Tagungen und Konferenzen

Gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung führt regelmäßig internationale Fachtagungen und Konferenzen zu Themen aus dem Bereich europäische Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik durch. Ziel ist die regionale Diskussion verbunden mit einem Wissensaustausch mit europäischen Partnern zu spezifischen Politikansätzen und Praxisbeispielen. So werden konkrete Ableitungen für die Berliner Arbeitspolitik und innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen ermöglicht.

International meetings and conferences

The Senate Department for Labour, Social Services, Gender Equality, Diversity and Anti-Discrimination regularly organises international expert meetings and conferences on topics related to the European labour market and employment policy. The aim is to promote regional discussions and exchange knowledge with European partners on specific policy approaches and practical examples. This enables concrete insights for Berlin’s labour policy as well as innovative solutions for current challenges.

22. Juni 2026 - Internationales Fachgespräch „Plattformarbeit fair gestalten: Berlin im europäischen Umsetzungsprozess"

Hintergrund und Zielsetzung

Am 22. Juni 2026 fand ein internationales Fachgespräch der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichbehandlung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung unter dem Titel „Plattformarbeit fair gestalten: Berlin im europäischen Umsetzungsprozess“ im Change Hub, Berlin statt. Die ganztägige Veranstaltung diente dem vertraulichen Austausch im Expert*innenkreis, an dem knapp 60 Personen teilnahmen.

Die Plattformarbeit hat sich in Europa zu einem festen Bestandteil des Arbeitsmarktes entwickelt, insbesondere in Bereichen wie Liefer- und Reinigungsdiensten. Oft arbeiten Beschäftigte dabei unter unsicheren Bedingungen mit unzureichendem sozialen Schutz. Vor diesem Hintergrund diente das Fachgespräch als zentrale Diskussionsplattform zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Plattformarbeit (EU) 2024/2831, die bis Dezember 2026 in nationales Recht überführt werden muss. Ziel war es, neben der Bundesebene auch ergänzende Maßnahmen auf Landesebene zu erörtern, um bestehende Schutzlücken – besonders in prekären Dienstleistungssektoren – wirksam zu schließen.

Auftakt und Politische Vision

Nach der Begrüßung durch Moderatorin Dr. Julia Kropf führte Senatorin Cansel Kiziltepe in das Thema ein. Sie betonte, dass Berlin die EU-Richtlinie nicht nur passiv umsetzen, sondern aktiv mitgestalten wolle. Das Gespräch verdeutlichte den politischen Willen, Berlin als Vorreiter für faire Arbeitsbedingungen in der digitalen Ökonomie zu positionieren.

Voices from the Field

Der erste inhaltliche Block richtete den Fokus auf die gelebte Realität von Plattformbeschäftigten. Im Gespräch mit Dr. Anna Dietrich (Lieferando), Reporter Sascha Lübbe sowie Robert Walasinski (Riders Collective Österreich) und Moritz Wiederänders (Lieferando Workers Collective) wurden konkrete Probleme wie algorithmisches Management, fehlende soziale Absicherung und die Notwendigkeit von Mitbestimmungsrechten thematisiert. Die Stimmen aus der Praxis unterstrichen die Dringlichkeit regulatorischer Eingriffe.

Wissenschaftlicher Rahmen und Regulierungsoptionen

Prof. Dr. Manfred Walser (Hochschule Mainz) lieferte in seiner Keynote einen fundierten Überblick über die aktuellen Regulierungsmöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene. Er analysierte die Chancen und Grenzen der EU-Vorgaben und hob hervor, dass nationale und landesspezifische Maßnahmen notwendig sind, um die spezifischen Strukturen lokaler Arbeitsmärkte adäquat abzubilden.

Expertinnen- und Expertengespräch: Die EU-Richtlinie als Chance

In einer hochrangig besetzten Diskussion tauschten sich Staatssekretärin Micha Klapp (SenASGIVA), Silvia Rainone (ETUI), Robert Räuchle (BMAS) und Prof. Dr. Manfred Walser über die praktische Umsetzung der Richtlinie aus. Zentrale Punkte waren:

  • Die Vermutung eines Beschäftigungsverhältnisses bei Plattformarbeitern.
  • Transparenzanforderungen bei algorithmischem Management.
  • Die Rolle der Länder bei der Schließung von Schutzlücken, insbesondere bei Subunternehmerstrukturen.

Ein finaler Referentenentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie auf nationaler Ebene konnte dem Gespräch leider nicht zu Grunde gelegt werden.

Deep Dive: Essenslieferdienste

Ein Schwerpunkt des Tages lag auf der Essenslieferdienstbranche. Zwei Fokusthemen mit je zwei inhaltlichen Impulsen zu Beginn vertiefen folgende Aspekte:

  • Direktanstellungsgebot: Enrico Somaglia (EFFAT) und Dr. Johannes Specht (Hans-Böckler-Stiftung) diskutierten Möglichkeiten, Scheinselbstständigkeit zu beenden und eine direkte Anstellung (analog zur Fleischindustrie) zu fördern.
  • Mitbestimmung und Kommunikation: Anna-Elisabeth Hampel (Minor Projektkontor für Bildung und Forschung) und Dr. Silvia Rainone (ETUI) untersuchten die Ausgestaltung von Art. 20 der EU-Richtlinie, um wirksame Kommunikationskanäle zwischen Beschäftigten und Plattformbetreibern zu etablieren.

Paneldiskussion und Fazit

Im abschließenden Panel diskutierten Prof. Dr. Caroline Dressel (Hochschule für Wirtschaft und Technik, Berlin), Staatssekretärin Micha Klapp und Dr. Johannes Specht über konkrete Lösungsansätze für faire Arbeitsbedingungen bei Lieferdiensten. Ein Kernergebnis war die Notwendigkeit einer sektorspezifischen Herangehensweise, da die Branche durch komplexe Subunternehmerketten geprägt ist.

Die Veranstaltung bestätigte folgende Erkenntnisse:

  • Notwendigkeit landesspezifischer Maßnahmen: Die reine Bundesseite reicht nicht aus; Berlin muss zusätzliche Schutzinstrumente entwickeln, besonders im Dienstleistungssektor.
  • Transparente Modelle: Faire Vergütung und soziale Sicherung erfordern transparente Regelwerke, die algorithmische Entscheidungen nachvollziehbar machen.
  • Stakeholder-Einbindung: Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert die enge Verzahnung von Politik, Gewerkschaften, Plattformen und Forschung.*

Staatssekretärin Micha Klapp kündigte an, dass die Senatsverwaltung nach Vorliegen eines entsprechenden Gesetzentwurfs eine Bundesratsinitiative starten werde, um die erarbeiteten Anforderungen auf Landesebene zu verankern. Es bleibt festzuhalten: Faire Plattformarbeit ist machbar, setzt jedoch konsequenten politischen Willen und die aktive Gestaltung des Umsetzungsprozesses voraus.

22 June 2026 - International expert discussion: Shaping fair platform work: Berlin’s role in the European implementation process

Background and Objectives

On 22 June 2026, an international expert discussion organised by the Senate Department for Labour, Social Services, Gender Equality, Integration, Diversity and Anti-Discrimination took place at the Change Hub in Berlin under the title ‘Shaping Fair Platform Work: Berlin’s role in the European Implementation Process’. The full-day event served as a forum for confidential discussion amongst experts, with round about 60 people taking part.

Platform work has become an integral part of the labour market in Europe, particularly in sectors such as delivery and cleaning services. Workers in this sector often face precarious conditions with inadequate social protection. Against this backdrop, the expert discussion served as a key forum for discussing the implementation of the EU Directive on Platform Work (EU) 2024/2831, which must be transposed into national law by December 2026. The aim was to discuss not only measures at federal level but also complementary measures at state level in order to effectively close existing gaps in protection – particularly in precarious service sectors.

Opening and Political Vision

Following a welcome address by moderator Dr Julia Kropf, Senator Cansel Kiziltepe introduced the topic. She emphasised that Berlin intends not only to passively implement the EU Directive, but also to play an active role in shaping it. The discussion highlighted the political will to position Berlin as a pioneer for fair working conditions in the digital economy.

Voices from the Field

The first panel focused on the lived reality of platform workers. In a discussion with Dr Anna Dietrich (Lieferando), reporter Sascha Lübbe, Robert Walasinski (Riders Collective Austria) and Moritz Wiederänders (Lieferando Workers Collective), specific issues such as algorithmic management, a lack of social security and the need for co-determination rights were addressed. These voices from the field underscored the urgency of regulatory intervention.

Academic Framework and Regulatory Options

In his keynote address, Prof. Dr Manfred Walser (Mainz University of Applied Sciences) provided a well-founded overview of the current regulatory options at federal and state level. He analysed the opportunities and limitations of EU requirements and emphasised that national and state-specific measures are necessary to adequately reflect the specific structures of local labour markets.

Expert discussion: The EU Directive as an opportunity

In a high-level discussion, State Secretary Micha Klapp (SenASGIVA), Dr Silvia Rainone (ETUI), Robert Räuchle (BMAS) and Prof. Dr Manfred Walser exchanged views on the practical implementation of the directive. Key points included:

  • The presumption of an employment relationship for platform workers.
  • Transparency requirements in algorithmic management.
  • The role of the federal states in closing protection gaps, particularly in subcontracting structures.

Unfortunately, a final draft bill on the implementation of the EU Directive at national level was not available to inform the discussion.

Deep Dive: Food delivery services

One of the day’s key focuses was on the food delivery sector. Two key topics, each with two introductory presentations at the start, explored the following aspects in greater depth:

  • Mandatory direct employment: Enrico Somaglia (EFFAT) and Dr Johannes Specht (Hans Böckler Foundation) discussed ways to put an end to bogus self-employment and to promote mandatory direct employment (similar to the meat industry).
  • Co-determination and communication: Anna-Elisabeth Hampel (Minor Projektkontor für Bildung und Forschung) and Dr Silvia Rainone (ETUI) examined the provisions of Article 20 of the EU Directive with a view to establishing effective channels of communication between workers and platform operators.

Panel discussion and conclusion

In the concluding panel discussion, Prof. Dr Caroline Dressel (University of Applied Sciences for Economics and Technology, Berlin), State Secretary Micha Klapp and Dr Johannes Specht discussed concrete solutions for fair working conditions in delivery services. A key finding was the need for a sector-specific approach, as the industry is characterised by complex subcontractor chains.

The event confirmed the following findings:

  • The need for state-specific measures: Action at federal level alone is not sufficient; Berlin must develop additional protective measures, particularly in the service sector.
  • Transparent models: Fair pay and social security require transparent regulatory frameworks that make algorithmic decisions traceable.
    Stakeholder involvement: Successful implementation requires close collaboration between policymakers, trade unions, platforms and the research community.*

State Secretary Micha Klapp announced that, once a corresponding draft bill is available, the Senate Administration would launch an initiative in the Bundesrat to enshrine the requirements that have been drawn up at state level. It should be noted that fair platform work is achievable, but requires consistent political will and active involvement in shaping the implementation process.

Konferenzrückblick

  • 14. November 2025 – Internationale Konferenz 2025 #Talent4Tomorrow: Fachkräftesicherung und Beschäftigungspotenziale in Europa

    Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichbehandlung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung hat am 14. November 2025 unter dem Titel „#Talent4Tomorrow: Fachkräftesicherung und Beschäftigungspotenziale in Europa“ diese europäische Konferenz im Umweltforum in Berlin abgehalten.

    Die für das Thema „Arbeit“ zuständige Senatsverwaltung entwickelt derzeit eine Berliner Fachkräftestrategie. Daran knüpfte die diesjährige Europa-Konferenz an: Gemeinsam mit internationalen und nationalen Expertinnen und Experten wurde diskutiert, wie der aktuelle und zukünftige Fachkräftebedarf gedeckt, welche Erfahrungen aus anderen Ländern genutzt und wie die Berliner Fachkräftestrategie erfolgreich gestaltet werden kann.

    Inhaltliche Schwerpunkte der Konferenz waren Arbeitsmarktbeteiligung und Erwerbspotenziale bislang am Arbeitsmarkt unterrepräsentierter Gruppen, die Potenziale Künstlicher Intelligenz sowie Gute Arbeit und Qualifizierung junger Menschen als Schlüssel für die Fachkräftesicherung.

    Download der Kurzdokumentation

  • 14 November 2025 – International Conference 2025 #Talent4Tomorrow: Securing Skilled Labour in Europe

    On 14 November 2025, the Senate Department for Labour, Social Services, Gender Equality, Integration, Diversity and Anti-Discrimination held this year’s European conference at the Umweltforum in Berlin. The conference was titled ‘Securing Skilled Labour in Europe’.

    The Senate Department responsible for labour is currently developing a strategy for skilled labour in Berlin. This year’s European conference addressed this issue. Together with international and national experts, discussions were held on how to meet current and future skilled labour needs, how to utilise experience from other countries, and how to successfully design Berlin’s skilled labour strategy.

    The conference focused on labour market participation and the earning potential of underrepresented groups, the potential of artificial intelligence, and the importance of good work and training for young people in securing a skilled workforce.

    Download short documentation

  • 8. November 2024 - Internationale Konferenz 2024 „Gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung – Gute Arbeit in Europa stärken“

    Am 08. November 2024 fand die jährliche internationale Konferenz der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichbehandlung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung unter dem Titel „Gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung – Gute Arbeit in Europa stärken“ im Tagungswerk Berlin statt. Die ganztägige Veranstaltung stieß mit 175 Teilnehmenden vor Ort auf große Resonanz.

    In der EU können Bürgerinnen und Bürger frei ihren Arbeitsplatz wählen und müssen im Beschäftigungsland gleich behandelt werden. Diese Arbeitnehmerfreizügigkeit, ein Grundrecht und zentraler Grundpfeiler der EU, birgt jedoch das Risiko der Arbeitsausbeutung, besonders für Bürger*innen aus osteuropäischen Ländern. Auch in Deutschland und Berlin sind ausbeuterische Arbeitsbedingungen verbreitet, die grundlegende Arbeitsrechte wie Mindestlohn und Kündigungsschutz unterlaufen. Sprach- und Rechtsbarrieren sowie soziale Isolation erschweren es Betroffenen, ihre Rechte einzufordern. Um effektive Maßnahmen gegen Arbeitsausbeutung zu fördern, hat die für Arbeit zuständige Senatsverwaltung zu einer internationalen Konferenz eingeladen, bei der Politik, Wissenschaft und Praxis sich über Schutzmaßnahmen und Lösungsansätze austauschen konnten.

    Eröffnung der Konferenz und Keynote mit anschließendem Gespräch

    Nach der Eröffnung der Konferenz durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin Kai Wegner und die Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung Micha Klapp, die den Berliner Einsatz zur Einrichtung einer Betreuungs- und Unterbringungsstelle für Betroffene der Arbeitsausbeutung hervorhob, lieferte Dr. Jan Cremers, Experte im Verwaltungsrat der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) den inhaltlichen Auftakt der Veranstaltung. In seiner Keynote führte er in das Problem der Arbeitsausbeutung auf europäischer Ebene aus wissenschaftlicher Sicht ein. Dabei wies er auf verschiedene Formen der Arbeitsausbeutung und strukturelle Probleme hin, die Arbeitsausbeutung und die systematische Verletzung von Arbeitsrechten erleichtern. Konkret nannte Dr. Cremers u. a. unregulierte Intermediäre bei der Anwerbung von Arbeitskräften sowie fehlende grenzüberschreitende Regelungen zu Subunternehmerketten.

    Im anschließenden Gespräch mit Gaby Bischoff (MdEP) wurde diskutiert, wie die EU den angesprochenen Problemen begegnen sollte und vor welchen Herausforderungen sie hierbei steht. Dabei wurde auch die große Bedeutung des Themas auf europäischer Ebene deutlich. „Das Europäische Parlament war immer – und zwar fraktionsübergreifend – ein Treiber für Gute Arbeit“, so Gaby Bischoff. Sie betonte zudem die Notwendigkeit der Regulierung von Subunternehmerketten. Zu den bürokratischen Schwierigkeiten, vor denen die Strafverfolgungsbehörden bei der Ermittlung zu Arbeitsausbeutung stehen, stellte sie eine Anhörung im Europäischen Parlament in Aussicht.

    Betroffenenperspektive

    In einem Gespräch mit der Moderatorin Dr. Julia Kropf sprachen Kateryna Danilova (Europäischer Verein für Wanderarbeiterfragen e.V. & Faire Mobilität), Sascha Lübbe (Journalist und Autor des Buches „Ganz unten im System“) und Alia Schwelling (Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit (BEMA) über die Erfahrungen von Betroffenen und die strukturellen Probleme, die zu Ausbeutung führen. Es wurde eindrücklich die Perspektive von Betroffenen von Arbeitsausbeutung dargestellt, wobei sowohl aus der Beratungspraxis als auch aus der journalistischen Recherche deutlich wurde, dass es grundlegender Änderungen bedarf, um Arbeitsausbeutung nachhaltig zu begegnen – etwa stärkerer Regulierung, aber auch vermehrter Kontrollen. Hervorgehoben wurde zudem die Notwendigkeit aufsuchender Beratung und frühzeitiger Informationen über Risiken, aber auch Rechte, bereits im Herkunftsland.

    Paneldiskussion: Gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung – für faire und menschenwürdige Arbeit

    Die anschließende hochrangig besetzte Panel-Diskussion mit Dr. Kari Johnstone (Sonderbeauftragte der OSZE), Staatssekretärin Lilian Tschan (BMAS), Dr. Cosmin Boiangiu (Exekutivdirektor der ELA), Staatssekretärin Micha Klapp (SenASGIVA) und Martin Oelz (ILO) adressierte die unterschiedlichen Beiträge, die aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft geleistet werden sollten, um die Situation für Beschäftigte zu verbessern. Dabei wurden vor allem auch nationale und europäische bzw. internationale Herausforderungen beleuchtet. Betont wurden u. a. die Aspekte Informationsvermittlung und Aufklärung, europaweite Inspektionen sowie die Problematik der Rechtsdurchsetzung. Einigkeit bestand darin, dass vor allem die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure sowie die Schaffung von öffentlichem Bewusstsein zentral für die Bekämpfung von Arbeitsausbeutung sind.

    Labs und Reflexion der Ergebnisse mit Sascha Lübbe
    Nach dem gemeinsamen Mittagessen diskutierten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen verschiedene Schwerpunktthemen in insgesamt vier Labs. Folgende Themen wurden beleuchtet:

    • Lab 1: „Welche Herausforderungen, aber auch guten Praxisbeispiele gibt es in Europa?“
    • Lab 2: „Wie gelingt effektiver Opferschutz durch gute Beratung?“
    • Lab 3: „Wie wirken Strafverfolgung und Vermögensabschöpfung?“
    • Lab 4: „Wie müssen Schutzunterkünfte für Betroffene ausgestaltet sein?“

    Die Ergebnisse der Labs wurden im Anschluss im Gespräch zwischen der Moderatorin Dr. Julia Kropf und dem Journalisten Sascha Lübbe präsentiert und reflektiert.

    Paneldiskussion: Perspektiven und nächste Schritte für einen fairen Arbeitsmarkt in Europa und Abschluss
    Im abschließenden Panel sprachen Katja Karger (DGB Berlin-Brandenburg), Margrit Zauner (SenASGIVA), Stefan Olsson (Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission), Andreas Schulz (UVB Berlin und Brandenburg) und Martin Weiland (BMAS) über konkrete Lösungsansätze der an diesem Tag diskutierten Probleme der Arbeitsausbeutung. Dabei wurde deutlich, dass im Grunde auf jeder Ebene (regional, national und europäisch) Handlungsbedarf besteht, um Arbeitsausbeutung nachhaltig zu bekämpfen und dass Kooperationen aller Ebenen dafür notwendig sind – sei es in Form von EU-weiten Beratungsangeboten, mithilfe des Nationalen Aktionsplans gegen Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit des BMAS oder durch den Austausch guter Beispiele aus europäischen Städten. „Der Schutz von Arbeitsrechten, die Förderung von Guter Arbeit und die Bekämpfung der Ausbeutung müssen fester Bestandteil der politischen Agenda bleiben und werden – in Berlin, in Deutschland und in ganz Europa“, so Margrit Zauner zum Abschluss der Konferenz.

    Margrit Zauner wies in Ihren Schlussworten nochmals auf die Bedeutung des Themas und die Handlungsfelder hin und bedankte sich bei allen Referent*innen und Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch auf der diesjährigen Konferenz.

    Link zur Aufzeichnung des Livestreams: YouTube

  • 8 November 2024 - Fighting labour exploitation – For decent work in Europe: International Conference8 November 2024

    This year’s European conference hosted by the Berlin Senate Department for Labour, Social Services, Gender Equality, Integration, Diversity and Anti-Discrimination (SenASGIVA) took place on November 8, 2024 under the title “Fighting Labour Exploitation – for Decent Work in Europe”. The one-day event was well received with 175 participants on site.

    In the EU, citizens are free to choose their workplace and must be treated equally in the country of employment. However, this free movement of workers, a fundamental right and central pillar of the EU, bears the risk of labour exploitation, especially for citizens from Eastern European countries. Exploitative working conditions undermining basic workers’ rights such as minimum wage and protection against dismissal are widespread also in Germany and Berlin. For people affected, language and legal barriers as well as social isolation make it difficult to claim their rights. In order to promote effective measures against labour exploitation, the Senate Department responsible for labour hosted an international conference to enable an exchange between policy-makers, academics and practitioners on protective measures and solutions.

    The recording of the livestream is available on YouTube (original language)

  • 9. Oktober 2023 - Skills for Europe: „Beschäftigung im Wandel – Kompetent in die Zukunft"

    Die internationale Konferenz „Beschäftigung im Wandel – Kompetent in die Zukunft” fand am 9. Oktober 2023 im Rahmen des „Europäischen Jahres der Kompetenzen“ in Berlin statt.

    Organisiert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, stand die Konferenz ganz im Zeichen der zukunftssicheren Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Fragestellung, wie Weiterbildung in Zeiten des Wandels angepasst und optimiert werden kann.

    Drei zentrale Bereiche standen im Fokus: die Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen, die Rolle der Bildungsberatung und die Bedeutung der betrieblichen Weiterbildung. Diese Schwerpunkte reflektieren die dynamischen Anforderungen der heutigen Arbeitswelt und die Notwendigkeit, Bildung und Weiterbildung als zentrale Säulen für eine zukunftssichere Beschäftigung zu etablieren und weiterzuentwickeln.

    Die Keynotes der Veranstaltung wurden von Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die tiefgreifende Einblicke in die “Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen” gab, sowie von Prof. Dr. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs “Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen” am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg, der die Bedeutung von betrieblicher Weiterbildung für die Fachkräftesicherung hervorhob, gehalten.

    Die Beiträge, Ergebnisse und Diskussionen der Konferenz haben zahlreiche wichtige Impulse gesetzt, die in der vorliegenden Dokumentation umfassend dargestellt werden. Sie bieten einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der Weiterbildung und der beruflichen Entwicklung.

    Download der Konferenzdokumentation

    Link zur Aufzeichnung des Livestreams: YouTube

  • 9. Oktober 2023 - Skills for Europe: "Employment in Transition – Skills for the Future"

    The international conference “Changing Employment – Skills for the Future” took place in Berlin as part of the “European Year of Skills”.
    The conference organized by the Berlin Senate Department for Labour, Social Services, Gender Equality, Integration, Diversity and Anti-Discrimination focused on the future-proof design of workplaces and the optimization of further training in times of change.

    Three key areas were covered: increasing participation in continuing education and training, the role of educational counselling and the importance of in-company further education.

    The event included keynote speeches from Prof. Dr h.c. Jutta Allmendinger Ph.D., President of the Social Science Center Berlin (WZB), who provided insights into the skills required for the future working world, and Prof. Dr Enzo Weber, Head of the “Forecasts and Macroeconomic Analyses” research area at the Institute for Employment Research Nuremberg (IAB), who emphasized the significance of on-the-job training in securing skilled workers.
    The contributions, results and discussions at the conference provided numerous important impulses, which are presented in this documentation. They provide an insight into the current challenges and solutions in the field of continuing education and training and professional development.

    Download EMPLOYMENT IN TRANSITION — SKILLS FOR THE FUTURE

  • 30. September 2022: Junge Menschen durch gute Arbeit und Ausbildung stärken – Das Europäische Jahr der Jugend 2022 in Zeiten von Transformation und Krise

    Mit 1.300 Personen vor-Ort im VKU-Forum und online aus 21 europäischen und nicht-europäischen Ländern traf die Jugendbeschäftigungskonferenz auf große Resonanz. Das damit bekundete Interesse unterstreicht die Wichtigkeit der Thematik.

    In der Konferenz berichteten junge Menschen von ihrer aktuellen beruflichen Situation und ihren Erwartungen an ihre berufliche Zukunft. Mit ihnen und Referentinnen und Referenten aus Politik, Verwaltung, der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft wurde diskutiert, welche Unterstützung junge Menschen für einen erfolgreichen Einstieg in das Arbeitsleben brauchen, wie gute Arbeit und gute Ausbildung gestaltet werden können, wie Ausbildungsbetriebe und junge Menschen am besten zueinander finden und wie die große und wichtige Aufgabe der Arbeitsmarktintegration von jungen geflüchteten Menschen gut gelingen kann.

    EU-Kommissar Nicolas Schmit lenkte aus Anlass des Europäischen Jahres der Jugend 2022 den Fokus auf die verstärkte Jugendgarantie der Europäischen Union, die ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von jungen Menschen beim Übergang in die Berufsbildung und in gute Arbeit ist und von allen Mitgliedsstaaten noch weiter ausgebaut werden muss.

    Außerdem wurden die großen Krisen und Transformationsprozesse unserer Zeit – die Covid-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und seine Folgen sowie der digitale und demographische Wandel in den Blick genommen. Dabei war es besonders wichtig die europäische, nationale und städtische Perspektiven zu verzahnen.

    Ansätze wie die Ausbildungsplatzumlage und Beispiele guter Praxis wie die Jugendberufsagentur aus Berlin und anderen europäischen Städten wurden diskutiert und ausgetauscht, um das gegenseitige Lernen zu fördern.

    Download der Konferenzdokumentation

    Livestream zu Youtube

  • 30 September 2022: Empowering young people through decent work and VET – The European Year of Youth 2022 in times of transformation and crisis

    With 1,300 people on-site at the VKU Forum and online from 21 European and non-European countries, the Youth Employment Conference met with a great response. The interest thus expressed underlines the importance of the topic.

    In the conference, young people reported on their current professional situation and their expectations for their professional future. They and speakers from politics, administration, the social partners and civil society discussed what support young people need for a successful entry into working life, how decent work and vocational education and training (VET) can be designed, how training companies and young people can best find each other and how the large and important task of integrating young refugees into the labour market can succeed.

    On the occasion of the European Year of Youth 2022, EU Commissioner Nicolas Schmit focused on the reinforced Youth Guarantee of the European Union, which is an important instrument to support young people in the transition to VET and decent work and must be further developed by all member states.

    In addition, the major crises and transformation processes of our time – the Covid pandemic, the war in Ukraine and its consequences, as well as digital and demographic change – were brought into focus. It was particularly important to dovetail European, national and urban perspectives.

    Approaches such as the apprenticeship levy and examples of good practice such as the Youth Employment Agency from Berlin and other European cities were discussed and exchanged to promote mutual learning.

    Download Conference-Report

    The livestream is available at

  • 15. – 17. November 2021: EUROCITIES Social Affairs Forum

    Städte für einen inklusiven Aufschwung nach der Pandemie: Wie können Städte soziale Innovationen nutzen, um faire, grüne und digitale Arbeitsplätze zu sichern?

    Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales war vom 15.-17. November 2021 Gastgeberin des dreitägigen Social Affairs Forums (SAF) des Städtenetzwerks EUROCITIES. Ausstrahlungsort der englischsprachigen, digitalen Veranstaltung war das Einstein Center Digital Future. Knapp 200 Teilnehmende aus 22 Ländern widmeten sich zentralen Fragen zur Stärkung und Gestaltung sozialer Innovationen in Städten.

    EUROCITIES ist mit derzeit 204 Städten aus 39 Staaten das größte europäische Städtenetzwerk. Ziel ist es, die Bedarfe von Städten zu erfassen, Potenziale aufzuzeigen und damit ihre Rolle im komplexen Gefüge der EU-Institutionen zu stärken. Berlin ist seit Mitte der neunziger Jahre Mitglied bei EUROCITIES.

    Im Rahmen des Forums wurde in zehn Workshops darüber diskutiert, wie der digitale Wandel und neue digitale Arbeitsplätze nachhaltig und gerecht gestaltet werden können. Weitere Herausforderungen wie Klimawandel, Kinderarmut und soziale Teilhabe wurden anhand von Best-Practice-Beispielen aus verschiedenen europäischen Städten thematisiert. Dabei ging es vor allem um den sozialen Zusammenhalt in europäischen Städten.

    Download draft saf programme berlin

  • 15 – 17 November 2021: EUROCITIES Social Affairs Forum

    Cities for inclusive recovery: How can cities use social innovation to ensure fair, green and digital jobs?

    From 15-17 November 2021, the Senate Department for Integration, Labour and Social Affairs hosted the three-day Social Affairs Forum (SAF) of the EUROCITIES network. The digital event was broadcast from the Einstein Center Digital Future. Almost 200 participants from 22 countries addressed central questions on strengthening and shaping social innovations in cities.

    EUROCITIES is the largest European city network, with currently 204 member cities from 39 countries. Its aim is to identify the needs of cities, point out their potential and strengthen their role in the complex structure of the EU institutions. Berlin has been a member of EUROCITIES since the mid-1990s.

    During the Forum, participants discussed in ten workshops how the digital transformation and new digital jobs can be shaped in a sustainable and just way. Further challenges such as climate change, child poverty and social participation were highlighted using best practice examples from various European cities. The main focus was on social cohesion in European cities.

  • 21. September 2020: Plattformökonomie – Gute Arbeit in Zeiten digitaler Transformation

    Im Fokus der diesjährigen europäischen Konferenz stand die Frage, wie im fortschreitenden Digitalisierungsprozess, insbesondere für Erwerbstätige in der Plattformökonomie, Gute Arbeit gestaltet werden kann. Dabei ging es insbesondere um Arbeit auf Dienstleistungsplattformen, über die Click- und Gigworker*innen tätig sind, z. B. als Mikrojobber*innen, Kurierfahrer*innen und Reinigungskräfte. Im Rahmen der digitalen Konferenz wurden unter anderem die Motivationen und Herausforderungen von Plattformarbeiter*innen diskutiert, aber auch wie plattformvermittelte Arbeit im europäischen und internationalen Kontext zu bewerten ist und wie die Plattformökonomie unsere Städte verändert.

    Die Konferenz war in drei Themenblöcke unterteilt:

    1. Plattformarbeit als Zukunftsmodell? – Digitale Geschäftsmodelle im europäischen und internationalen Kontext
    2. Gute Arbeit auf Plattformen gestalten – soziale Absicherung, Flexibilisierung, Regulierungsbedarfe
    3. „Plattformisierung“ als Trend – Plattformarbeit in urbanen Räumen, Good Practice und alternative Modelle

    Aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz wurde die Konferenz in einem hybriden Veranstaltungsformat durchgeführt. Die Teilnehmenden nahmen ausschließlich online teil.

    Download: Konferenzdokumentation

    Download: Strategiepapier – 12 Punkte für Gute Arbeit in der Plattformökonomie -)

  • 21 September 2020: Platform Economy – Decent Work in Times of Digital Transformation

    This year’s European conference focused on how decent work can be achieved for people working in the platform economy. Particular emphasis was placed on platforms in the services sector where click and gig workers operate, e.g. as micro-jobbers, courier drivers and cleaners. During the digital conference, we discussed, among other things, the motivation and challenges of platform workers, how platform-mediated work is to be evaluated in a European and international context and how the platform economy is changing our cities.

    There were three main sessions:

    1. Platform work as a model for the future? Digital business models in the European and international context
    2. Shaping decent work on platforms – social security, flexibility, regulatory needs
    3. “Platformisation” as a trend – platform work in urban spaces, good practices and alternative models

    Due to the measures taken in light of Covid-19, the conference was held in a hybrid event format. Participants took part exclusively online.

    Download Conference Report Platform-Economy

  • 25. September 2019: Von Erwerbsarmut in Gute Arbeit – Europäisch denken. Solidarisch handeln.

    Immer mehr Menschen in Europa sind arm, obwohl sie arbeiten. Am stärksten stieg die Erwerbsarmut im europäischen Vergleich in den vergangenen Jahren in Deutschland. Das ist in einem reichen Land, das seit Jahren wirtschaftlich boomt, ein gesellschaftlich unhaltbarer Zustand. Trotz anhaltenden Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums gelten hierzulande rund 10 % der Erwerbstätigen als arm, d. h. über vier Millionen Menschen und ihre Familien müssen mit einem Einkommen auskommen, das für einen angemessenen Lebensunterhalt nicht ausreicht und sind auf Sozial- oder Lohnersatzleistungen angewiesen. Auch im Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten leben rund 10 % in Erwerbsarmut. Für diese Menschen und ihre Familien ist Erwerbsarmut eine bittere Realität, an deren Ende oftmals Altersarmut steht.

    Auf der Konferenz am 25. September 2019 wurde dem Phänomen der Erwerbsarmut intensiv nachgegangen. Dabei spielte der gegenwärtige Stand der Forschung mit der Beleuchtung von Ursachen und Auswirkungen, auch und gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung, eine entscheidende Rolle. Zudem wurden die Perspektiven der Betroffenen selbst einbezogen. Vor allem aber ging es darum, pragmatische Lösungsmöglichkeiten zur Überwindung der Erwerbsarmut zu eruieren und zu gestalten. Was können Politik und Verwaltung, was kann die Wirtschaft, was kann die Gesellschaft als Ganzes aber auch jeder Einzelne zur Überwindung dieses Zustands beitragen? Europaweit gibt es vielversprechende Ansätze, die Wege aus der Erwerbsarmut weisen. Gute Praxis-Projekte aus Europa wurden identifiziert, ausgetauscht und weiterentwickelt.

    Die folgenden Themen- und Handlungsschwerpunkte standen im Mittelpunkt der Konferenz:

    • Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Erwerbsarmut
    • Digitale Transformation und Erwerbsarmut
    • Dienstleistungssektor und Erwerbsarmut
    • Aus- und Weiterbildung und Erwerbsarmut

    Download Dokumentation von Erwerbsarmut in Gute Arbeit – Europäisch denken. Solidarisch handeln

    Download Handlungsleitfaden barrierefreie Veranstaltungen

Arbeit und Berufliche Bildung

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung,
Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung