Transformationsprozesse betreffen alle: Unternehmen und Organisationen in Berlin stehen vor der Frage, wie sie sich auf die neuen Anforderungen an Prozesse, Produkte und Arbeitsorganisation einstellen und gleichzeitig die richtigen Fachkräfte finden können. Berlinerinnen und Berliner sehen sich mit einer stetig wandelnden Arbeitswelt konfrontiert – unabhängig davon, ob sie beschäftigt oder erwerbslos sind. Das Land Berlin ist gefragt, gute Rahmenbedingungen zu gestalten, die Menschen und Betriebe in der Transformation unterstützen. Ziel ist es, sowohl die vorhandenen Potenziale der technologischen Entwicklung als auch der erwerbsfähigen Personen auszuschöpfen.
Die Ausgangslage ist gut: In Berlin leben vergleichsweise viele Menschen im erwerbsfähigen Alter und ihre Zahl bleibt auch in den kommenden Jahren voraussichtlich stabil. Allerdings passen die bei den Erwerbspersonen vorhandenen Qualifikationen nicht immer zu den von den Unternehmen gesuchten. Steigende Arbeitslosigkeit kann deshalb auch bei steigenden ungedeckten Fachkräftebedarfen auftreten. Wenn es gelingt, das Matching von Qualifikationen und Bedarfen zu verbessern, kann das sowohl die Fachkräftesicherung unterstützen als auch die Arbeitslosigkeit senken. Dafür müssen Menschen, die potenziell als Fachkraft arbeiten können, auf ihrem Weg dahin unterstützt werden.
In diesem Ziel der Fachkräftestrategie 2035 geht es daher insbesondere darum, die Chancen zu nutzen, die sich aus dem technologischen Wandel und aus kontinuierlicher Qualifizierung von (potenziell) Beschäftigten ergeben. Es setzt darüber hinaus bei den bisher ungenutzten Potenzialen an, um den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu senken und gleichzeitig die Fachkräftebasis auszuweiten. Dabei stehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Fokus, die die Veränderungsprozesse häufig mit begrenzten Ressourcen stemmen müssen.
Die Handlungsfelder in diesem strategischen Ziel stehen in einem engen Wechselverhältnis miteinander, adressieren jedoch unterschiedliche Zielgruppen.
Diese Ziele werden durch Aktivitäten in fünf Handlungsfeldern verfolgt:
- Berlin unterstützt Unternehmen bei der Integration neuer digitaler Technologien und KI-gestützter Verfahren in Unternehmensabläufe und Arbeitsorganisation. (►Transformation gestalten)
- Berlin fördert die kontinuierliche und systematische Weiterbildung von Erwerbspersonen. (►Mehr Beschäftigte in Weiterbildung bringen)
- Berlin unterstützt Menschen ohne oder mit formal niedrigen Bildungsabschlüssen beim Erwerb qualifizierter Abschlüsse sowie von Fähigkeiten und Kenntnissen der Grundbildung. (►Basiskompetenzen und Upskilling fördern)
- Berlin stellt differenzierte Angebote zur Überwindung von Erwerbslosigkeit, unfreiwilliger Teilzeit, unterqualifizierter Beschäftigung sowie struktureller Benachteiligung am Arbeitsmarkt bereit und wirbt für Gute Arbeit sowie Diversität. (►Arbeitsmarktzugänge schaffen — Erwerbspotenziale nutzen)
- Berlin ist „Willkommensstadt“ und ermöglicht es neuen Berlinerinnen und Berlinern – ob als Internationale High Potentials, internationale Studierende, EU-Bürgerinnen und -Bürger, Drittstaatenangehörige oder Geflüchtete – ihre Talente, Fähigkeiten und Qualifikationen einzubringen und die deutsche Sprache zu erlernen. (►Willkommensstadt Berlin)