Fit für die Straße: Prävention, die bewegt

Großes Staunen verursacht der Fahrsimulator den Uwe Karck gemeinsam mit dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS), und der Deutschen Verkehrswacht mitgebracht hat

Großes Staunen verursacht der Fahrsimulator den Uwe Karck gemeinsam mit dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS), und der Deutschen Verkehrswacht mitgebracht hat

Wie fühlt es sich an, wenn die eigenen Sinne beeinträchtigt sind und die Reaktionsfähigkeit plötzlich nachlässt? Genau das konnten rund 150 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen aus Friedrichshain-Kreuzberg am 10. und 11. Juli 2025 hautnah erleben. Im Jugendclub Skandal im Friedrichshainer Südkiez fand an diesen beiden Tagen das Verkehrs- und Suchtpräventionsprojekt „Fit für die Straße“ statt – ein innovatives Angebot, das junge Menschen auf ihrem Weg zu verantwortungsvollen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern begleitet.

Unter der Schirmherrschaft von Max Kindler, Stadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, wurde das Präventionsprojekt erstmals nach Friedrichshain-Kreuzberg geholt. Möglich gemacht haben dies Romy Kistmacher, Suchthilfekoordinatorin des Bezirksamts, Andrea Robin, Koordinatorin für schulische Prävention im SIBUZ Friedrichshain-Kreuzberg, sowie Frau Bebersdorf, Verkehrssicherheitsberaterin beim Abschnitt 51 der Polizei Berlin, in der Wedekindstraße 10, in Friedrichshain. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Jugendliche frühzeitig für Risiken im Straßenverkehr und die Gefahren von Suchtmitteln zu sensibilisieren.

Mit einer Rauschbrille simulierte die Polizei Berlin einen erhöhen Blutalkoholwert

Mit einer Rauschbrille simulierte die Polizei Berlin einen erhöhen Blutalkoholwert

Wertvolle Erfahrungen für angehende Fahranfängerinnen und Fahranfänger

„Wir sind mit dieser Gemeinschaftsveranstaltung das erste Mal in Friedrichshain-Kreuzberg“, erklärt Uwe Karck, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Berlin e.V. Das Besondere an „Fit für die Straße“: Ein interaktiver Parcours mit sieben abwechslungsreichen Stationen ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, sich spielerisch und praxisnah mit Themen wie Reaktionsvermögen, Suchtprävention und sicherem Verhalten im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen.

Gerade für angehende Fahranfängerinnen und Fahranfänger– viele von ihnen stehen kurz vor dem Führerschein oder nutzen bereits das begleitete Fahren – ist diese Erfahrung besonders wertvoll.

Ob mit Rauschbrillen, beim Fahrsimulator oder im Gespräch mit Expertinnen und Experten: Die Jugendlichen erfahren am eigenen Leib, wie Alkohol, Drogen oder Ablenkung die Wahrnehmung und das Verhalten beeinflussen können. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig ein klarer Kopf und verantwortungsvolles Handeln im Straßenverkehr sind – für sich selbst und für andere.

Auch Max Kindler, Stadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, versuchte mit Rauschbrille rückwärts einzuparken

Die Polizei sorgt für einen besonderen Aha-Effekt

Der interaktive Parcours besteht aus sieben unterschiedlichen Stationen, an denen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Herausforderungen meistern können. An jeder Station erwarten sie Expertinnen und Experten, die spannende Aufgaben und wertvolle Informationen bereithalten.

Gleich zu Beginn sorgt die Polizei für einen besonderen Aha-Effekt: Mit bereitgestellten Gokarts dürfen die Jugendlichen zunächst ihre Reaktionsfähigkeit unter Beweis stellen – einmal ganz normal und dann mit einer sogenannten Rauschbrille, die den Einfluss von Alkohol oder Drogen simuliert. Anschließend gilt es, die Gokarts rückwärts zwischen Signalkegeln einzuparken oder einen Slalom zu absolvieren.

Während diese Aufgaben im nüchternen Zustand meist problemlos gelingen, zeigt sich unter der verfremdeten Sicht der Rauschbrille schnell, wie stark schon kleine Beeinträchtigungen die Kontrolle und die eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr beeinflussen können.

Diese praktische Erfahrung bleibt im Gedächtnis und sensibilisiert die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eindrucksvoll für die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer.

An speziellen Übungspuppen dürfen die Jugendlichen die Herzdruckmassage und Beatmung ausprobieren

An speziellen Übungspuppen dürfen die Jugendlichen die Herzdruckmassage und Beatmung ausprobieren

Herzdruckmassage, Beatmung und die stabile Seitenlage

An der zweiten Station erhalten die Schülerinnen und Schüler eine praxisnahe Einführung in die Erste Hilfe durch das Personal des* Deutschen Roten Kreuzes (DRK)*. Hier lernen sie, wie sie im Notfall eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage bringen können.

An speziellen Übungspuppen dürfen die Jugendlichen außerdem selbst die Herzdruckmassage und Beatmung ausprobieren. So gewinnen sie ein Gefühl für den Umgang mit Notfallsituationen und erfahren, wie wichtig schnelle und richtige Hilfe im Ernstfall ist.

Wer sich mit Vapes, Gras oder Lachgas beschäftigt, sollte sich umfassend informieren und die Risiken kennen. Hierzu informiert an Station 3 die Fachstelle für Suchtprävention, denn: Gerade bei Jugendlichen ist der Konsum von E-Zigaretten, Cannabis und Schnüffelstoffen wie Lachgas ein aktuelles Thema, das viele Unsicherheiten birgt. Die Fachstelle für Suchtprävention betont, wie wichtig es ist, sich vor dem Konsum über die möglichen Gesundheitsgefahren, das Suchtpotenzial und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren.

Die Mitarbeiter*innen des Friedrichshain-Kreuzberger Ordnungsamtes klären über rechtliche Grundlagen rund um den Gebrauch der E-Scooter und zum Jugendschutzgesetz auf

Die Mitarbeiter*innen des Friedrichshain-Kreuzberger Ordnungsamtes klären über rechtliche Grundlagen rund um den Gebrauch der E-Scooter und zum Jugendschutzgesetz auf

Das Ordnungsamt, die Polizei und die DB Sicherheit haben das gleiche Ziel: Prävention

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt, erklärt die Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei Berlin, Frau Bebersdorf, den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe eines E-Scooter-Simulators, wie schwierig es sein kann, rechtzeitig zu bremsen.

Auch ermöglichte sie den Jugendlichen eigene Erfahrungen auf einem E-Scooter zu machen.

Die Mitarbeiter*innen des Friedrichshain-Kreuzberger Ordnungsamtes klären umfassend über rechtliche Grundlagen rund um den Gebrauch der E-Scooter und zum Jugendschutzgesetz auf.

Die Deutsche Bahn hat neben ihren Beschäftigten der* DB Sicherheit* auch den Azubi-Botschafter zur Beantwortung der zahlreichen Fragen zum Präventionstag gesendet.

Das Team schärft anhand von realen Beispielen die Achtsamkeit der Jugendlichen auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Es gibt sicherheitsrelevante Tipps und Hinweise, die auch anderen zu Gute kommen können, sollten sie auf Bahnhöfen zum Beispiel geschubst werden, oder fallen. Denn jetzt haben die Schülerinnen und Schüler eine Idee, wie sie im Notfall behilflich sein können.

Die Deutsche Bahn hat neben ihren Beschäftigten der DB Sicherheit auch den Azubi-Botschafter zur Beantwortung zahlreicher Fragen zum Präventionstag gesendet

Die Deutsche Bahn hat neben ihren Beschäftigten der DB Sicherheit auch den Azubi-Botschafter zur Beantwortung zahlreicher Fragen zum Präventionstag gesendet

Thema: Globale Auswirkungen der Opiumproduktion in Afghanistan

Großes Staunen verursacht der Fahrsimulator und auch der Rausch-Parcours, den Uwe Karck gemeinsam mit dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS), und den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Deutschen Verkehrswacht mitgebracht hat. „Auf dem Rausch-Parcours erleben die Jugendlichen eine Simulation von über einem Promille im Blut. Nur die wenigsten können da den Kurs halten.“ Ähnlich schwierig wird es, wenn die Schülerinnen und Schüler den Simulator besteigen und eine Strecke – teils „nüchtern“ und teils „unter Alkohol-/Drogeneinfluss“ fahren. „Dann kommt plötzliche eine Nachricht auf dem Handy an. So simulieren wir den sekundenlangen Blindflug, der entsteht, wenn während der Fahrt Nachrichten gelesen oder geschrieben werden.“

Der Jugendoffizier der Bundeswehr vermittelte den Schülerinnen und Schülern mithilfe eines interaktiven Quiz und kurzen Vorträgen Wissen über die internationalen Wege und Strukturen des Drogenhandels, insbesondere am Beispiel von Cannabis. Dabei wurden auch die wirtschaftlichen und globalen Auswirkungen der Opiumproduktion in Afghanistan thematisiert.

Initiatorinnen Romy Kistmacher, Suchthilfekoordinatorin des Bezirksamts (re.), Andrea Robin, Koordinatorin für schulische Prävention im SIBUZ Friedrichshain-Kreuzberg (li.) und Frau Beversdorf, Polizei Berlin (nicht im Bild) freuen sich auf eine Wiederholung der Veranstaltung

Erfolgreicher Abschluß der beiden Projekttage

Zum Abschluss füllten die Klassen jeweils ein kniffeliges Quiz aus. Die Gewinnerklasse darf sich über einen Kinogutschein bzw. einen Skateboard-Workshop freuen, hierbei unterstützen die Yorck-Kinogruppe und Drop In e.V.

Max Kindler, Stadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit: „Ich bin begeistert über den erfolgreichen Abschluss der beiden Projekttage unseres Verkehrs- und Suchtpräventionsprojekts ‚Fit für die Straße‘, die zum ersten Mal in unserem Bezirk stattgefunden haben. Es ist enorm wichtig, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und zum richtigen Zeitpunkt für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren und sie so bestmöglich zu schützen. Mein herzlicher Dank gilt allen Akteuren, die diese Veranstaltung unterstützt und ermöglicht haben. Besonders freue ich mich über das große Interesse und die aktive Teilnahme der Jugendlichen. Auch die Location, der Friedrichshainer Jugendclub Skandal, hat sich als äußerst geeigneter Veranstaltungsort erwiesen.“