Am Freitagnachmittag geht es mit einer Einführungs- und Kennenlernveranstaltung in der Jugendbildungsstätte Kaubstraße los. Alle Jugendlichen sind hier untergebracht, auch die Berliner*innen. So entsteht Raum für Unterhaltungen, Spiele und Austausch auch über das dichte inhaltliche Programm hinaus. In den nächsten Tagen besuchen die Jugendlichen mit ihren Lehrer*innen die Gedenkstätte Plötzensee, die Polnische Botschaft, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, das Pilecki-Institut, das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und sie bekommen eine Stadtführung durch Kreuzberg.
Die Schüler*innen haben sich alle freiwillig für die deutsch-polnische Jugendbegegnung angemeldet und ihre Motivation, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist hoch. Durch die Workshops und Führungen erkennen sie viele Parallelen zur weltpolitischen Lage der Gegenwart – Krieg in Europa, wachsender Antisemitismus und Rassismus, Flucht und Vertreibung marginalisierter Gruppen. Umso wichtiger, da sind sich alle Teilnehmenden einig, ist das Wachhalten der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg durch die nachfolgenden Generationen sowie der Austausch über Sprach- und Landesgrenzen hinweg. Die Jugendlichen aus Berlin und Polen verständigen sich untereinander auf Englisch; das Aufbessern der eigenen Fremdsprachenkenntnisse empfinden viele als angenehmen Nebeneffekt des Austauschs; manchmal helfen auch die Lehrkräfte simultanübersetzend weiter.