Portrait der Kursleiterin Mara Klein: „Sich immer überraschen lassen“

Mein Unterricht

Portraitfoto der vhs-Kursleiterin Mara Klein

Dein Leben als vhs-Kurs hieße: „Im Fluss““

Meine Themen:
Deutsche Grammatik und Sprache, eingebettet in die Berliner Kunst- und
Kulturszene. Jede Woche besuchen wir Ausstellungen, Performances oder Workshops und diskutieren dann darüber.

Das bringe ich anderen bei:
sich immer wieder überraschen zu lassen – von Kursthemen, von der Gruppe, von sich selbst, denn jede Gruppe entfaltet ihre eigene Dynamik, und in ihr entdecken wir uns immer wieder neu. Durch mein Filmstudium und meine Arbeit als Fotografin bringe ich eine große Liebe für die Kunst mit, die für mich eine Sprache jenseits der Wörter ist.

Mein Stil:
bewegend! Wir lachen viel, unterhalten uns über tiefe Themen, hinterfragen die eigenen Perspektiven und die der anderen. Und wenn der Dativ richtig nervt, gibt es eine Yoga-Übung zum Ausatmen.

Persönlich geht es mir darum, dass
die Teilnehmenden sich wohl fühlen, und es genießen, in einem Raum zusammenzukommen, wo unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen aufeinander treffen. Die Verwurzelung an einem neuen Ort ist herausfordernd – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Mir ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, wo wir einander mit echtem Interesse und offenem Herzen begegnen.

Ein prägendes Erlebnis im Unterricht:

In einem Integrationskurs war eine Frau aus Italien, deren Mann fürs Militär nach Berlin versetzt wurde – nennen wir sie Sandra. Sie lebten zusammen mit zwei Töchtern in einer riesigen Wohnung mit zwei Balkons. Sie liebte es, große Kuchen für ihre Töchter zu backen, Kinderpartys zu organisieren und zu reisen. Scheinbar ein friedliches Leben.
In einem Partnerinterview mit einer jungen Afghanin – nennen wir sie Zainab – sprachen sie über die längste Reise Ihres Lebens. Sandra erzählte von ihrem Urlaub in Bali. Zainab verfiel kurz in Schweigen und antwortete dann: „Der Weg zu Fuß aus Afghanistan nach Deutschland, mit meiner kranken Mutter. Drei Monate.“
Ich konnte beobachten, wie sich bei Sandra nach dem ersten Schock eine ganz neue Welt öffnete. Bisher hatte sie kaum Kontakt zu Menschen gehabt, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, schon gar nicht zu jungen Mädchen, die sich zu Fuß aufmachen, um ein neues zu Hause zu finden. Obwohl ihre Biographien kaum
unterschiedlicher sein könnten, entwickelte sich zwischen ihnen eine Freundschaft. Es war stark für mich zu sehen, wie sie voneinander lernten und einander mit echter Neugier und offenem Herzen begegneten.

So bringe ich meine Persönlichkeit ein:

The Cycle Diaries 19

Ich habe einen Hang zur Selbstironie, und finde, man kann über ziemlich vieles ziemlich gut lachen (auch die deutsche Grammatik). Als Künstlerin finde ich, dass sich Sprache und Kunst hervorragend verbinden lassen – denn was ist Sprache, wenn nicht eine Brücke, um über die großen und kleinen Fragen der Welt zu sprechen, die uns bewegen?

Mir ist es auch wichtig, dass die Teilnehmenden sich zeigen können – zum Beispiel in Form von kurzen Präsentationen über ihren eigenen Lebensweg und ihre Arbeit zu sprechen. Da öffnet sich immer eine ganze Welt, und man spürt es in der Gruppe.

5 wichtige Stationen meines Lebens:

  • viele Tiere und Pflanzen in der Kindheit;
  • Berliner Jugend;
  • viele Lebensrealitäten und Reisen in meinen 20ern;
  • tiefe Liebe zu Partner und Freund*innen;
  • die Ankunft unseres Kindes

(Titel des Fotos: „19“ aus Mara Kleins Bilderserie „The Cycle Diaries“, die vollständig auf Ihrer Website www.maraklein.de zu sehen ist.

„2 Wahrheiten, 1 Lüge“ ...

… dieses spannende Kennlernspiel kann Mara Klein weiter empfehlen. Sie gibt Ihnen hier schon mal ein gutes Beispiel, wie Sie es raffiniert anlegen könnten:

Welchen dieser Jobs habe ich nicht gehabt?

  1. Ich war 2 Jahre lang Touristenführerin auf einem Schiff auf der Spree und habe Menschen die Stadt gezeigt. Mein höchstes Trinkgeld an einem Tag waren 250€.
  2. Ich war 2 Jahre lang während meines Studiums Aktmodell in Lyon, Frankreich. Dabei war für mich total interessant, dass die Menschen, die mich gezeichnet haben, mir sehr viel von ihrem Leben erzählt haben, als
    wollten sie sich im Gegenzug auf einer anderen Ebene entkleiden.
  3. Ich habe 2 Jahre lang in einem Casino in Edinburgh, Schottland gearbeitet, weil mich diese Welt fasziniert. Mein Talent lag beim Black Jack Dealen, weil ich die dafür nötige Ruhe bewahren kann.

Die richtige Antwort bekommen alle, die Mara Kleins Kurse besuchen :-)

Besuch von Mark Brandenburgs Ausstellung "Hirnsturm II" im Palais Populaire mit einer Deutsch-Gruppe

... Galerien besuchen! Wie hier die Ausstellung von Mark Brandenburg „Hirnsturm ll“ im Palais Populaire mit einer Deutschgruppe.

Auch eine gute Idee ...

Abschlusszitat: „Oft wissen wir nicht, welche Erinnerungen wir bei anderen hinterlassen und wie wir alle einander prägen. Für mich ist es politische Arbeit, Unterrichtsformate an der vhs zu entwickeln und zu lehren, denn lebenslange Bildung ist in meinen Augen so wichtig für unsere Gesellschaft.“

Hier geht zu Mara Kleins Deutschkursen.