Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für eine gesunde Entwicklung (vgl. auch das Faktenblatt Ernährung auf dieser Website). Neben einer angemessenen Energieaufnahme kommt es dabei auch auf eine ausreichende Zufuhr wichtiger Nährstoffe und die Vermeidung von übermäßigem Konsum ungesunder Nahrungsmittel an [1].
In den ersten Lebensmonaten ist ausschließliches Stillen die beste Ernährung. Die Einführung zusätzlicher Kost empfiehlt die Nationale Stillkommission frühestens im fünften Lebensmonat. Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit [2] und senkt das Risiko für Diabetes Typ 2 und Krebs [3]. Dagegen fördert der Konsum zuckerhaltiger Getränke Übergewicht, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies [3].
Auf die Bedeutung von armutsbedingter Mangelernährung in der Kindheit für die weitere körperliche, aber auch die kognitive Entwicklung, weist Biesalski hin [4]. Auch im Alter können insbesondere bei pflegebedürftigen Menschen Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel auftreten [5]. Hierzu liegen allerdings keine Daten im Rahmen der bezirklichen Gesundheitsberichterstattung vor.
Störungen des Essverhaltens, die oft mit einem unrealistischen Bild des eigenen Körpers einhergehen, treten insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen auf [6]. Im Zuge der Corona-Pandemie haben diagnostizierte Essstörungen deutlich zugenommen [7, 8]. Auch hierzu fehlen Daten auf Bezirksebene.
Sind Energiezufuhr durch Ernährung und Energieverbrauch durch körperliche Aktivität unausgewogen, so kann dies zu Unter- oder Übergewicht führen. Frühkindliches Übergewicht besteht häufig über das Schul- und Jugendalter bis ins Erwachsenenalter fort [9]. Unter anderem deshalb werden Kinder und Jugendliche als besonders wichtige Zielgruppe für Gesundheitsförderung auch im Bereich der Ernährung angesehen [1].
Das Thema Ernährung hat nicht nur im Politikfeld Gesundheit einen großen Stellenwert, sondern auch in den Politikfeldern Soziales, Landwirtschaft und Umwelt [10]. Die Erzeugung, der Transport und die Verwendung von Lebensmitteln wirken sich auf Klima und Umwelt aus. Deshalb nimmt die Berliner Ernährungsstrategie Klima- und Gesundheitsschutz zugleich in den Blick (vgl. auch [1]).
Die Auswahl der Indikatoren für das Gesundheitsmonitoring im Themenfeld Ernährung orientiert sich an den Empfehlungen der bundesweiten Arbeitsgruppe „Präventionsindikatoren“ [11], die folgende Indikatoren im dortigen Themenfeld 6 Ernährung vorsieht:
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Stillen (6.1) – hier Indikator 5.3.1,
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zertifizierte Stillförderung in Geburtskliniken (6.2) – hier Indikator 5.3.2,
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Umsetzung von Ernährungsstandards in Kitas (6.3), Schulen (6.4) – hier Indikator 5.3.3, Betriebskantinen (6.5) und in der stationären Seniorenversorgung (6.6),
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Lebensmittelpreise (6.7),
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Obst- und Gemüsekonsum (6.8) – hier Indikator 5.3.4 sowie
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Konsum zuckerhaltiger Getränke / Softdrinks (6.8) – hier Indikator 5.3.5.
Zur Umsetzung von Ernährungsstandards in Betriebskantinen und in der stationären Seniorenversorgung können keine Daten berichtet werden, weil keine Übersicht über Kantinen und Caterer der Pflegeheime vorliegt. Auch der Indikator Lebensmittelpreise wird hier nicht berücksichtigt, weil differenzierte Betrachtungen des Verbraucherpreisindex unterhalb der Länderebene nicht möglich sind und der Indikator daher für die bezirkliche Gesundheitsberichterstattung ungeeignet erscheint.
Auf der Website der DGE lassen sich einzelne Einrichtungen in Berlin recherchieren, die nach den DGE-Ernährungsstandards zertifiziert sind. Jedoch handelt es sich hierbei vorwiegend um Caterer, zu denen jedoch keine Informationen darüber vorliegen, welche konkreten Einrichtungen von diesen beliefert werden. Angesichts der generellen Verpflichtung von Kitas und Schulen im Land Berlin, die DGE-Qualitätsstandards einzuhalten, wird auf eine Darstellung der vorliegenden Zertifikate verzichtet.
Zu Anzahl und Standorten der Projekte, die im Rahmen der Berliner Ernährungsstrategie der SenJustV gefördert wurden und werden, wie den „LebensMittelPunkten“ und Einrichtungen mit Teilnahme am Projekt „Kantine Zukunft“, sind derzeit keine konkreten Informationen verfügbar. Hier wird jedoch an einer überbezirklichen Darstellung aller vorhandenen Maßnahmen gearbeitet.
Daten zu Übergewicht und Adipositas werden im Themenfeld 8.2 des bezirklichen Gesundheitsmonitorings zur Verfügung gestellt. Berührungspunkte mit dem Themenfeld Ernährung ergeben sich außerdem im Themenfeld 8.3 Mundgesundheit, das noch nicht bearbeitet ist.