Modell- und Pilotprojekte der beruflichen Weiterbildung

Modellprojekte-intro
Bild: iStock.com/JohnnyGreig

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales fördert im Rahmen von Modell- und Pilotprojekten der Weiterbildung ausgewählte Projekte mit strategischem und innovativem Charakter. Kernanliegen der Förderung sind zentrale Problembereiche, für die ein dringender arbeitsmarkt- und weiterbildungspolitischer Handlungsbedarf besteht und die nachweislich zur Modernisierung der beruflichen Kompetenzentwicklung und zur Gewährleistung von Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Wesentliche Ziele sind die Nachhaltigkeit und der Transfer der Ergebnisse.

Modell- und Pilotprojekte sollen der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit, der Verbesserung der Arbeitsmarktchancen verschiedener Zielgruppen und deren Kompetenzentwicklung, der Verbesserung der Lernkultur, der Sicherung der Qualität der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Verbreitung der modularen Qualifizierung dienen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden können Innovationen in folgenden Feldern:

  • Entwicklung, Erprobung und Einführung neuer Lehr- und Lernmethoden
  • Entwicklung und Erprobung innovativer Weiterbildungskonzepte, insbesondere zur Verstärkung des betriebsbezogenen Lernens
  • Entwicklung von Bildungsnetzwerken zur Fachkräfteentwicklung und Fachkräftesicherung in der Region Berlin-Brandenburg
  • Qualitative und quantitative (Weiter-)Entwicklung der Modularisierung innerhalb eines Berufskonzepts
  • Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Migrantinnen und Migranten über innovative Weiterbildungskonzepte
  • Förderung von Maßnahmen zur Erhöhung der Qualität der beruflichen Weiterbildung einschließlich der Messung des Lernerfolgs

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind freie und gemeinnützige sowie private Bildungsdienstleister (Zuwendungsempfänger), die nachweislich über einschlägige Erfahrungen bei der Konzipierung und Durchführung von Modell- und Pilotprojekten der beruflichen Weiterbildung verfügen.

Die zur Förderung beantragten Projekte müssen, soweit sie unter Beteiligung Dritter finanziert werden sollen, bereits durch diese Dritten bewilligt worden sein bzw. es muss mindestens eine Bewilligung in Aussicht gestellt worden sein.

Mögliche Zuwendungsempfänger werden nur gefördert, wenn sie eine ordnungsgemäße und erfolgreiche Durchführung der Projekte gewährleisten können und wenn die Auswahlentscheidung und Zustimmung der für Arbeit zuständigen Senatsverwaltung (Fachstelle) vorliegt.

Die Förderung von Modellprojekten der beruflichen Weiterbildung erfolgt zusätzlich und nicht in Konkurrenz zur Förderung vergleichbarer Maßnahmen nach dem SGB.

Förderbedingungen

Für eine Förderzusage müssen folgende Qualitätsmerkmale vom Zuwendungsempfänger erfüllt werden:

  • Es muss eine hinreichende Analyse der arbeitsmarkt- und berufsbildungspolitischen Ausgangssituation und eine stringente Ableitung des Handlungsbedarfs für das Projekt zu erkennen sein.
  • Das Projekt muss ein plausibles Transferkonzept beinhalten; die Ergebnisse müssen auf einer Transferdatenbank veröffentlicht und in den Kontext von Bundesprogrammen gestellt werden.
  • Es muss ein Nachweis der betrieblichen Qualitätssicherung durch Zertifizierung nach einem anerkannten Qualitätsmanagementsystem vorliegen (zum Beispiel durch Vorlage der entsprechenden Zertifizierungsurkunde).
  • Es muss ein Nachweis der fachlichen Kompetenz bei der Durchführung der Modell- und Pilotprojekte und von Erfahrungen in der nachhaltigen Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse vorliegen.
  • Die Fähigkeit zur Bildung von und zur Zusammenarbeit in Netzwerken muss nachgewiesen werden.
  • Der Nachweis der zuwendungsrechtlichen Zuverlässigkeit muss erbracht werden.

Es können Mittel für Personal-, Miet- und Sachkosten zur Durchführung der Projekte gewährt werden. Investitionskosten sind lediglich in Höhe der Abschreibung förderfähig. Eine Förderung von Urlaubsabgeltungen sowie von Überstunden ist ausgeschlossen.

Die Dauer von Modellprojekten richtet sich nach der inhaltlichen Zielstellung; sie sollte mindestens 12 Monate betragen und 36 Monate nicht überschreiten.

Die Ergebnisse von Modell- und Pilotprojekten müssen immer dokumentiert und veröffentlicht werden. Die Nachhaltigkeit und der Transfer der Ergebnisse sind detailliert nachzuweisen.

Antragsverfahren

Formlose Anträge können bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Referat II D (Fachstelle) eingereicht werden. Sie entscheidet über die Förderfähigkeit.

Im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung kann ein Zuschuss gewährt werden. Umfang und Höhe des Zuschusses richten sich nach den zuwendungsrechtlichen Bestimmungen des Landes Berlin und den zugeteilten Haushaltsmitteln.

Nach der Entscheidung über die Förderfähigkeit durch die Fachstelle reicht der
Zuwendungsempfänger seine Konzeption zusammen mit dem Zuwendungsantrag bei der Bewilligungsstelle ein.

Kontakt für Antragsverfahren:

Brigitte Franz
Tel.: (030) 9028-1486
Fax: (030) 9028-2076