Der Silvio-Meier-Preis 2026 geht den Projektkoordinator des Protestbusses Adenauer SRP+ Stefan Pelzer und die Nachbarschaftsinitiative Ostkreuz bleibt bunt

Pressemitteilung Nr. 201 vom 22.06.2026

Mit dem Silvio-Meier-Preis ehrt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Menschen, die sich in herausragender Weise gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen. Der Preis trägt den Namen von Silvio Meier, eines leidenschaftlichen Kämpfers für Toleranz, Freiheit und politische Emanzipation, der sein couragiertes Auftreten gegen rechte Gewalt mit dem Leben bezahlten musste.

In diesem Jahr zeichnen die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg einen Menschen und eine Initiative mit dem Silvio-Meier-Preis aus, die sich in besonderer Weise gegen rechtsradikale Umtriebe und deren politischen Akteur*innen engagieren. Und die mit ihrem Engagement kreativen und verbindenden Widerstand gegen Kräfte leisten, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt, unsere demokratischen Werte und die bereichernde Vielfalt unseres Gemeinwesens nun auch verstärkt in unserem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aggressiv anzugreifen versuchen.

Stefan Pelzer wird für sein kreatives und ausdauerndes Engagement als zivilgesellschaftlicher Aktivist gegen Rechtsextremismus, Faschismus; Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung mit dem Silvio Meier Preis 2026 ausgezeichnet. Der Busunternehmer aus Friedrichshain ist Initiator und Projektkoordinator des Protestbusses Adenauer SRP+, einem Projekt des Zentrums für politische Schönheit. Dafür wurde im Rahmen eines genossenschaftlich finanzierten Kunstprojektes ein Bus zu einem „Gefängnistransporter“ umgebaut, um sich faschistischen und rechtsextremen Protesten und Aktionen entgegen zu stellen. Es handelt sich dabei um einen bundesweit agierenden Aktionsbus, der antifaschistische Proteste organisiert unterstützt. Er ist Bühne, Attraktion und Lautsprecher für die dort protestierenden Menschen. Das Projekt Adenauer SRP+ stärkt Protestbewegungen dort, wo Unterstützung gebraucht wird, insbesondere in den Regionen, in denen rechte Akteur*innen stark aufgestellt sind und Gegenwehr oftmals schwierig und gefährlich ist. Auch in Friedrichshain war der der von Stefan Pelzer initiierte Protest-Bus Adenauer ARP+ sichtbar und unterstützend tätig, etwa bei den Gegenprotesten zu den rechtsextremen Aufmärschen im März 2025.

Ostkreuz bleibt bunt ist eine Nachbarschaftsinitiative gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt rund um den Ostkreuz-Kiez, der es innerhalb kurzer Zeit gelungen ist, Menschen und Initiativen aus Friedrichshain und Lichtenberg, die sich sonst in unterschiedlichsten Zusammenhängen engagieren, zum aktiven Widerstand gegen „Rechts“ zu aktivieren und zu vernetzen. Gegründet wurde die Initiative im November 2024 nachdem der rechtspopulistische ehemalige AfD-Politiker Ferhat Sentürk für den 12. Dezember2024 einen Neonaziaufmarsch durch Friedrichshain unter dem Motto „Für Recht und Ordnung, gegen Linksextremismus und politisch motivierte Gewalt“angekündigt hatte. Mit einer Tanzdemo konnte verhindert werden, dass die überwiegend sehr jungen Neonazis quer durch Friedrichshain marschieren konnten.
Im März 2025 verhinderte die Nachbarschaftsinitiative in einem Bündnis von vielen hundert Menschen und Initiativen erneut, dass das Ostkreuz zur Bühne für Neonazis, rechtes Gedankengut und aggressiven Rechtsrock wurde. Über diese Kundgebungen hinaus sorgt Ostkreuz bleibt bunt seitdem dauerhaft mit vielen und höchst unterschiedlichen kreativen und bunten Aktionen gegen Rechts und für ein vielfältiges und buntes Friedrichshain dafür, dass sich die Menschen hier nicht allein gelassen fühlen: „Durch unsere Arbeit im Kiez haben wir schnell gemerkt, dass Ostkreuz nicht einfach „naturgegeben bunt“ ist. Vielmehr ist dieser offene und antifaschistische Kiez das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit zahlreicher Initiativen, Vereine, Einzelpersonen und Institutionen.“ Um diese Arbeit sichtbarer zu machen und den Zusammenhalt zu stärken hat Ostkreuz bleibt bunt zum Tag der Befreiung 2025 und 2026 Straßenfeste der Vielfalt direkt am Ostkreuz initiiert, die nicht nur zu einem Raum für Begegnung, Austausch und Engagement wurden, sondern auch zu einem gemeinsam gelebten Zeichen dafür, dass das Ostkreuz bunt bleiben wird. Auch dank der Arbeit und des Engagements von Ostkreuz bleibt bunt.

Zur feierlichen Verleihung des Silvio-Meier-Preises 2026 laden wir alle, die mit uns das Engagement von Stefan Pelzer und Ostkreuz bleibt bunt ehren und auch feiern möchten, ganz herzlich ein.

  • Wann? Freitag, 3. Juli 2026, um 18 Uhr
  • Wo? Jugend(widerstands)museum in der Galiläakirche, Rigaer Straße 9/10, 10247 Berlin-Friedrichshain
  • Programm: Preisverleihung, Live Musik mit Lena Stoehrfaktor und Come Together

Clara Herrmann, Bezirksbürgermeisterin: „Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Hetze dürfen weder auf unseren Straßen noch in unseren Parlamenten oder in den Herzen der Menschen Platz haben. Die diesjährigen Preisträger*innen zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass wir alle gemeinsam aktiv werden und uns entschieden für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander einsetzen.“

Werner Heck, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung: „Die Auszeichnung macht deutlich: Engagement gegen rechts beginnt im Alltag und lebt von Menschen, die Haltung zeigen. Rechtsextreme Ideologien und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Raum finden – weder öffentlich noch im Verborgenen. Gemeinsam stehen wir für ein solidarisches, vielfältiges und demokratisches Friedrichshain-Kreuzberg ein.“

Mit der Verleihung des Silvio-Meier-Preises bezieht der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg klare Position gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung und will aktives, gewaltfreies Eintreten für Freiheit, politische und kulturelle Emanzipation unabhängig von Herkunft, Religion, sozialer Stellung oder sexueller Identität ermutigen und entsprechendes Handeln unterstützen und ehren.

Ansprechpartner*innen
Werner Heck
Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung
Friedrichshain-Kreuzberg
Telefon: 0176-20320655
E-Mail: werner.heck@ba-fk.berlin.de

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