Berliner Jobcoaching

Jobcoaching-intro
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Berlin hat bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit einen eigenen Weg eingeschlagen, den Berliner Weg: Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales bietet seit 2012 das Berliner Jobcoaching in der öffentlich geförderten Beschäftigung an. Mit diesem Beratungs- und Begleitmodell für Langzeitarbeitslose, die an Beschäftigungsmaßnahmen oder -programmen teilnehmen, hat Berlin eine Vorreiterrolle in Deutschland übernommen. Die Integrationserfolge bestätigen den gewählten Ansatz.

Ziel des Berliner Jobcoachings ist es, die Chancen von Langzeitarbeitslosen und Arbeitssuchenden auf eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt durch eine aktive Begleitung und Beratung zu unterstützen und sie beim systematischen Abbau ihrer persönlichen Vermittlungshemmnisse zu begleiten.

Darüber hinaus bietet das Instrument Berliner Jobcoaching bei Unternehmen Unterstützung für Unternehmen, die Arbeitslose einstellen wollen. Das diesbezügliche Angebot umfasst die Beratung des Arbeitgebers und das Coaching der Beschäftigten.

Berliner Jobcoaching in der öffentlich geförderten Beschäftigung (ögB)

Das Berliner Jobcoaching steht insbesondere Langzeitarbeitslosen in Projekten der öffentlich geförderten Beschäftigung zur Verfügung.

Das Coachingangebot für Teilnehmende an Maßnahmen der öffentlich geförderten Beschäftigung dient der Unterstützung von Langzeitarbeitslosen auf dem Weg zurück in eine reguläre Beschäftigung, der Verbesserung ihrer Integrationschancen auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie insbesondere dem gezielten, systematischen Abbau persönlicher Beschäftigungshemmnisse. Auch der Zugang zu weiteren Hilfen, vor allem zu passgenauen Qualifizierungen, soll erleichtert werden. Das Coaching findet regelmäßig – ergänzend zur Arbeitszeit von 30 Stunden in den Beschäftigungsmaßnahmen – durch monatliche Konsultationen und Begleitung zu Jobcenter-Terminen statt.

Das Coaching erfolgt nach Maßgabe eines Geschäftsprozessmodells, das für eine gleichbleibend hohe Begleit- und Beratungsqualität sorgt. Angeboten wird eine umfassende Begleitung der Teilnehmenden in folgenden Schritten:

  • Ausführliche Erstberatung auf Basis der mit dem Jobcenter vereinbarten Eingliederungs­vereinbarung
  • Erstellung eines persönlichen Profils und eines Entwicklungsplans
  • Umsetzung und Begleitung der im Entwicklungsplan vereinbarten Schritte
  • Nachgehende Beratung und Vermittlungs­aktivitäten einschließlich der Dokumentation des Integrations­prozesses

Die Jobcoaches prüfen insbesondere, ob ihre Klientinnen und Klienten zusätzliche Qualifizierungen benötigen. Sie weisen motivierend auf die Möglichkeiten von landes- und bundesfinanzierten Qualifizierungs­angeboten hin.

Seit 2012 ist von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gezielt die Qualifizierung der Coaches gefördert worden, die laufend weitergebildet werden. Diese Jobcoaches sind speziell für den Berliner Arbeits- und Bildungsmarkt geschult, verfügen über Arbeitgeberkontakte sowie Berufs- und Branchenkenntnisse und beraten individuell zu den verschiedenen Angeboten und weiterführenden Hilfen.

Qualitätssicherung des Berliner Jobcoachings in der öffentlich geförderten Beschäftigung

  • Die günstige Betreuungsrelation von 1:40 sichert eine individuelle Beratungs- und Hilfeleistung und hilft, ein persönliches Vertrauensverhältnis aufzubauen.
  • Das Geschäftsprozessmodell sichert gleichbleibend hohe Beratungsqualität vom Erstprofiling bis zum Arbeitsmarktübertritt.
  • Die fortlaufende Qualifizierung der Coaches trägt maßgeblich dazu bei, dass spezifische Problemlagen besser erkannt und gelöst werden können.
  • Die Steuerung des Einsatzes der Jobcoaches über ein spezielles Fachcontrolling mit Qualitätskennzahlen hilft bei der Optimierung des Coachingeinsatzes und bildet dessen Wirkung ab.

Berliner Jobcoaching bei Unternehmen

Die Jobcoaches stehen den Unternehmen und ihren neuen Beschäftigten – den sogenannten Coachees – in den ersten sechs Monaten eines Arbeitsverhältnisses beratend zur Seite. Für diesen Zeitraum werden folgende kostenfreie Angebote unterbreitet:

  • Beratung zur Antragstellung vor Abschluss eines Arbeitsvertrages, falls Förderungen der Berliner Jobcenter und/oder des Landes Berlin in Anspruch genommen werden
  • Unterstützung bei der Begründung des Antrages und Vorbereitung aller Formulare – das Unternehmen muss nur noch unterschreiben
  • Angebot einer individuellen Beratung für die neuen Beschäftigten (Coaching)
  • Unterstützung des Unternehmens und der neuen Beschäftigten während der Einarbeitung und Qualifizierung
  • Förderung arbeitsplatzbezogener Weiterbildungen für die neuen Beschäftigten in den Unternehmen im Umfang von bis zu 1.440 Euro (inklusive Qualifizierungsberatung und Auswahl von passenden Bildungsdienstleistern)

Das Jobcoaching bei Unternehmen dient vor allem der Sicherung nachhaltiger Beschäftigung. Durch die Beratung und Begleitung der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird der Einarbeitungsprozess für alle Beteiligten erleichtert, und auch die Unternehmen profitieren von diesem Service. Bislang gab es nur wenige Abbrüche von Coachingverträgen: Der Grund war zumeist, dass sich die Teilnehmenden aus der bestehenden Beschäftigung heraus einen neuen Arbeitsplatz gesucht haben, der ihren Anforderungen besser entspricht (kürzerer Arbeitsweg, bessere Arbeitszeiten etc.).

Das Berliner Jobcoaching bei Unternehmen wird aus Mitteln des Landes Berlin finanziert.