Finanzierung RESET, VHS Pankow