„Ausbildung mal anders“-Teamentwicklungstage 2025

Mehrere Auszubildende stehen versammelt um einen Tisch und versuchen Nägel zu balancieren

In der vergangenen Woche, am 16. und 17. Oktober, durfte ich als Nachwuchskraft, zurzeit tätig in der Pressestelle des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, an den Teamentwicklungstagen für alle teilnehmen, die im September ihre Ausbildung im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg begonnen haben. Unter dem Motto „Ausbildung mal anders“ hatten wir die Gelegenheit, abseits von Büro und Berufsschule zusammenzukommen, uns besser kennenzulernen und Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche des Bezirksamts zu erhalten.

Bildcollage der Tätigkeiten am ersten Tag

Tag Eins – Ein Blick hinter die Kulissen der Bibliothek

Unser erster Tag begann in der Bezirkszentralbibliothek Pablo-Neruda in der Frankfurter Allee. Zwei Auszubildende, die derzeit ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste absolvieren, führten uns durch das Gebäude und gaben spannende Einblicke in ihre Arbeit.
„Bis zu 100.000 Bücher haben hier ihr Zuhause“, erklärte eine der Nachwuchskräfte. Ich war beeindruckt, wie vielfältig das Angebot ist, von Klassikern über aktuelle BookTok-Trends bis hin zu Mangas wird wahrscheinlich jede*r fündig. Während Kinder und Jugendliche in der ersten Etage zwischen verschiedensten Medien stöbern können, finden Erwachsene in den oberen Etagen eine große Auswahl an Büchern in unterschiedlichen Sprachen.
„Die Bibliothek ist aber noch viel mehr als ein Ort für Bücher“, fügte eine weitere Teilnehmerin hinzu. Neben einer Gaming-Ecke gibt es ein Kleidertauschprojekt und Lernecken für Hausaufgaben. Selbst ein Raum für Musizierende steht kostenlos zur Verfügung – zwischen Gitarren, Mischpulten und Aufnahmegeräten kann man kreativ werden. Nach der Führung hatten wir die Möglichkeit, einen Bibliotheksausweis zu beantragen, welcher im ersten Jahr unserer Ausbildung kostenlos ist. Ein tolles Angebot für uns als Auszubildende.
Anschließend ging es in den Werkraum: Beim Verwaltungstabu konnten wir zeigen, was wir in den ersten sechs Wochen bereits gelernt hatten. Gar nicht so einfach war es, Begriffe wie „Parkraumbewirtschaftung“ oder „Straßen- und Grünflächenamt“ mit wenigen Worten zu erklären. Unsere Teamfähigkeit und Kreativität waren auch beim Nagelspiel und Ei-Experiment gefragt. Wie schafft man es, auf nur einem Nagel acht weitere Nägel zu balancieren? Und wie kann ein Ei so abgepolstert werden, dass es einen Fall aus 2,5 Metern Höhe unbeschadet übersteht? Zwei von vier Eiern überlebten diesen Versuch leider nicht.
Den Abschluss des ersten Tages bildete die Gruppenarbeit zu Organigrammen und Organisationsstrukturen im Bezirksamt. So konnten wir das Gelernte direkt praktisch anwenden und vertiefen.

Vier Bilder zeigen die Auszubildenden beim Kochen und ein Bild zeigt das Buffet

Tag 2 – Nachhaltig kochen und bewusst genießen

Am zweiten Tag stand das Thema Ernährung und Klimawandel im Vordergrund. Im Jugendclub „Skandal“ leitete der Verein KATE e.V. (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) einen Workshop zur nachhaltigen Ernährung. KATE e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1988 für umwelt- und entwicklungspolitische Bildungsarbeit einsetzt und besonders aktiv im Bereich des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist.
Zu Beginn beschäftigten wir uns mit den globalen Auswirkungen des Klimawandels und den Zusammenhängen zwischen Ernährung, Ressourcenverbrauch und Umweltschutz. Gerade Verpackungsmüll ist ein großes Problem, es bilden sich ganze Inseln aus Müll im Meer, etwa im Pazifik. „Eine der Müllinseln ist etwa viermal so groß wie Deutschland“, betonte eine Nachwuchskraft. Das machte mir noch einmal bewusst, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln ist.
In kleinen Gruppen überlegten wir, wie nachhaltige und faire Ernährung praktisch umgesetzt werden kann, von regionalen und saisonalen Produkten über Fair-Trade-Waren bis hin zur Vermeidung von Verpackungsmüll. Danach setzten wir unser Wissen direkt praktisch um und kochten gemeinsam ein Menü aus Erbsenaufstrich, Wildsalat, Kürbissuppe und Apfel-Crumble. Alle Zutaten stammten aus fairem, saisonalem Handel und zeigten, wie vielfältig nachhaltiges und klimafreundliches Kochen sein kann.
Auf das Kochen haben sich wohl alle am meisten gefreut. Während wir Gemüse schnitten, Zutaten mischten und über die richtige Umsetzung der Rezepte diskutierten, blieb auch Zeit für Gespräche untereinander. Beim anschließenden gemeinsamen Essen genossen wir nicht nur die zubereiteten Gerichte, sondern nutzten die Zeit auch, um gemeinsam die letzten Tage zu reflektieren.
Als abschließende Übung entwickelten wir in Einzelarbeit Aktionspläne für eine nachhaltigere Ernährung im Büroalltag. Welche Maßnahmen könnten helfen, Verpackungsmüll zu vermeiden und bewusster zu konsumieren? Von Projekten wie „Täglich grüßt der Obstkorb“ bis zu veganen Catering-Angeboten kamen viele kreative Ideen zusammen, die vielleicht/hoffentlich auch in Zukunft umgesetzt werden können.

Gefördert wurde das gemeinsame nachhaltige Kochen durch “Engagement Global” mit Mitteln des Bundesminsteriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Erkenntnisse und Erfahrungen

Die Teamentwicklungstage haben mir deutlich gezeigt, dass eine Ausbildung im Bezirksamt mehr umfasst als reine Verwaltungsaufgaben. Zusammenarbeit, Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein spielen eine zentrale Rolle, sowohl im Berufsalltag als auch im Umgang miteinander. Die beiden Tage boten eine gute Gelegenheit, neue Eindrücke zu sammeln, praktische Erfahrungen zu machen und sich als Gruppe besser kennenzulernen.

Text: Lisa Hehemann