Jugendaustausch Berlin – Aalborg

Bezirksverordnete Olja Koterewa, Oliver Schworck, Jugendstadtrat aus Tempelhof-Schöneberg, Peggy Hochstätter und Initiatorin Lotte Maeß (v.li.na.re.)

Bezirksverordnete Olja Koterewa, Oliver Schworck, Jugendstadtrat aus Tempelhof-Schöneberg, Peggy Hochstätter und Initiatorin Lotte Maeß (v.li.na.re.)

Am vergangenen Wochenende bekam das Jugend- und Kinder-Gremium Friedrichshain-Kreuzberg (JuKG Xhain) Besuch aus Dänemark. Über ein Erasmus-Programm hatte der Jugendrat „Unge Demokratie Aalborg“ sich an das Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro (KJBb) gewandt. Da KJBb und JuKG sich derzeit auf den Weg machen, in unserem Bezirk eine eigene direkte Interessenvertretung zu gründen, war dieser Besuch von besonderem Interesse für die junge Initiativgruppe vom JuKG. Der Austausch, besonders über Ländergrenzen hinweg, ist für junge Menschen ein sehr wichtiger Aspekt der Demokratiebildung und gegenseitigen Verständigung.

Am Samstag, den 15. März, trafen sich die 16 Jugendlichen mit dem JuKG Friedrichshain-Kreuzberg, und weiteren Jugendlichen aus den Kinder- und Jugendparlamenten aus Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Marzahn-Hellersdorf und Charlottenburg-Wilmersdorf im ehemaligen Rathaus Kreuzberg für einen gemeinsamen Austausch. Diesmal waren auch die Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksverordneten Olja Koterewa und Peggy Hochstätter, der Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit aus Tempelhof-Schöneberg, Oliver Schworck, sowie die Bezirksstadträtin für Jugend aus Neukölln, Sarah Nagel, dabei. Gemeinsam mit den Jugendlichen diskutierten sie unterschiedliche Themen und klärten Fragen zu den Themen „Mobilität & Fahrrad“, „Kinderrechte“ sowie „Rauchen & Vapen“.

Am Tisch zu „Kinderrechten“ tauschten sich die Jugendlichen vor allem über die Arbeit in den Kinder- und Jugendparlamenten bzw. im Jugendrat aus

Am Tisch zu „Kinderrechten“ tauschten sich die Jugendlichen vor allem über die Arbeit in den Kinder- und Jugendparlamenten bzw. im Jugendrat aus

Peer-Projekte zu sexueller Gesundheit und zu Demokratiebildung an dänischen Schulen

Am Tisch zu „Kinderrechten“ tauschten sich die Jugendlichen vor allem über die Arbeit in den Kinder- und Jugendparlamenten bzw. im Jugendrat aus. Interessant war zu erfahren, dass der Jugendrat „Unge Demokratie Aalborg Peer-Projekte zu sexueller Gesundheit und zu Demokratiebildung an den dänischen Schulen gestartet hat. In Aalborg existiert zudem ein ähnliches Projekt wie die U16 /U18-Wahlen für Kinder und Jugendliche. Im Unterschied zu Deutschland findet es allerdings nicht parallel zu den Wahlen, sondern obligatorisch alle zwei Jahre an Oberschulen statt.

Peggy Hochstätter sprach als Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Ordnung mit den Jugendlichen über Mobilität: „Was mir wirklich nah gegangen ist, war die Perspektive der jungen Mädchen auf extra Abteile im ÖPNV für FLINTA-Personen. Auch Kameras und gute Beleuchtung können viel Sicherheit geben. Ich kenne dieses Angstgefühl nicht und höre fasziniert zu. Es war so wichtig, das von den Mädchen direkt zu hören, weil sie nochmal ganz anders auf die Sache blicken als wir. Wir brauchen solche Blickwinkel für unsere politische Arbeit gerade im Bezirk, weil wir Politik für die Menschen in unseren Kiezen machen. Wir brauchen einen fortwährenden Austausch und Jugendliche, die immer dabei sind. Das Kinder- und Jugend- Beteiligungsbüro macht hier ganz wunderbare Arbeit.“

Obwohl Aalborg mit nur 120.000 Einwohner*innen deutlich kleiner ist als Friedrichshain-Kreuzberg, gibt es überraschend viele Gemeinsamkeiten.

Hier besucht die Gruppe den BVV-Saal im ehemaligen Rathaus Kreuzberg in der Yorckstraße

Hier besucht die Gruppe den BVV-Saal im ehemaligen Rathaus Kreuzberg in der Yorckstraße

"Safe houses" für Jugendliche in Aalborg

Zwar ist in Berlin der Hype ums Vapen (E-Zigaretten) größer, während in Dänemark sehr viel Alkohol auf Partys konsumiert wird. Den Gruppendruck und die kulturellen Trends beschreiben die Teenager aber nahezu gleich. Allerdings berichteten die dänischen Jugendlichen von viel mehr Präventionsmaßnahmen: Wer beim Rauchen auf dem Schulhof erwischt werde, müsse zwar auch zuerst das Vape abgeben und die Eltern würden informiert. Allerdings gelte bei erkennbarem Suchtverhalten eher die Regel: „Call the Doc, not the Cops.“ Interessant war auch, dass in Aalborg sogenannte „Safe houses“ für Jugendliche existieren, die nachts geöffnet sind und Hilfe für junge Menschen anbieten, die Schwierigkeiten sind oder Verletzungen aufgrund von Drogenkonsum haben. Neuköllns Jugendstädträtin Sarah Nagel zeigte sich zuversichtlich: „Wenn wir uns vor Augen führen, was wir in den letzten 25 Jahren schon alles erreicht haben, dann werden wir die Anliegen der Jugendlichen von heute auch Stück für Stück angehen. Es geht nicht immer alles sofort. Aber wir arbeiten dran.“

An diesem Samstagvormittag ging es nicht darum, konkrete Lösungen zu finden, sondern gute Gespräche zu führen und sich gegenseitig zu inspirieren: Was bewegt euch und wie ist es bei uns? Dafür haben sich über 50 junge Menschen an diesem Tag im ehemaligen Rathaus Kreuzberg Zeit genommen. „Damit die Jugendlichen motiviert rausgehen, müssen wir sie ernst nehmen“, resümierte Olja Koterewa. „Es war wunderbar zu beobachten, wie die Teilnehmer*innen einander zuhörten und auf die Gedanken ihres Gegenübers eingehen konnten.“

Das KJBb bedankt sich bei allen Teilnehmer*innen – es war uns eine große Ehre!

Kontakte:
www.kjbb-friedrichshain-kreuzberg.de oder Instagram: @kjbbxhain

Initiativgrupppe JuKG Xhain via Instagram: @jukg_xhain

Bericht: Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg / GSJ gGmbH