„Das war alles nicht so einfach – ich als Wessi, mein Mann als Ossi. Die Mauer gab es damals noch nicht. Als ich schwanger war, heirateten wir sofort. Wir suchten dringend eine gemeinsame Wohnung. Da wir im Westen keine Chance hatten eine Wohnung zu finden, zogen wir gemeinsam in einen Neubau in Friedrichshain.“ Hier lebt die Rentnerin bis heute.
Ganze 64 Jahre sollte diese Ehe halten – getragen von Liebe, gegenseitiger Unterstützung und einem gemeinsamen Pflichtbewusstsein für die Gemeinschaft.
Der Lebensmittelpunkt der Kutzners blieb über Jahrzehnte hinweg ihre kleine 59 Quadratmeter große Wohnung in Friedrichshain. Sie war nicht nur Rückzugsort für die Familie, sondern auch Ausgangspunkt für ein Leben, das von Verantwortung und ehrenamtlichem Engagement geprägt war. „Wir haben nie viel gehabt, aber wir hatten einander, unsere zwei Kinder und diese Nachbarschaft – das war uns sehr wertvoll“, erzählt Margot Kutzner. Dieses Verständnis von Gemeinschaft durchzog ihr gesamtes Leben.
Besonders die gemeinsamen Einsätze am Müggelsee prägten ihr Familienleben. Während andere Familien ihre Wochenenden mit Ausflügen oder im Schrebergarten verbrachten, waren Margot, ihr Mann Ernst und die beiden Söhne auf der Wasserrettungsstation im Einsatz. Der Berufung ihres Mannes als Rettungsschwimmer stellte sich Margot als Sanitäterin an die Seite. „Das Schöne war: Wir waren immer zusammen – bei Sonne, bei Regen, egal, wie stressig es manchmal war. Unsere Kinder wuchsen ganz selbstverständlich damit auf, dass Engagement und Familie sich nicht ausschließen, sondern verbinden lassen.“