Gesundheitsmonitoring SZ Themenfeld 5.3: Ernährung

Inhaltsübersicht

Das Themenfeld 5.3 Gesundheitsverhalten: Ernährung umfasst eine Einleitung zum Themenfeld und fünf Indikatoren. Der Indikator 5.3.4 enthält den Unterindikator 5.3.4a:

Für jeden Indikator besteht eine Unterseite mit interaktiven Diagrammen und Text. Unten auf dieser Seite werden die Datenblätter zu den fünf Indikatoren im pdf-Format zur Verfügung gestellt. Der Inhalt der Datenblätter ist identisch mit den Unterseiten zu den einzelnen Indikatoren. Zudem kann eine Excel-Mappe mit allen dargestellten Daten im Themenfeld 5.3 Ernährung heruntergeladen werden.

Einleitung

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für eine gesunde Entwicklung (vgl. auch das Faktenblatt Ernährung auf dieser Website). Neben einer angemessenen Energieaufnahme kommt es dabei auch auf eine ausreichende Zufuhr wichtiger Nährstoffe und die Vermeidung von übermäßigem Konsum ungesunder Nahrungsmittel an [1].

In den ersten Lebensmonaten ist ausschließliches Stillen die beste Ernährung. Die Einführung zusätzlicher Kost empfiehlt die Nationale Stillkommission frühestens im fünften Lebensmonat. Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit [2] und senkt das Risiko für Diabetes Typ 2 und Krebs [3]. Dagegen fördert der Konsum zuckerhaltiger Getränke Übergewicht, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies [3].

Auf die Bedeutung von armutsbedingter Mangelernährung in der Kindheit für die weitere körperliche, aber auch die kognitive Entwicklung, weist Biesalski hin [4]. Auch im Alter können insbesondere bei pflegebedürftigen Menschen Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel auftreten [5]. Hierzu liegen allerdings keine Daten im Rahmen der bezirklichen Gesundheitsberichterstattung vor.

Störungen des Essverhaltens, die oft mit einem unrealistischen Bild des eigenen Körpers einhergehen, treten insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen auf [6]. Im Zuge der Corona-Pandemie haben diagnostizierte Essstörungen deutlich zugenommen [7, 8]. Auch hierzu fehlen Daten auf Bezirksebene.

Sind Energiezufuhr durch Ernährung und Energieverbrauch durch körperliche Aktivität unausgewogen, so kann dies zu Unter- oder Übergewicht führen. Frühkindliches Übergewicht besteht häufig über das Schul- und Jugendalter bis ins Erwachsenenalter fort [9]. Unter anderem deshalb werden Kinder und Jugendliche als besonders wichtige Zielgruppe für Gesundheitsförderung auch im Bereich der Ernährung angesehen [1].

Das Thema Ernährung hat nicht nur im Politikfeld Gesundheit einen großen Stellenwert, sondern auch in den Politikfeldern Soziales, Landwirtschaft und Umwelt [10]. Die Erzeugung, der Transport und die Verwendung von Lebensmitteln wirken sich auf Klima und Umwelt aus. Deshalb nimmt die Berliner Ernährungsstrategie Klima- und Gesundheitsschutz zugleich in den Blick (vgl. auch [1]).

Die Auswahl der Indikatoren für das Gesundheitsmonitoring im Themenfeld Ernährung orientiert sich an den Empfehlungen der bundesweiten Arbeitsgruppe „Präventionsindikatoren“ [11], die folgende Indikatoren im dortigen Themenfeld 6 Ernährung vorsieht:

  • Stillen (6.1) – hier Indikator 5.3.1,
  • zertifizierte Stillförderung in Geburtskliniken (6.2) – hier Indikator 5.3.2,
  • Umsetzung von Ernährungsstandards in Kitas (6.3), Schulen (6.4) – hier Indikator 5.3.3, Betriebskantinen (6.5) und in der stationären Seniorenversorgung (6.6),
  • Lebensmittelpreise (6.7),
  • Obst- und Gemüsekonsum (6.8) – hier Indikator 5.3.4 sowie
  • Konsum zuckerhaltiger Getränke / Softdrinks (6.8) – hier Indikator 5.3.5.

Zur Umsetzung von Ernährungsstandards in Betriebskantinen und in der stationären Seniorenversorgung können keine Daten berichtet werden, weil keine Übersicht über Kantinen und Caterer der Pflegeheime vorliegt. Auch der Indikator Lebensmittelpreise wird hier nicht berücksichtigt, weil differenzierte Betrachtungen des Verbraucherpreisindex unterhalb der Länderebene nicht möglich sind und der Indikator daher für die bezirkliche Gesundheitsberichterstattung ungeeignet erscheint.

Auf der Website der DGE lassen sich einzelne Einrichtungen in Berlin recherchieren, die nach den DGE-Ernährungsstandards zertifiziert sind. Jedoch handelt es sich hierbei vorwiegend um Caterer, zu denen jedoch keine Informationen darüber vorliegen, welche konkreten Einrichtungen von diesen beliefert werden. Angesichts der generellen Verpflichtung von Kitas und Schulen im Land Berlin, die DGE-Qualitätsstandards einzuhalten, wird auf eine Darstellung der vorliegenden Zertifikate verzichtet.

Zu Anzahl und Standorten der Projekte, die im Rahmen der Berliner Ernährungsstrategie der SenJustV gefördert wurden und werden, wie den „LebensMittelPunkten“ und Einrichtungen mit Teilnahme am Projekt „Kantine Zukunft“, sind derzeit keine konkreten Informationen verfügbar. Hier wird jedoch an einer überbezirklichen Darstellung aller vorhandenen Maßnahmen gearbeitet.

Daten zu Übergewicht und Adipositas werden im Themenfeld 8.2 des bezirklichen Gesundheitsmonitorings zur Verfügung gestellt. Berührungspunkte mit dem Themenfeld Ernährung ergeben sich außerdem im Themenfeld 8.3 Mundgesundheit, das noch nicht bearbeitet ist.

Literatur

[1] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2022). Eckpunktepapier: Weg zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung.

[2] Rabenberg M, Mensink GBM (2011). Obst- und Gemüsekonsum heute. GBE kompakt 2. Berlin: RKI.

[3] Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (2022). Aspekte des Ernährungsverhaltens bei Berliner Erwachsenen. Kurz informiert 2022/2. Berlin: SenWGPG.

[4] Biesalski HK (2021). Ernährungsarmut bei Kindern – Ursachen, Folgen, COVID-19. Aktuel Ernährungsmed, 46: 317-332. DOI 10.1055/a-1553-3202.

[5] InForm (2023). DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung mit „Essen auf Rädern“ und in Senioreneinrichtungen. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

[6] Robert Koch-Institut (Hrsg), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg) (2008). Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin: RKI.

[7] Kohring C, Akmatov MK, Holstiege J, Heuer J, Dammertz L & Bätzing J (2023). Inzidenztrends psychischer sowie Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Versorgung – Entwicklungen zwischen 2014 und 2021. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 23/05. DOI 10.20364/VA-23.0.

[8] Drucksache 19/19662 (2024). Schriftliche Anfrage: Essstörungen in Berlin. Abgeordnetenhaus Berlin.

[9] Kühnelt C, Starker A, Varnaccia G, Schienkiewitz A (2023). Schuleingangsuntersuchungen als kleinräumige Datenquelle für ein Monitoring der Kindergesundheit am Beispiel Adipositas. J Health Monit 8(2): 6–20. DOI 10.25646/11297.

[10] InForm (2023). DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

[11] Oberwöhrmann S, Finger J, Borrmann B, Starker A, Windus G & Hermann S (2021). Entwicklung eines Indikatorensystems für die Präventionsberichterstattung der Länder. Unterarbeitsgruppe Präventionsindikatoren der Arbeitsgruppe Gesundheitsberichterstattung, Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin (AG GPRS) der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG).

Download-Bereich

  • Indikatorenblatt 5.3.1 2025

    PDF-Dokument (308.2 kB) - Stand: 09.07.2025

  • Indikatorenblatt 5.3.2 2025

    PDF-Dokument (484.3 kB) - Stand: 04.06.2025

  • Indikatorenblatt 5.3.3 2025

    PDF-Dokument (191.9 kB) - Stand: 09.07.2025

  • Indikatorenblatt 5.3.4 2025

    PDF-Dokument (465.1 kB) - Stand: 09.07.2025

  • Indikatorenblatt 5.3.5 2025

    PDF-Dokument (223.7 kB) - Stand: 09.07.2025

  • Datentabellen Gesundheitsmonitoring Steglitz-Zehlendorf 2025 Themenfeld 5.3

    Excel-Mappe mit allen auf dieser Seite enthaltenen Daten

    XLSX-Dokument (40.8 kB) - Stand: 09.07.2025

Gesundheitsberichterstattung

Dr. Susanne Bettge (QPK 5)

Postanschrift:
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
14160 Berlin